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Zwischenzeugnis Leistungsbeurteilung und Arbeitsweise überprüfen

| 18.01.2012 14:09 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Aljoscha Winkelmann


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte Euch mein Zwischenzeugnis zu durchsichten und Ihre Meinung zu äussern, ob es ehe als 2+ oder 2- ausfällt, sowie welche Aspekte negativ bewertet sind.

Damit Sie ein vages Verständnis haben, unter welchen Bedingungen das Zeugnis erstellt wurde, möchte ich in Erwähnung ziehen, dass ich ein Jahr lang in der Abteilung tätig war und mich leicht unterfordert fühlte, da unser Abteilungsleiter sehr defensiv die Projekte steuerte und nur das „Nötige" umsetzte. Mir hat es damals sehr an Neuentwicklung, Wissenswachstum und Engagement gefehlt. Nach einem Jahr wechselte ich die Abteilung.

Folgende Dinge kann ich leider nicht aus dem Zeugnis erkennen:

- Gesamtbild, Gesamtnote. Meine Einschätzung ist, dass Zeugnis rund um Note 2 ist. Gut zu wissen wäre – 2+ oder 2-? Denn das macht einen großen Unterschied für meine weitere Berufslaufbahn. Ich wäre leicht enttäuscht, von mir selbst ebenso, wenn das Zwischenzeugnis einen 2- Eindruck vermittelt
Fachwissen ist m.E. „gut" bewertet. Dafür kann ich nicht verstehen, wie meine persönliche Eigenschaften, Leistungsbereitschaft und Arbeitsweise beurteilt sind. Im Allgemeinen spricht man an vielen Stellen positiv darüber. Allerdings habe ich das Gefühl, dass gewisses Etwas fehlt, bzw. auf eine übertriebene Art beschrieben ist. Ich habe insofern ein paar Kommentare hinterlassen

Größten Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
B

------------------------------------------
Herr XXX, geboren am X.X.19xx, trat am 15. Februar 2010 als XXX in die Abteilung XXX in unser Unternehmen ein.

Die XXX ist das führende Unternehmen in Deutschland für XXX…

Das Aufgabengebiet von Herrn XXX umfasst im Wesentlichen folgende Tätigkeiten:

- XXX
- XXX
- XXX

Herr XXX ist ein Mitarbeiter mit guten fachlichen Kompetenzen. Er setzt diese gut ein und erledigt termingerecht, sorgfältig und mit gutem Erfolg die übertragenen Aufgaben. Herr XXX koordiniert, plant und strukturiert Arbeitsabläufe effizient und richtet alle Entscheidungen konsequent nach Ertrags- sowie nach Kosten-Nutzen—Gesichtspunkten aus. Herr XXX handelt ergebnisorientiert und verarbeitet Informationen effizient. Er hat häufig neue, nutzbringende ldeen und ist stets offen für neue Arbeitsmethoden. Er denkt übergreifend, erkennt Gesamtzusammenhänge und geht dabei stets verantwortungsvoll mit den vorhandenen Ressourcen um.

Herr XXX ist stets hoch motiviert und verfolgt sehr konsequent die gesetzten Ziele. Er ist ein ehrgeiziger Mitarbeiter, der in hohem Maße eigeninitiativ‚ äußerst selbständig und mit großem Engagement handelt. Er ist in der Lage bei jedweder Belastung zielgerichtet, gelassen und souverän mit hoher Leistungsfähigkeit zu arbeiten. Herr XXX ist selbstreflektierend, verfügt über eine hohe Lernbereitschaft, sieht in Veränderungen Chancen und gestaltet diese aktiv mit. Er ist auch bereit, sich und andere Mitarbeiter zu integrieren und die Zusammenarbeit positiv zu gestalten. Dabei argumentiert Herr XXX klar und verständlich; er besitzt eine gute Durchsetzungsfähigkeit. Herr XXX stellt die Bedürfnisse interner und externer Kunden in den Mittelpunkt und stimmt sein Handeln darauf ab. Er identifiziert sich mit dem Unternehmen und verfolgt aktiv das Erreichen der
Unternehmensziele.

Auf Grund seiner Loyalität und Kollegialität ist Herr XXX sowohl bei Vorgesetzten und Mitarbeitern gleichermaßen anerkannt. Wir kennen Herrn XXX als einen Mitarbeiter, der in allen Arbeitsbereichen kompetent und stets zu unserer vollen Zufriedenheit tätig ist.

