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Zwischenzeugnis prüfen - wirklich sehr gut?

10.06.2015 11:14 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

da abzusehen ist, dass unser Vorgesetzter kurz oder lang die Firma verlassen wird, haben alle Mitglieder unserer Abteilung um ein Zwischenzeugnis gebeten, das uns auch bereitwillig zugesagt wurde. Uns wurde ein sehr gutes Zeugnis versprochen. Nun liegt uns der Entwurf des Zeugnisses vor und ich bitte um Ihre Beurteilung, ob es sich hierbei um das versprochene "sehr gut" bzw. um welche Benotung es sich tatsächlich handelt. Meiner Meinung nach ist z.B. bei Pkt. "Verhalten" die Reihenfolge der genannten Personen falsch, darüber hinaus wurde kein Grund für die Ausstellung dieses Zeugnis genannt.
Was fehlt evtl., um ein "sehr gut" zu bewirken? Vorab vielen Dank!

Zwischenzeugnis

Frau XY, geboren am xx, ist seit dem 16. September 2012 Mitarbeiterin unseres Unternehmens.

Wir sind eine der führenden Managementgesellschaften für die Entwicklung und den Betrieb innerstädtischer Einkaufs-Arcaden, -Parcs und -Center. Mit mehr als 500 Mitarbeitern bieten wir alle Leistungen über den gesamten Immobilien-Lebenszyklus aus einer Hand an, angefangen von der Projektentwicklung über die Realisierung, Vermietung und das Centermanagement bis hin zum Asset Management.

Frau XY ist Mitarbeiterin in unserem Legal Department (Bereich Vertragsentwicklung). Ihre Tätigkeitsschwerpunkte stellen sich wie folgt dar:

Erstellen von Mietverträgen, Nachträgen und Aufhebungsvereinbarungen anhand der von den Vermietern übersendeten Datenblättern
Einpflegen von Änderungen in Miet-/Pachtverträge und Nachträge
Zentrale Zuständigkeit für das Mietvertragsmuster
Unterstützung bei Projekten wie bspw. neue Aufgabenzuteilung
Einarbeitung neuer Teammitglieder und Leasingmanager
Korrespondenz mit den Leasingmanagern sowie abteilungsübergreifend mit den zuständigen Sachbearbeiten per Mail oder Telefon
Internes Reporting für die Rechtsabteilung
Ablage und Wiedervorlage
Erstellen, Pflegen und Aktualisieren von Listen
Organisation/Koordinierung und Teilnahme an regelmäßigen Jour-Fix Veranstaltungen der Abteilung „Vertragsentwicklung"

Frau XY ist eine jederzeit hoch motivierte und gewissenhafte Mitarbeiterin, die ihre Tätigkeiten selbständig und eigenverantwortlich erledigt. Sie verfügt über ein fundiertes und umfassendes Fachwissen und zeichnet sich bei der Ausführung ihrer Aufgaben durch Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt aus.

Sie ist flexibel und bewältigt auch unter schwierigen Arbeitsbedingungen alle Aufgaben immer konzentriert und zuverlässig. Darüber hinaus ist Frau XY gern bereit, auch über die regelmäßige Arbeitszeit hinaus für uns tätig zu sein. Sie erfüllt die ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Ihr Verhalten zu Geschäftspartnern, Führungskräften und Mitarbeiern ist stets vorbildlich. Frau XY ist bei Vorgesetzten und Kollegen gleichermaßen sehr anerkannt und beliebt.

Wir möchten Frau XY sehr gerne als Mitarbeiterin behalten und wünschen uns auch weiterhin die Zusammenarbeit mit ihr.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihnen wurde ein sehr gutes Zeugnis versprochen. Ein Rechtsanspruch darauf besteht indes aber - dies vorweg - nicht.

Nach den Grundsätzen der Rechtsprechung dürfen Arbeitszeugnisse bekanntlich nicht negativ formuliert sein, und klingen aus diesem Grund immer auf den ersten Blick wohlwollend. Durch allgemeine Praxis hat sich im Lauf der zeit ein Code entwickelt; dieser ist weder im einzelnen gerichtlich angreifbar, noch immer für den Arbeitnehmer voll zu verstehen. In der Sprachwahl sind die zeugnisse frei; die Arbeitgeber bemühen sich oft, bei guten Leistungen dies entsprechend zu honorieren.

Da allerdings ALLE Arbeitszeugnisse wohlgemeint formuliert sein müssen, fällt es sehr schwer ein sehr guten von einem guten Zeugnis zu unterscheiden. Es ist mitunter gar unmöglich, denn selbst wenn seitenlang erörtert wird "wie gut" der Mitarbeiter war- der neue Arbeitgeber weiss nur zu gut, dass die Messlatte hier recht niedrig hängt.

Wichtig ist daher nicht das Ausschmücken mit Phrasen und Formulierungen, sondern dass a.) bestimmte Wendungen vermieden werden und b.) das Schreiben von Ehrlichkeit zeugt.

Darüber hinaus gibt es kein Standardformular, Sie kpönnen also beantragen, dass gewisse Sachen aufgenommen werden, ohne allerdings einen Anspruch zu haben.

