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Zwischenzeugnis, Umformulierung, Korrektur

| 02.08.2013 13:37 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

wie bereits in der Überschrift genannt, benötige ich Hilfe, um von meinem Arbeitgeber eine Umformulierung des Zwischenzeugnisses zu erwirken. Dieses habe ich aufgrund eines Gesellschafterwechsels angefordert. Ich bin bereits seit meiner Ausbildung vor 23 Jahren in der Firma und habe daher bisher kein Zeugnis erhalten.

Da durch den Gesellschafterwechsel nicht sicher ist, wie es mit der Firma weiter geht, habe ich beschlossen ein Zwischenzeugnis anzufordern. Die Bewertungen im Zeugnis sind überwiegend "gut", teilweise "sehr gut" ausgefallen, lediglich in einigen wenigen Punkten "befriedigend" – beim Decodieren der Zeugnissprache hatte ich Hilfe von einem befreundeten Personaler, hier liegt nicht das Problem.

Insgesamt gefällt mir das Zwischenzeugnis gut, beginnend mit meiner Ausbildung als Werkzeugmacher vor 23 Jahren über verschiedene Stationen bis hin zum mitarbeitenden Schichtführer seit 8 Jahren bis Ende 2012. Bedingt durch verschiedene Umstände (längere Krankheit, Gesellschafterwechsel, mobbender Betriebsleiter, der schon zig langjährige Mitarbeiter dazu gebracht hat selbst zu kündigen und sich einen neuen Job zu suchen) hat man mich seit Januar 2013 im Rahmen des im Arbeitsvertrag in § 1 genannten Direktionsrechts "nur noch" als Anlagenbediener eingesetzt – allerdings ohne meinen bestehenden Arbeitsvertrag als mitarbeitender Schichtleiter zu ändern.

Leider ist die Beschreibung dieses letzten Arbeitsplatzes im Vergleich zum gesamten anderen Teil des Zeugnisses, der immerhin 22,5 Jahre beschreibt, so "nüchtern" und kurz formuliert, dass man beim Durchlesen unweigerlich stutzt und sich die Frage aufdrängt, was um Himmels willen ich mir geleistet haben muss, dass ich so "runtergestuft" wurde.

Wo die vorherigen Arbeitsplatzbeschreibungen noch detailreich mit Tätigkeitslisten waren, lautet besagter Absatz wie folgt:

"Seit Januar 2013 wird …......................... als Anlagenführer an einer automatisch verketteten Anlage eingesetzt. Seine Arbeitsinhalte sind u. a. das Beherrschen der Maschinen – und Anlagenprozesse, die manuelle Entnahme von Bauteilen verschiedener Formen und Abmessungen sowie die visuelle Kontrolle gem. den Vorgaben der Prüf- und Prozessregelkarten."

Hier nun meine Fragen:

1. Besteht die Chance den Absatz ändern zu lassen, so dass er entgegen dem deutlich größeren guten Zeugnisteil nicht so extrem abfällt und dadurch meines Erachtens nach die Durchschnittsnote des gesamten Zeugnisses sehr verschlechtert? Falls ja, hätten Sie Vorschläge zur Umformulierung? Wie o. a. klingt der Absatz eher nach Hilfsarbeitertätigkeit.

Oder gibt es gar die Möglichkeit den Absatz komplett streichen zu lassen, weil ja der Arbeitsvertrag nicht geändert wurde? Man könnte ja vielleicht die Aufgaben in die Tätigkeitsliste des "mitarbeitenden Schichtführers" aufnehmen. MITARBEITENDER Schichtführer heißt ja, dass er auch Maschinen bedient, sonst wäre er ja richtiger "Schichtführer".

Mit welcher rechtlichen Begründung (z. B. Nennung des/der Paragraphen, Grundsatz des Wohlwollens, o. ä.) kann ich die Änderung ggü. meinem Arbeitgeber verlangen?

2. Wie eingangs gesagt, hatte ich das Zeugnis aufgrund des Gesellschafterwechsels beantragt und wollte die Formulierung auch so – als plausible Begründung für eventuelle zukünftige Bewerbungen – im Zeugnis haben. Leider wurde aber lediglich "Dieses Zwischenzeugnis wurde auf Wunsch von …......................... erstellt." übernommen. Kann ich die Aufnahme der Formulierung verlangen? Und falls ja, mit welcher rechtlichen Begründung?