Dieses Zeugnis erstellen wir auf Grund eines Abteilungswechsels auf Wunsch von Herrn XXX. Wir freuen uns auf die weiterhin gute Zusammenarbeit.

Beratung iS Zwischenzeugnis 11-12


Sehr geehrte Fragestellerin/sehr geehrter Fragesteller,

Ihre am 06.09.2011 gestellte Frage
Zwischenzeugnis Leistungsbeurteilung und Arbeitsweise überprüfen
Rechtsgebiet: Arbeitsrecht | Einsatz: € 35,00 |
beantworte ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und nach den mir vorliegenden Informationen wie folgt :

Ich teile Ihre Einschätzung, dass das Zeugnis rund um Note 2 ist. Es ist eher eine „2+" als eine „2-„

Insbes. Ihre Arbeitsweise wird wie folgt beurteilt:

„erledigt (…) mit gutem Erfolg die übertragenen Aufgaben"

Weiter unten heißt es dann auch ausdrücklich:

„in allen Arbeitsbereichen kompetent und stets zu unserer VOLLEN Zufriedenheit tätig ist."

„stets verantwortungsvoll"

Dies ist die Beurteilung eher einer „guten" als einer gen „befriedigend" tendierenden Leistung.



Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben.


Ich weise abschließend darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.
Letztlich weise ich darauf hin, dass der Umfang meiner Beratung ebenfalls durch die zwingenden gesetzlichen Vorgaben des § 4 RVG begrenzt ist.

Mit freundlichen Grüßen

Aljoscha Winkelmann (Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 23.01.2012 | 16:56

Sehr geehrter Herr Winkelmann,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Leider haben Sie nur die "hälfte" meiner Frage beantwortet. Die einfache "Endnote" "stets zu unserer VOLLEN Zufriedenheit" kann man auch mit ungeübten Auge lesen. Das habe ich auch in meiner Anfrage erwähnt. Ihre fachspezifische Kenntnisse habe ich ehe unmittelbar für die Festellung der "negativen" Tonation in der Zwischenzeugnis gebraucht - konkret innerhalb meiner Frage erwähnt - welche Aspekte sind negativ bewertet?

Ich kann genre Ihnen ein paar beispiele aus meiner persönlichen Analyse aufzählen:
- Erster Satz ist für mich eindeutig negativ. Hier fehlt die Erwähnung von „weiteren, nicht nur
fachlichen" Kompetenzen. Z.B sowie
persönlichen Stärken. Oder auch stärkere Betonung auf die Kompetenzen - z.B. "fundierten und vielseitigen Fachkenntnisse"
- "Er hat häufig neue, nutzbringende ldeen" - Was heißt häufig – nicht immer?
- "in hohem Maße eigeninitiativ‚ äußerst selbständig" - klingt wie ein teamunfähiger Draufgänger
- Er ist auch bereit, sich und andere Mitarbeiter zu integrieren und die Zusammenarbeit positiv zu gestalten - Ist es im Bezug auf die Teamarbeit? sehr schwach

Es waren nur ein paar Beispiele die mir sofort aufgefallen sind. Somit sehe ich darin ehe eine 2- Note als eine 2+.

Können Sie mir bitte im Bezug auf die "negativen" Aspekte mit ein paar konkreteren Aussagen weiterhelfen?

Vielen Dank Ihnen im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
R

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.01.2012 | 13:51

Beratung iS Zwischenzeugnis 11-12

ERGÄNZUNG Nr. 2

Sehr geehrte Fragestellerin/sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage geschrieben am 23.01.2012 16:56:24 bez.
Zwischenzeugnis Leistungsbeurteilung und Arbeitsweise überprüfen
beantworte ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und nach den mir vorliegenden Informationen wie folgt :

Bez. der "negativen" Tonation bzw. Doppelbödigen Zeugnisformulierungen/Geheimcodes.

Typische in der Rechtsprechung behandelte Beispiele sind:


Formulierung --> Bedeutung

Er hat alle Arbeiten ordnungsgemäß erledigt. --> Er ist ein Bürokrat, der keine Eigeninitiative entwickelt.

Sie hat alle Aufgaben mit der ihr eigenen Art und Sorgfalt erledigt. --> Sie hat umständlich, ineffektiv gearbeitet und dabei zudem noch geringe Sorgfalt an den Tag gelegt.

Wegen ihrer Pünktlichkeit war sie stets ein gutes Vorbild. --> Ihre Leistungen lagen weit unter dem Durchschnitt, sie war in jeder Hinsicht eine Niete.

