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Zweimal gleiche Autoreparatur

22.01.2008 21:54 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Ich musste heute mein Auto reparieren lassen, weil der Bremssattel rechts vorne schwergängig geworden war, was dauerndes Bremsen zur Folge hatte. Ein Austausch dieses Bremssattels, der Scheiben rechts und links sowie Bremsbeläge und Arbeit kam auf ca. 800 €.
Wegen genau der gleichen Symptomatik habe ich das Auto vor gut einem Jahr, am 17.1.07, in meiner Stammwerkstatt ebenfalls reparieren lassen. Damals wurde der Bremssattel aber nicht ausgetauscht, sondern gängig gemacht (sonst aber ähnlicher Aufwand), was der Chef der heutigen Werkstatt für ein unsachgemäßes Vorgehen hielt.
Meine Stammwerkstatt aufzusuchen kam nicht in Frage, da sie mehr als 100 km entfernt ist und sofort repariert werden musste.
Habe ich hier gegen meine Stammwerkstatt Ansprüche oder bin ich auf Entgegenkommen angewiesen ?

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n). Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum eine persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, sondern vor allem dafür angedacht ist, eine erste rechtliche Einschätzung zu ermöglichen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens völlig anders ausfallen.

Dies vorausgeschickt beantworte ich Ihre Frage weiter wie folgt:

Gibt ein Kunde ein Fahrzeug zur Reparatur, kommt üblicherweise ein sogenannter Werkvertrag zustande.

Ein „Werk“ ist nach im folgenden nachlesbaren <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__633.html" target="_blank"> § 633 Abs. 2 BGB </a> frei von Sachmängeln, wenn es die vereinbarte Beschaffenheit hat. Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist das Werk frei von Sachmängeln, wenn es sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte, sonst für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Werken der gleichen Art üblich ist und die der Besteller nach der Art des Werks erwarten kann.

Angenommen die Reparatur des schwergängigen Bremssattels war nicht frei von Sachmängeln, also mangelhaft, so kommen zu Ihren Gunsten Gewährleistungsrechte nach <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://dejure.org/gesetze/BGB/634.html" target="_blank"> § 634 BGB </a> in Betracht.

Nach § 634 Nr. 2 BGB in Verbindung mit § 637 Abs. 1 BGB (vgl. Anlage) kann der Kunde wegen eines Mangels des Werkes nach erfolglosem Ablauf einer von ihm zur Nacherfüllung bestimmten angemessenen Frist den Mangel selbst beseitigen und ERSATZ der erforderlichen AUFWENDUNGEN verlangen, wenn nicht der Unternehmer die Nacherfüllung zu Recht verweigert.

Nach Ihrer Darstellung hatten Sie kaum die Möglichkeit den Mangel frühzeitig zu erkennen, noch eine Frist im oben genannten Sinne zu setzen.

Deshalb sollte zu Ihren Gunsten die Bestimmung des § 637 Abs. 2 Satz 2 BGB greifen.

Eine Fristsetzung zur „Nacherfüllung“ wäre demnach entbehrlich gewesen, wenn diese ihnen auf Grund der räumlichen Entfernung (100 km) und den sonstigen Umständen der Panne unzumutbar war.

Sie könnten aus genannten Gründen von Ihrer „Stammwerkstatt“ gemäß §§ 634 Nr. 2 i. V. m. § 637 Abs. 2 Satz 2 BGB den Ersatz der erforderlichen Aufwendungen einfordern.

Die Beantwortung der Frage, ob Sie Ihre Forderung(en) auch vor Gericht erfolgreich durchsetzen könnten, würde den Rahmen dieses Forums sprengen.

Problematisch könnte im Falle eines Rechtsstreits u. a. werden, dass Sie höchstwahrscheinlich die Beweislast für das Vorliegen eines Mangels träfe und für diesen Beweisantritt voraussichtlich ein kostspieliges Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben werden müsste.

Zumal auch die Frage, ob es Ihnen vielleicht sogar zumutbar gewesen wäre, die Stammwerkstätte trotz der großen Entfernung zu informieren, streitig werden könnte, empfehle ich schon jetzt, einen Rechtsanwalt vor Ort mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen, zu beauftragen.

Dieser wird voraussichtlich außergerichtlich die Reparaturkosten einfordern.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen.

Falls noch Unklarheiten bestehen, so können Sie selbstverständlich die kostenfreien Rückfragemöglichkeit (Button mit grünem Pfeil – unten auf dieser Seite) nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
---------------------
Austraße 9 ½
89407 Dillingen a.d.Donau

Tel./ Fax: 09071 – 2658

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Homepage: <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://www.anwalt4you-info.de" target="_blank">www.anwaltkohberger.de</a>
Internetportal: <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://www.rechthilfreich.de" target="_blank">www.rechthilfreich.de</a>

§ 637 BGB

„Selbstvornahme

(1) Der Besteller kann wegen eines Mangels des Werkes nach erfolglosem Ablauf einer von ihm zur Nacherfüllung bestimmten angemessenen Frist den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen, wenn nicht der Unternehmer die Nacherfüllung zu Recht verweigert.

(2) 1§ 323 Abs. 2 findet entsprechende Anwendung. 2Der Bestimmung einer Frist bedarf es auch dann nicht, wenn die Nacherfüllung fehlgeschlagen oder dem Besteller unzumutbar ist.

(3) Der Besteller kann von dem Unternehmer für die zur Beseitigung des Mangels erforderlichen Aufwendungen Vorschuss verlangen.“

Rückfrage vom Fragesteller 22.01.2008 | 23:06

Einstweilen vielen Dank, eine Nachfrage hätte ich noch: Wie ist die Zeit zwischen den beiden Reparaturen zu beurteilen (wenige Tage mehr als ein Jahr) ? Kann üblicherweise verlangt werden, dass eine solche Reparatur mehr als ein Jahr vorhält?

Rückfrage vom Fragesteller 22.01.2008 | 23:13

Einstweilen vielen Dank, eine Nachfrage hätte ich noch: Wie ist die Zeit zwischen den beiden Reparaturen zu beurteilen (wenige Tage mehr als ein Jahr) ? Kann üblicherweise verlangt werden, dass eine solche Reparatur mehr als ein Jahr vorhält?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.01.2008 | 23:25

Vielen Dank für die Nachfrage, die ich wie folgt beantworte:

Berechtigte Gewährleistungsansprüche könnten gemäß

<a class="textlink" rel="nofollow" href="http://dejure.org/gesetze/BGB/634a.html" target="_blank"> § 634a Abs. 1 Nr. 3 BGB </a>

innerhalb der regelmäßigen Verjährungsfrist der §§ <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__195.html" target="_blank"> 195 BGB </a>, <a class="textlink" rel="nofollow" href="http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__199.html" target="_blank"> § 199 BGB </a> (mindestens 3 Jahre) verjähren.

Insofern sehe ich gegenwärtig kein Problem.

Allerdings könnte der Frage, ob überhaupt ein Mangel vorliegt, hinsichtlich Ihrer Nachfrage sehr wohl eine entscheidende Rolle zukommen.

Sollte ein zur Entscheidung berufenes Gericht zu dieser Fragestellung ein Sachverständigengutachten in Auftrag geben, so kann ich das Ergebnis der Beweisaufnahme allerings nicht vorwegnehmen.

Ich hoffe, Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit und verständlich beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
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