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alleiniger Grundbucheintrag Regelung im Scheidungsfall und Verfugung im Todesfall

| 23.10.2018 10:06 |
Preis: 98,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


16:03
Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir haben 2007 ein Grundstück gekauft und ein Haus gebaut.
Im Grundbuch ist nur meine Frau eingetragen , Immobilenwert ca 700.000 € Restschuld 80 .000.--€
Darlehensverträge laufen auf beide Personen. 2014 haben wir geheiratet und haben zusammen 2 Kinder 13 und 15 Jahre.

Tilgung der Darlehensverträge wurden immer von meimem Konto bezahlt
auch Sondertilgugungen von 40.000 € sowie das Grundstück 2007 in Höhe von 100.000€ habe ich bezahlt dies kann ich explizit nachweisen


Im Falle einer Scheidung wie ist der Ausgleich habe ich den gesetzlichen Güterstand ausgehebelt
und was passiert im Todesfall wenn meine Frau vor mir stirbt

23.10.2018 | 11:22

Antwort

von


(22)
Apothekergäßchen 4
86150 Augsburg
Tel: 0821/ 49 81 59 75
Tel: 0821/ 50 83 61 61
Web: http://www.rechtsanwaeltin-freund.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie haben mit Ihrer Tilgung der Darlehensverträge nicht automatisch den gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft ausgehebelt. Deshalb wird der finanzielle Ausgleich, sei es über den Zugewinnausgleich oder ausnahmsweise zusätzlich über die Rückgewähr einer ehebedingten Zuwendung, regelmäßig nicht dinglich erfolgen, sondern nur durch Geldzahlung.

Bei der Entscheidung, wie hoch der Ausgleichsanspruch nach einer durchgeführten güterrechtlichen Auseinandersetzung noch sein wird, wird es auf den Einzelfall ankommen, wie z.B.

- die Dauer der Ehe (kurze Ehe seit 2014, allerdings sind Sie wohl vorher schon einige Jahre zusammen gewesen),
- Art u. Umfang der erbrachten Leistungen (erheblich Darlehensbeträge + Sondertilgung 40.000 + Grundstück 100.000 €),
- Höhe der hierdurch noch vorhandenen Vermögensmehrung (Leistungen sind wohl alle noch im Immobilienwert vorhanden)
- Alter der Parteien
- Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Parteien.

Die Rückgewähr von Zuwendungen ist im gesetzlichen Güterstand auf extreme Ausnahmefälle beschränkt und kommt nur dort in Betracht, wo unangemessene/ untragbare Ergebnisse vermieden werden sollen (besser wäre die Situation bei der Gütertrennung). Grundsätzlich aber gilt: solange Sie im Wege des Zugewinnausgleich die Hälfte am Wert der Zuwendungen zurückerhalten, wird die Unangemessenheit/ Untragbarkeit kaum je überschritten sein (siehe auch Hdb f. Familienrecht, 10.Kapitel, Rdn. 78)

Auch für die Zuwendungen vor der Ehe gilt das Oben gesagte, insbesondere, wenn damit die Voraussetzungen für die Verwirklichung der tatsächlich später zu Stande gekommenen Ehe geschaffen werden sollten.
Der Grundstückskauf und der Hausbau wurden offensichtlich maßgeblich dazu unternommen, ein Familienheim für sich und die gemeinsamen Kinder zu schaffen, was dann auch tatsächlich von Ihnen so erreicht wurde.

Wollen Sie deshalb über den Zugewinn hinaus noch Zahlungen erhalten, wird es entscheidend darauf ankommen, wie die Einkommens-/ Vermögensverhältnisse von Ihnen, aber auch von Ihrer Frau sind, ob Ihre Frau (z.B. wegen noch jungem Alter oder gutem Einkommens) in Zukunft fähig sein wird, zusätzliche Zahlungen an Sie zu leisten etc.

Im Falle des Todes Ihrer Frau vor Ihnen, gilt entsprechendes:
Auch mit dem Tod endet die Zugewinngemeinschaft.
Neben dem gesetzlichen Erbrecht (neben Ihren Kinder, die Verwandte der 1. Ordnung sind), das gemäß § 1931 BGB ein Viertel beträgt , steht Ihnen nach § 1931 Abs. 3 i.V.m § 1371 BGB die Möglichkeit des Zugewinnausgleichs im Todesfall zu (Erhöhung des gesetzlichen Erbteils um ein Viertel), insgesamt erben Sie also 1/2 des gesamten Erbes.

Ich hoffe, Ihre Fragen vollständig beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Judith Freund
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Familienrecht

Apothekergäßchen 4
86150 Augsburg

Tel: 0821 49 81 59 75
Fax: 0821 50 83 61 63

www.rechtsanwaeltin-freund.de
office@rechtsanwaeltin-freund.de


Nachfrage vom Fragesteller 23.10.2018 | 15:29

Durch das Eigentum-Konstrukt meiner Frau habe ich hier den gesetzlichen Güterstand ausgehebelt.
oder steht mir bei Scheidung der Ausgleich über den Zugewinnausgleich zu und meine Frau muss mich ausbezahlen ?


mit Freundlichen Grüßen


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.10.2018 | 16:03

Nein, Ihnen steht bei Scheidung der Ausgleich über den Zugewinnausgleich zu und Ihre Frau muss Sie ausbezahlen, es sei denn, Sie vereinbaren gemeinsam etwas anderes.

Bewertung des Fragestellers 25.10.2018 | 06:15

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