Sie bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden. --> Sie hat auf der ganzen Linie versagt.

Er ist ein eifriger Mitarbeiter, welcher die ihm gemäßen Aufgaben schnell und sicher erledigt.
--> Er hat sich stets bemüht, die anspruchsarmen Aufgaben zu bewältigen.


Er hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt. --> Er hat getan, was er konnte, aber viel ist dabei nicht herausgekommen.

Alle Arbeiten ... erledigte sie mit großem Fleiß. --> Sie war eifrig, aber nicht besonders tüchtig.

Gerne bestätigen wir, dass er sich mit Fleiß und Ehrlichkeit seiner Arbeit widmete. --> Leider fehlte ihm jegliche fachliche Qualifikation.

Er war immer mit Interesse bei der Sache. --.> Er hat sich angestrengt, aber nichts geleistet.
Sie war Neuem gegenüber stets sehr aufgeschlossen. --> Sie hat es nicht geschafft, das Ganze dann auch in die Praxis umzusetzen.

Er zeigte Verständnis für die anfallenden Arbeiten. --> Er hatte keinen eigenen Antrieb, sondern war faul und hat nichts geleistet.

Sie hat ihre Aufgaben in der heutzutage üblichen Art und Weise erledigt. --> Sie zeigte eine geringe Arbeitsmoral und fehlte häufig krankheitsbedingt.

Sie war stets bestrebt, ihren Aufgaben gerecht zu werden. --> Sie hat sich stets sehr bemüht, war aber erfolglos.

Er widmete sich seinen Aufgaben mit besonderer Neigung. --> Er verzettelt sich und wird mit der Arbeit nicht fertig.

Sie verstand es hervorragend, ihre Aufgaben zu delegieren. --> Statt sie selbst zu erledigen, hat diese Nicht-Führungskraft die Arbeiten weitergeschoben.

Er hat die Aufgaben zu seinem und im Firmeninteresse gelöst. --> Er ist wegen Unkorrektheiten aufgefallen.

Er hat nie Anlass zu Klagen gegeben. --> Allerdings gab er auch nie Anlass zu Lob.

Sie war als umgängliche Mitarbeiterin bekannt. --> Sie ging vielen Mitarbeitern mit ihrer Art auf die Nerven.

Sie war sehr tüchtig und in der Lage, ihre eigene Meinung zu vertreten. --> Sie hat eine hohe Meinung von sich und vermag hiervon ausgehend sachliche Kritik nicht zu akzeptieren.

Er verfügt über Fachwissen und hat ein gesundes Selbstvertrauen. --> Er klopft große Sprüche, um mangelndes Fachwissen zu überspielen.

Mit seinen Vorgesetzten ist er gut zurechtgekommen.--> Er ist ein Mitläufer, der sich gut anpasst.

Sein Verhalten zu den Mitarbeitern war stets einwandfrei.--> Sein Verhalten zu den Vorgesetzten war dies wohl nicht.

Er war sehr tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen.--> Er war ein unangenehmer Zeitgenosse und Wichtigtuer, dem es an Kooperationsbereitschaft fehlte.

Sie ist eine anspruchsvolle und kritische Mitarbeiterin.--> Sie war eigensüchtig, pocht anderen gegenüber auf ihre Rechte und nörgelt gerne.

Wir lernten sie als umgängliche Kollegin kennen. --> Viele Mitarbeitern sahen sie lieber von hinten als von vorn.

Im Kollegenkreis galt er als toleranter Mitarbeiter.--> Für Vorgesetzte war er ein schwerer Brocken.

Sein Verhalten zu Vorgesetzten und Arbeitskollegen war ohne Tadel. Sein Verhalten gegenüber den genannten Personenkreisen war aber auch ohne Lob.
Durch seine Geselligkeit trug er stets zur Verbesserung des Betriebsklimas bei.--> Er neigt zu übertriebenem Alkoholgenuss.

Für die Belange der Belegschaft bewies sie/er stets Einfühlungsvermögen.--> Sie/er sucht Sexkontakte bei Betriebsangehörigen.

Für die Belange der Belegschaft bewies sie/er ein umfassendes Einfühlungsvermögen.--> Gilt als Hinweis für lesbisches bzw. homosexuelles Verhalten.

Durch ihr aufgeschlossenes, freundliches Wesen fand sie sehr leicht Kontakt und hatte aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft ein gutes Verhältnis zu ihren Kollegen. --> Sie suchte und fand schnell sexuellen Kontakt mit anderen Betriebsangehörigen.