Obwohl es keinen Kodex gibt, hat sich folgender Sprachgebrauch etabliert:Wenn der Arbeitnehmer die Aufgaben stets zu der vollsten(nicht etwa: vollen) Zufriedenheit erledigt, man mit den Leistungen in jeder Hinsicht außerordentlich zufrieden war, er/sie den Erwartungen in jeder Hinsicht und allerbester Weise entsprochen hat - dann spricht dies für eine sehr gute Beurteilung. Noch mehr, wenn man im höchsten Maße zuverlässig war, herausragend oder ausserordentich war - superlative sprechen für ein sehr gut. Demgegenüber sind Erfüllungen mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit, ein Entsprechen in jeder Hinsicht und bester Weise und überdurchschnittliche Arbeitsqualität nur ein Indiz für ein "gut" - dies erkennt man an der Art der Formulierung, wo wir wieder bei den Superlativen wären.

Unter dieser Prämisse beurteile ich Ihren Entwurf wie folgt:

(...) Ihre Tätigkeitsschwerpunkte stellen sich wie folgt dar: Erstellen von Mietverträgen, Nachträgen und Aufhebungsvereinbarungen anhand der von den Vermietern übersendeten Datenblättern Einpflegen von Änderungen in Miet-/Pachtverträge und Nachträge Zentrale Zuständigkeit für das Mietvertragsmuster Unterstützung bei Projekten wie bspw. neue Aufgabenzuteilung Einarbeitung neuer Teammitglieder und Leasingmanager Korrespondenz mit den Leasingmanagern sowie abteilungsübergreifend mit den zuständigen Sachbearbeiten per Mail oder Telefon Internes Reporting für die Rechtsabteilung Ablage und Wiedervorlage Erstellen, Pflegen und Aktualisieren von Listen Organisation/Koordinierung und Teilnahme an regelmäßigen Jour-Fix Veranstaltungen der Abteilung „Vertragsentwicklung"


Die Tätigkeitsbeschreibung als 1. Schritt muss die Aufgaben,die Sie erfüllt haben möglichst genau enthalten und beschreiben, so dass man einen Rückschluss darauf ziehen kann, was Sie getan haben. Dies muss natürlich der Wahrheit entsprechen; hier können nur Sie darauf achten, dass alle Ihre Tätigkeiten erfasst werden. Es steht Ihnen frei, und ist oft zu empfehlen, anhand von Aufzeichnungen noch um Ergänzungen zu bitten. Gehen Sie Ihre Laufbahn durch und weisen Sie ggf. darauf hin, dass einzelne Fachbereiche / Aufgabenbereiche fehlen und aufzuführen wären, da Sie dort entsprechend tätig waren.

"Frau XY ist eine jederzeit hoch motivierte und gewissenhafte Mitarbeiterin, die ihre Tätigkeiten selbständig und eigenverantwortlich erledigt. Sie verfügt über ein fundiertes und umfassendes Fachwissen und zeichnet sich bei der Ausführung ihrer Aufgaben durch Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt aus. Sie ist flexibel und bewältigt auch unter schwierigen Arbeitsbedingungen alle Aufgaben immer konzentriert und zuverlässig. "

Wie aus der eingangs erwähnten Darstellung kommt es für die Einstufung als sehr gut auf die Superlative an. Dies kann ich hier nicht erkennen, so dass ich hier ein "gut" annehmen würde. Ein sehr gut wäre mit "höchst" anstatt von "hoch" motiviert formuliert; ein sehr gut wäre ein "ausserordentlich" und nicht nur ein "umfassendes" Fachwissen; sie wären bei einem sehr gut eben "ausserordentlich" zuverlässig und nicht nur zuverlässig. So übertrieben dies klingt, hat sich doch diese Sprache über die jahre eingebürgert, ohne die Superlative kann ich Ihnen keine sehr gute Bewertung bescheiden.


"Darüber hinaus ist Frau XY gern bereit, auch über die regelmäßige Arbeitszeit hinaus für uns tätig zu sein. Sie erfüllt die ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit."

Hier gilt; ein "sehr gern" ist besser als ein "gern" ; die vollste Zufriedenheit ist nicht zu beanstanden.

" Ihr Verhalten zu Geschäftspartnern, Führungskräften und Mitarbeitern ist stets vorbildlich. Frau XY ist bei Vorgesetzten und Kollegen gleichermaßen sehr anerkannt und beliebt. "

Dies ist anerkannter Massen eine sehr gute Beurteilung,wobei i.d.R: die Formulierung "allseits" verwendet wird, um eine Rangfolge zu verhindern. Hier ist auch eine Kombination denkbar, jedoch vermag die Reihenfolge die Bewertung an sich für mich nicht ändern.

Wir möchten Frau XY sehr gerne als Mitarbeiterin behalten und wünschen uns auch weiterhin die Zusammenarbeit mit ihr.

Dies ist sehr positiv.

Insgesamt lässt das Zeugnis nach den entwickelten Masstäben ein wenig Luft nach oben. Möchten Sie wirklich ein "sehr gutes" im engen Sinn, so müssten Sie die Geschäftsleitung bitten, entsprechende kleine Änderungen vorzunehmen, da diese den Unterschied machen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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