3. Zuletzt würde ich gerne noch einige wenige Passivformulierungen wie z. B. "wurde ausgebildet, wurde eingesetzt, wurde beschäftigt" in Aktivformulierungen ändern lassen: absolvierte die Ausbildung, arbeitete als, war tätig als. Auch hier benötige ich eine stichhaltige Begründung für meinen Arbeitgeber.

Sollten Sie zur genaueren Beurteilung des Sachverhaltes das ganze Zeugnis benötigen, lassen Sie es mich bitte wissen. Auch für anderweitige Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Bereits jetzt vielen Dank für Ihre hilfreiche und juristisch untermauerte Antwort.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:


Sie haben Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis, welches Ihre Tägigkeit möglichst genau umschreibt. Auf ganz bestimmte Formulierungen haben Sie dagegen
keinen Anspruch.
Da Sie, warum auch immer, seit 2013 als Anlagenführer arbeiten, ist der AG berechtigt, dies auch so zu erwähnen. Eine Streichung kommt leider nicht in Betracht. Ich kann nicht beurteilen, ob die Beschreibung vollständig und richtig ist. Wenn hier wesentliche Aspekte fehlen, können Sie Ergänzung verlangen.


Es kommt nicht auf den Arbeitsvertrag an, sondern auf das, was Sie praktisch gemacht haben. Daher wäre hier allenfalls eine Ergänzung denkbar.

Konkrete Formulierungen sind ohne genaue Kenntnis Ihrer Tätigkeit nicht möglich, dies sollten Sie selbst vornehmen.


Warum Sie ein Zeugnis wollen ist rein intern und muss nicht angegeben werden. Mehr als die von Ihrem AG gewählte Formulierung können Sie nicht verlangen, Ihr Motiv muss der AG nicht angegeben.



Das Zeugnis unterliegt bei der Wortwahl und Sprache einem Ermessen des AG. Sie können Wünsche oder Vorschläge äußern haben aber auf einen bestimmten Ausdruck keinen Anspruch. Man muss aber immer den Gesamteindruck prüfen, der sich für den Leser ergibt. Große Aussichten sehe ich leider nicht.

Gerne können Sie mir per Mail das gesamte Zeugnis zuleiten, damit ich meine Antwort bei Bedarf ergänzen kann. Ohne Kenntnis des gesamte Textes ist es immer schwer eine endgültige Einschätzung abzugeben.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 06.08.2013 | 11:13

Sehr geehrter Herr Wöhler,

am 02.08.13 habe ich Ihnen mein Zeugnis an die angegebene Emailadresse als PDF-Datei gesendet. Leider habe ich seit dem nichts mehr von Ihnen gehört...

Haben Sie die Email erhalten?

Mit freundlichenen Grüßen

T. H.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.08.2013 | 14:52

Sehr geehrter Fragesteller,

leider kann ich erst heute auf Ihr Anliegen zurückkommen und bitte insoweit um Nachsicht.

Ich danke für die Übersendung des Textes. Ich kann leider keine zusätzlichen Ansätze ausmachen. Wenn die Tätigkeit des Anlagenführers sich von der vorherigen Tätigkeit unterscheidet, dann ist der AG berechtigt den Wechsel der Tätigkeit im Zeugnis zu erwähnen. Auch die Gründe der Erteilung des Zeugnisses sind ausreichend genannt, ebenso, dass das Arbeitsverhältnis ungekündigt fortbesteht.

Was die Passivformulierungen angeht, könnte man in der Tat etwas mehr das Aktiv einsetzen. Dies ist sicher grenzwertig, hier sollten Sie aber den AG bitten die Tätigkeitsbeschreibung auch im Aktiv zu formulieren. Es sollte also heißen: "war als...tätig, oder arbeitete als.......". Bei den anderen Punkten sehe ich leider wenig Ansätze.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeits- und Familienrecht

Bewertung des Fragestellers 17.08.2013 | 12:07

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