Er trat innerhalb und außerhalb unseres Unternehmens engagiert für die Interessen der Arbeitnehmer ein. --> Er hat im Betriebsrat mitgearbeitet und an Streiks teilgenommen.

[ALLES zitiert nach: Berscheid/Kunz/Brand/Nebeling, Fachanwaltshandbuch Arbeitsrecht, 3. Auflage 2010 / a) Zeugnissprache und "Verschlüsselungen" Rn 2275]


Sollten Sie in Ihrem Zwischenzeugnis derartige Verschlüsselungen finden, hätten Sie einen Anspruch auf Streichung (s. dazu LAG Hamm v. 28.3.2000, BB 2000, 2578 [LAG Hamm 28.03.2000 - 4 Sa 648/99]; LAG Hamm v. 17.12.1998, BB 2000, 1090)

Ich persönlich sehe derartiges NICHT. Ihnen steht jedoch die Möglichkeit offen, dies durch einen Fachanwalt vor Ort überprüfen zu lassen.

ICH kann Ihnen bereits folgendes mit auf den Weg geben bez. der Bewertung Ihrer Eigenschaften, Leistungsbereitschaft und Arbeitsweise:

1. Bez. d 1. Satzes:
Dieser ist für SIE eindeutig negativ. Hier könnte wirklich die Erwähnung von „weiteren", also nicht nur fachlichen", Kompetenzen fehlen. Bitten Sie Ihren Arbeitgeber doch darum, dies zu ergänzen. In welcher Hinsicht Ihre Kompetenzen lückenhaft sind, müßten Sie (vor Gereicht ohnehin) darlegen. Dies kann ich nicht beurteilten.
Wenn Ihr Arbeitgeber Ergänzungen NICHT vornimmt, kann dies deshalb erfolgen, da er nur Ihre " fachlichen" Kompetenzen für erwähnenswert hält.

2 Ebenfalls können Sie auf eine Ergänzung bzw. einer stärkeren Betonung Ihrer "fundierten und vielseitigen Fachkenntnisse" drangen. Sollte er die dahingehende Ergänzung verweigern, gilt das unter 1. gesagte. Dies kann ich nicht beurteilten.

BEACHTEN SIE BITTE:
Ein Zeugnis muss wohlwollend sein, um Ihnen den ferneren Lebens- und Arbeitsweg nicht zu erschweren (vgl. BAG v. 8.2.1972, AP Nr. 7 zu § 630 BGB = EzA § 630 BGB Nr. 2). Es soll andererseits einem Dritten, der die Einstellung des Zeugnisinhabers erwägt, zur Unterrichtung dienen. ABER: Seine Belange sind aber gefährdet, wenn der Arbeitnehmer überbewertet wird. Das Zeugnis muss daher WAHR sein (vgl. BAG v. 5.8.1976, AP Nr. 10 zu § 630 BGB). Bei allem Wohlwollen in einem Zeugnis darf nichts Unwahres geschrieben werden. Der Arbeitnehmer darf also nicht "weggelobt" werden (Berscheid/Kunz/Brand/Nebeling, Fachanwaltshandbuch Arbeitsrecht, 3. Auflage 2010 / a) Zeugnissprache und "Verschlüsselungen" Rn 2279]

Wenn also Ihre Fachkenntnisse nicht fundiert und vielseitig sein sollten, darf der Arbeitgeber dies auch nicht schreiben.

3. Gleiches gilt bez.
- "Er hat häufig neue, nutzbringende ldeen"

Evtl. haben Sie NICHT IMMER Nutz bringenden Ideen gehabt. Dies kann ich nicht beurteilten.

Sollte 1.-3. aber nicht so sein, d.h. haben Sie eigentlich diese weiteren Fähigkeiten, haben Sie aus dem sog. allgemeine Fürsorgepflicht des Arbeitgeber einen Anspruch auf Berichtigung bzw. Ergänzung des Zeugnisses (vgl. LAG Hamm v. 13.2.1992, LAGE § 630 BGB Nr. 16).

Wie ausgeführt:
Da Sie meinen, dass etwas fehlt merken Sie dies ggüb. Ihrem Arbeitgeber an und bitten ihn um Ergänzungen!

4. "in hohem Maße eigeninitiativ‚ äußerst selbständig" - klingt für mich NICHT wie „teamunfähiger Draufgänger"
5. Auch sehe ich nicht, dass Ihre Teamarbeit als sehr schwach beurteilt worden ist.


