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Zweite Staatsbürgerschaft

| 25.05.2018 13:59 |
Preis: 25,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,
Folgender Fall: Ich wurde 1991 als Kind einer Deutschen und eines Kanadiers in Deutschland geboren. Mein Leben lang hatte ich bisher nur die dt. Staatsbürgerschaft. Nach kanadischem Recht, steht mir allerdings auch die Kanadische zu, da mein Vater dort geboren und ich direkt von ihm abstamme.
Ich würde nun gerne diese Kanadische Staatsbürgerschaft, welche mir theoretisch seit meiner Geburt zustand annehmen.
Nun die Fragen: Ist dies nach dt. Recht legal? Falls ja, muss ich, wenn ich diese zugesprochen bekomme, mich auf dem Standesamt in DE diese eintragen lassen? Die Kanadischen Behörden würden mir die Möglichkeit eröffnen, im gleichen Zug den Nachnamen meines Vaters anzunehmen (derzeit in DE habe ich den meiner Mutter). Wäre dies legal in den zwei Pässen jeweils zwei Namen zu haben?

Vielen Dank für Ihre Antwort!
25.05.2018 | 18:18

Antwort

von


(98)
1104 Crawford House, 70 Queen's Road Central
00 Hong Kong
Tel: 016096631245
Web: http://www.greenawalt.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten möchte:

Vorbemerkung
Ihre Frage betrifft deutsches und kanadisches Recht. Als deutscher Rechtsanwalt darf ich Ihnen hier verbindlich nur die deutsche Rechtslage erläutern, werde aber einige zusätzliche Hinweise zur kanadischen Seite geben.

1. Annahme der kanadischen Staatsbürgerschaft
Ja, das ist grundsätzlich möglich, Sie müssen aber auf einige Details achten. Insbesondere kommt es darauf an, ob Sie nach kanadischem Recht bereits seit Geburt Kanadier sind (in diesem Fall würden Sie nur den Pass beantragen) oder ob Sie erst durch einen Willensakt Kanadier werden:

Sie sind nach deutschem Recht aufgrund Ihrer Abstammung Deutscher. Die deutsche Staatsangehörigkeit haben Sie durch Ihre deutsche Mutter gem. § 4 Abs. 1 S. 1 StAG bei der Geburt erworben.

Ein Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft könnte nun durch formelle Annahme der kanadischen Staatsbürgerschaft gem. § 17 Abs. 1 Nr. 2 StAG (Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit) erfolgen.

Dies gilt nach § 25 StAG dann, wenn der Erwerb aufgrund Ihres Antrags erfolgt.

Mit anderen Worten: Sie müssen mit den kanadischen Behörden klären, ob Sie bereits seit Geburt die kanadische Staatsangehörigkeit besitzen (dann erfolgt kein Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit) oder ob Sie lediglich ein Recht haben, Kanadier zu werden. In letzterem Fall müssten Sie in Deutschland eine sog. Beibehaltungsgenehmigung nach § 25 Abs. 2 StAG beantragen, die in Ihrem Fall jedoch kein Problem sein sollte.

Unter folgender Website finden Sie einige Hinweise zur Frage, ob Sie bereits Kanadier sind:

https://www.canada.ca/en/immigration-refugees-citizenship/services/canadian-citizenship/become-canadian-citizen/eligibility/already-citizen.html

Dort ist auch ein Link zu einem detaillierten Fragebogen, der Ihnen helfen könnte:

https://na1se.voxco.com/SE/56/amicanadiansuisjecanadien/?lang=en&tui=auto

In jedem Fall können Ihnen die kanadischen Behörden hierzu eine verbindliche Auskunft geben.

Eine Registrierung Ihrer zweiten Staatsbürgerschaft beim Einwohnermeldeamt ist möglich, meistens wird zudem bei der Anmeldung danach gefragt (vgl. § 3 BMG). Theoretisch müssen Sie dort auf Nachfrage die Wahrheit sagen, ein Verschweigen der zweiten Staatsangehörigkeit kann u.U. eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Praktisch habe ich allerdings noch keinen Fall erlebt, bei dem das eine Rolle gespielt hat. Einerseits haben deutsche Behörden grds. keinen Einblick in weitere Staatsbürgerschaften und i.d.R. auch kein Interesse an dieser Information. Andererseits bestehen anders als bei den USA (z.B. wegen FATCA) meines Wissens keine Meldepflichten für Adressen, Bankkonten etc. von kanadischen Staatsbürgern im Ausland an die kanadischen Behörden.

2. Verschiedene Namen
Theoretisch ist das möglich, allerdings halte ich es für keine gute Idee.

Der Name richtet sich nach den jeweiligen nationalen Gesetzen. Die Gesetze gehen dabei stets davon aus, dass eine Person (auch bei mehreren Staatsbürgerschaften) nur einen Namen haben kann. Nur dieser kann im Pass eingetragen werden.

Wenn Sie nun zwei Namen in Ihren Pässen haben, ist technisch gesehen einer davon falsch. Wenn Sie beispielsweise von Deutschland nach Kanada fliegen und beim Abflug Ihren deutschen Pass, bei der Ankunft Ihren kanadischen Pass vorlegen, werden Sie aller Voraussicht nach Probleme bekommen.

Ich rate daher davon ab.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen,

RA Dr. Tim Greenawalt


Nachfrage vom Fragesteller 25.05.2018 | 20:41

Guten Tag Herr Greenawalt,
Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort!
Zu 1: In meinem Fall müsste ich keinen Antrag als solchen in Kanada stellen, sondern lasse nur prüfen, ob ich nicht bereits die ganze Zeit bereits theoretisch Kanadier war (proof of citizenship).
Dementsprechend wäre dies ja dann kein Willensakt, und somit eigentlich kein Problem mit den dt. Behörden, korrekt?
Solange ich nicht explizit vom Amt gefragt werde, werde ich dann dementsprechend nichts angeben.
Zu 2: Meinen Namen werde ich dann nicht ändern, darin haben Sie mich überzeugt.

Nochmals Vielen Dank für die Antwort!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.05.2018 | 07:23

Sehr geehrter Fragesteller,

haben Sie vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne beantworte:

In der Tat, in diesem Fall sollte es keine Schwierigkeiten geben, da Sie rechtlich gesehen keine weitere Staatsbürgerschaft annehmen sondern diese bereits besitzen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen,

RA Dr. Tim Greenawalt

Bewertung des Fragestellers 25.05.2018 | 21:01

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