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Zweitwohnsitz und Arbeitsfahrten


28.01.2007 22:28 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



Guten Tag,

wäre schön wenn Sie mir bei folgendem Problem weiter helfen könnten.

Seit 2 Jahren führe ich mit meinem Freund eine Wochenendbeziehung. Ich wohne in Wernigerode (Arbeitsstätte 18km entfernt) in einer 3 Raum Wohnung im Haus meiner Großeltern (kostenlos), mein Freund in Halle auch in einer 3 Raum Wohnung zur Miete (ich stehe nicht mit im Mietvertrag). Dazwischen liegen 150km. Nach Halle kann ich nicht ziehen, da ich dort zur Zeit keinen Job bekomme und die tägliche Fahrt zur Arbeit einfach zu lang wäre.
Jedes Wochenende und ca. ein- bis zweimal die Woche fahre ich zu meinem Freund nach Halle in unsere sogenannte "gemeinsame Wohnung". Wo sich auch unser gemeinsames Leben abspielt.

Nun meine Frage. Meinen Zweitwohnsitz möchte ich in Halle anmelden. Kann ich dadurch auch die Fahrten in der Woche über aus von Halle zu meiner Arbeit von der Steuer absetzen? Oder muß ich dafür meinen Erstwohnsitz nach Halle und meinen Zweitwohnsitz nach Wernigerode verlegen?

Vielen Dank!

Robert Just
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben unter Berücksichtigung des ausgelobten Einsatzes gerne beantworten möchte.

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Als Ausgangspunkt für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte kommt grundsätzlich jede Wohnung des Arbeitnehmers in Betracht, die er regelmäßig zur Übernachtung nutzt und von der aus er seine Arbeitsstätte aufsucht.

Hat ein Arbeitnehmer mehrere Wohnungen, so können die Fahrten von und zu der von der Arbeitsstätte weiter entfernt liegenden Wohnung nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 6 EStG nur dann berücksichtigt werden, wenn sich dort der Mittelpunkt der Lebensinteressen des Arbeitnehmers befindet und sie nicht nur gelegentlich aufgesucht wird.

Bei ledigen Arbeitnehmern befindet sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen an dem Wohnort, zu dem die engen persönlichen Beziehungen bestehen. Die persönlichen Beziehungen können ihren Ausdruck besonders in Bindungen an Personen, z. B. Eltern, Verlobte, Freundes- und Bekanntenkreis, finden.

Sucht der Arbeitnehmer diese Wohnung im Durchschnitt mindestens zweimal monatlich auf, geht die Finanzverwaltung (R 42 Abs. 1 Satz 8 LStR) davon aus, dass sich dort der Mittelpunkt seiner Lebensinteressen befindet.

Diese Voraussetzung scheint bei Ihnen erfüllt zu sein, da Sie nach Ihren eigenen Angaben jedes Wochenende und ca. ein- bis zweimal die Woche zu Ihrem Freund nach Halle in die „gemeinsame Wohnung“ fahren.
Sie können also auch die Fahrten in der Woche über aus von Halle zu Ihrer Arbeitsstätte als Werbungskosten bei Ihren Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit geltend machen, ohne dafür Ihren Erstwohnsitz nach Halle verlegen zu müssen.

Für Rückfragen stehe ich im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gerne zur Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am Besten per E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net


Mit freundlichen Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

Nachfrage vom Fragesteller 30.01.2007 | 16:26

Guten Tag,
danke erstmal für die hilfreiche Antwort. Eine Nachfrage habe ich da aber noch.
Muß ich als Nachweis für das Finanzamt im Mietvertrag meines Partners eingetragen werden oder reicht die Anmeldung in Halle als Zweitwohnsitz?

Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.01.2007 | 19:32

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Als Nachweis für das Finanzamt müssen Sie nicht im Mietvertrag Ihrers Partners eingetragen sein; eine Anmeldung in Halle als Zweitwohnsitz reicht völlig aus.

Mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

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