Abschließend:
Es ist erneut zu beachten, dass Einzeldeutungen der nachstehenden Art häufig den Gesamtzusammenhang des Zeugnisses vernachlässigen. Im Gesamtzusammenhang sehe ich, insb. unter Zugrundelegung der Endbewertung, nach wie vor die Beurteilung zumindest als eine 2 an.

Aufgaben „stets zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt" bescheinigt eine gute Leistung (vgl. auch BeckOK TV-L § 35/4. Zeugnissprache, Rn 17 – 20).

Ihnen steht es jedoch selbstverständlich frei, dies von einem Fachanwalt überprüfen zu lassen.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ergänzungen einen weiteren (letzte) Überblick verschafft zu haben.


Ich weise abschließend darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.
Letztlich weise ich darauf hin, dass der Umfang meiner Beratung ebenfalls durch die zwingenden gesetzlichen Vorgaben des § 4 RVG begrenzt ist.

Mit freundlichen Grüßen

Aljoscha Winkelmann (Rechtsanwalt)

Ergänzung vom Anwalt 18.01.2012 | 17:02

Beratung iS Zwischenzeugnis 11-12

ERGÄNZUNG

Sehr geehrte Fragestellerin/sehr geehrter Fragesteller,

Ihre am 18.01.2012 gestellte Frage
Zwischenzeugnis Leistungsbeurteilung und Arbeitsweise überprüfen
Rechtsgebiet: Arbeitsrecht | Einsatz: € 35,00 |
ergänze ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und nach den mir vorliegenden Informationen wie folgt :

Vorab möchte ich mich dahingehend korrigieren, dass Ihre Frage natürlich am 18.01.2012 und nicht am 06.09.2011 gestellt worden ist.

Es ist weiter zu beachten, dass Einzeldeutungen der nachstehenden Art allerdings vielfach den Gesamtzusammenhang des Zeugnisses vernachlässigen.

Im Gesamtzusammenhang würde ich die Beurteilung als eine 2 mit Tendenz zu 2+ ansehen.

Die Formulierung "vollste" Zufriedenheit ist nur für überdurchschnittliche, sehr gute Leistungen verbreitet und üblich (vgl. Küchle-Hessel, Zeugnismuster für die betriebliche Praxis, S. 11).

In Ihrem Zeugnis heißt es:

„in allen Arbeitsbereichen kompetent und stets zu unserer VOLLEN Zufriedenheit tätig ist." Dies wird weiter unten durch das Wort „stets" noch verstärkt.

Dies ist die Beurteilung somit keiner „sehr" guten, wohl aber eine „guten" Leistung.

Dies wird auch durch die Formulierung hinsichtlich der Leistungsbeurteilung manifestiert:

„Er ist in der Lage bei jedweder Belastung zielgerichtet, gelassen und souverän mit hoher Leistungsfähigkeit zu arbeiten."

Auch zeigt dies die Formulierung hinsichtlich Ihrer Arbeitsweise:
„Herr XXX ist selbstreflektierend, verfügt über eine hohe Lernbereitschaft, sieht in Veränderungen Chancen und gestaltet diese aktiv mit. Er ist auch bereit, sich und andere Mitarbeiter zu integrieren und die Zusammenarbeit positiv zu gestalten. Dabei argumentiert Herr XXX klar und verständlich; er besitzt eine gute Durchsetzungsfähigkeit. Herr XXX stellt die Bedürfnisse interner und externer Kunden in den Mittelpunkt und stimmt sein Handeln darauf ab. Er identifiziert sich mit dem Unternehmen und verfolgt aktiv das Erreichen der
Unternehmensziele."

In
Berscheid/Kunz/Brand/Nebeling, Fachanwaltshandbuch Arbeitsrecht, 3. Auflage 2010
b) Zusammenfassende Beurteilungen und Notenskalen – Rn 2298

heißt es unter:
„Notenskala 1 - Zusammenfassende Zufriedenheitsaussage"

„Er/Sie hat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben"

-„stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt"

=sehr gute Leistungen

- „stets (und) zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt"
(wie bei der Formulierung in Ihrem Zeugnis (s.o.)
= gute Leistung


Ich hoffe Ihnen mit meinen Ergänzungen einen weiteren Überblick verschafft zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Aljoscha Winkelmann (Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 24.01.2012 | 17:51

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 24.01.2012 3,8/5,0
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