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abgeänderte Namen von Bundesliga-Spielern in einem PC-Spiel


10.08.2006 11:22 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz



Hallo,

ich programmiere gerade einen Fussball-Manager für den PC.
EA-Sports hat ja vom DFB die exklusive Lizenz erworben, um exklusiv die realen Namen der Bundesliga-Spieler in deren eigenen Spielen verwenden zu dürfen.

Alle Manager-Spiele, die nun die echten Namen der Bundesliga-Spieler verwenden, können und wurden schon abgemahnt.

Nun zu meiner Frage:

Ist es erlaubt, die Spielernamen in einem kommerziellen Computerspiel wie hier beispielsweise aufgeführt, abzuändern:

Echter Name: Roy Makaay
abgeändert in: Mokaay

Echter Name: Lukas Podolski
abgeändert in: Pudulski oder Pudolski

Reicht es aus, nur einen oder zwei Buchstaben abzuändern ?
Oder muss ich beispielsweise aus Podolski Poklowski machen, damit gar keine Ähnlichkeit mehr besteht ?

Mir wäre es lieber, ihn Pudolski zu nennen, da man so weiß, wer gemeint ist, aber es halt doch eine Abwandlung ist.




Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:

Grundsätzlich kann jeder Personenname neben dem "normalen" namensrechtlichen Schutz nach dem BGB auch als Wortmarke geschützt sein.

(Wort-)Marken sind zum einen gegen eine sog. Verwechslungsgefahr geschützt. Das bedeutet, dass Dritte keine identischen oder ähnlichen Zeichen nutzen dürfen, sofern diese der Bezeichnung von identischen oder ähnlichen Waren dienen.
Sofern Sie bei den betreffenden Spielernamen nur einen oder zwei Buchstaben ändern ("Pudolski" statt "Podolski") dürfte allein schon aufgrund der Ähnlichkeit des Schriftbildes eine Verwechslungsgefahr zu bejahen sein.
Darüber hinaus kann sich eine Verwechslungsgefahr auch aus einer klanglichen Ähnlichkeit ergeben (selbst mit "Pudulsky" statt "Podolski" könnte eine solche noch bejaht werden).

Darüber hinaus dürfte es sich bei vielen Spielernamen (bspw. denen der Nationalmannschaft) um sog. berühmte Marken handeln.
Diese genießen einen erweiterten Schutz durch das Markengesetz und sind über die Verwechslungsgefahr hinaus auch gegen eine Rufausbeutung, Verwässerung und Verunglimpfung geschützt.
Man mag sich darüber streiten können, ob der Name "Podolski" noch in irgendeiner Weise verunglimpfbar ist, jedenfalls benutzen Sie bei der Erstellung Ihres Spiels den guten Ruf eines Spielernamens zur Aufwertung Ihres Produktes und beuten diesen daher aus.

Sie können sich, was grundsätzlich möglich ist, bei der Verwendung der als Marken geschützten Spielernamen auch nicht auf die Kunstfreiheit berufen. Zwar werden sie gestalterisch tätig, letztlich steht aber die Kommerzialität des Gesamtprodukts "Computerspiel" im Vordergrund.

Neben markenrechtlichen Ansprüchen kommen zusätzlich namenrechtliche Ansprüche in Betracht. So hat z.B. Oliver Kahn erfolgreich gegen die Verwendung seines Namens in einem Computerspiel geklagt (LG Hamburg (Urteil vom 25. April 2003, Az: 324 O 381/02).

Insgesamt muss ich Ihnen daher leider von der Vorgehensweise, die Sie ins Auge gefasst haben, abraten.

Mit freundlichen Grüßen,

Christian Mauritz
Rechtsanwalt
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