Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zweitstudium als Werbungskosten

08.05.2009 21:21 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Schönen guten Tag,

da ich gerade bei der Erstellung der Einkommensteuererklärung 2008 für meine Ehefrau und mich bin, hätte ich gerne vorab folgende
steuerrechtliche Fragen geklärt.

Meine Ehefrau hatte bis Ende März 08 ein festes Arbeitsverhältnis als Dipl.-Pädagogin. Ab April begann Sie ein Lehramtsstudium als Zweitstudium. Zudem habe ich sie in meiner Firma für 450,00 € angestellt.

Nach eigenen Recherchen habe ich herausgefunden, das ein Zweitstudium und die damit verbunden bzw. angefallenen Kosten voll als Werbungskosten und nicht als Sonderausgaben angesetzt werden können.

Ist dieser Sachverhalt richtig und gibt es hierfür eine Quelle in der
dies schriftlich festgehalten wurde (BFH-Urteil o.ä.)?

Diesbezüglich hätte ich noch folgende Frage zu den anfallenden
Fahrtkosten. Die Studenten an der betreffenden Uni bekommen ein
Semesterticket und können hiermit kostenlos mit den öffentlichen
Verkehrsmitteln fahren. Da meine Frau aber neben Ihrem Studium
noch die Betreuung unserer Tochter übernahm sowie in meiner Firma arbeitete, wäre die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht möglich gewesen, da die Fahrtzeiten nicht mit dem Stundeplan meiner Frau übereinstimmten.

Sind die anfallenden Fahrtkosten bei den Werbungskosten absetzbar oder können diese vom Finanzamt je nach Fallentscheidung bzw. Wissen/Unkenntnis des Sacharbeiters vom Semesterticket gestrichen werden? Gibt
es hierzu evtl. auch ein BFH-Urteil?

Über eine Beantwortung meiner Fragen würde ich mich sehr freuen.

Schöne Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Frage auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes:

Ich weise darauf hin, dass hier eine erste Orientierung über die bestehende Rechtslage erfolgen kann und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt oder Steuerberater Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

1. Kosten des Zweitstudiums als Werbungskosten

Die Frage der Abgrenzung zwischen Werbungskosten und Aufwendungen, die der privaten Lebensführung zugerechnet werden, ist seit 2004 gesetzlich neu geregelt. Kosten eines Erststudiums gelten danach als Sonderausgaben und sind der Höhe nach begrenzt. Sie können nicht wie Werbungskosten im Wege eines Verlustvortrages „gesammelt“ werden und dann mit Beginn der Berufstätigkeit verwendet werden.

Unstreitig ist zur Zeit die Handhabung der Finanzverwaltung, dass ein aus beruflichen Gründen aufgenommenes Zweitstudium als Berufsfortbildung anerkannt wird, wenn bereits das Erststudium zu einem Berufsabschluss geführt hat, (R 9.2 Abs. 1 Satz 5 LStR 2008)
Die Lohnsteuerrichtlinie ist für den Sachbearbeiter beim Finanzamt verbindlich. Der BFH muss hier also gar nicht bemüht werden.

Hier das Zitat:
Lohnsteuerrichtlinie R 9.2 Aufwendungen für die Aus- und Fortbildung
(1)
Aufwendungen für den erstmaligen Erwerb von Kenntnissen, die zur Aufnahme eines Berufs befähigen, beziehungsweise für ein erstes Studium sind Kosten der Lebensführung und nur als Sonderausgaben im Rahmen von § 10 EStG abziehbar. Das gilt auch für ein berufsbegleitendes Erststudium. Werbungskosten liegen dagegen vor, wenn die erstmalige Berufsausbildung oder das Erststudium Gegenstand eines Dienstverhältnisses (Ausbildungsdienstverhältnis) ist.

Unabhängig davon, ob ein Dienstverhältnis besteht, sind die Aufwendungen für die Fortbildung in dem bereits erlernten Beruf und für die Umschulungsmaßnahmen, die einen Berufswechsel vorbereiten, als Werbungskosten abziehbar.

und hier der entscheidende Satz:

Das gilt auch für die Aufwendungen für ein weiteres Studium, wenn dieses in einem hinreichend konkreten, objektiv feststellbaren Zusammenhang mit späteren steuerpflichtigen Einnahmen aus der angestrebten beruflichen Tätigkeit steht.


Hier ist also entscheidend, dass das zweite Studium konkret auf den Beruf bezogen ist und auf dem ersten Abschluss aufbaut. Dies ist offensichtlich hier der Fall.


2. Entfernungspauschale trotz Semesterticket:

Bei den Fahrtkosten ist die Entfernungspauschale gemäß § 9 EStG: Werbungskosten des EStG anzuwenden, es handelt sich um eine pauschale Regelung unabhängig von der Wahl des Transportmittels. Der Nachweis der Höhe von tatsächlichen Kosten ist nicht erforderlich.

Es gibt meines Wissens noch keine BFH Rechtsprechung dazu.


Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 81030 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke für die schnelle Info ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr freundlich, kompetent, hilfreich ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Eine schnelle, präzise und unmissverständliche Antwort – vielen Dank! ...
FRAGESTELLER