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Zweifacher Ladendiebstahl - was hab ich zu erwarten?

| 08.03.2014 21:07 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Zusammenfassung: Strafzumessung bei einer tatmehrheitlichen Diebstahlstat

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe einen riesengroßen Fehler gemacht und kann seitdem keinen klaren
Gedanken mehr fassen. Ich werde fast verrückt. Schlafen und essen geht gar nicht mehr und brauche deswegen unbedingt Ihre Hilfe.
Ich muss dazu sagen, es war in meinem ganzen Leben das erste Mal und wird auch mit Sicherheit das einzige mal gewesen sein und das ausgerechnet jetzt, wo ich schon 60 Jahre alt bin.
Ich muss vorwegschicken, dass man mich an Karneval wegen des Kaufs einer Fahrkarte in der Straßenbahn ausgelacht hat. Solche Situationen hatte ich schön öfter und es wurde mir gesagt, ich hätte doch bestimmt noch nie etwas mitgehen lassen. Ich war völlig entsetzt, denn ich habe bisher immer alles bezahlt und weiß gar nicht was mich an diesem Tag geritten hat.
Das Schlimme ist, ich habe in 2 Geschäften Ware gestohlen.
Als ich mich im ersten Laden in der Garderobe befand, klingelte mein Handy. Ich kramte mein Telefon aus der Tasche und dabei mir fiel die kleine Zange, die ich am Abend vorher benutzt hatte, weil ich wieder Mal den Chip nicht aus dem Einkaufswagen heraus bekam, in die Finger (ich habe immer ein wenig Werkzeug im Auto). Dabei kamen mir die Worte ins Ohr, ich hätte wohl noch nie etwas mitgehen lassen und da sich nur an einem Teil von 8 eine Sicherung befand, steckte ich 3 Teile in die Tasche. Von einem weiteren, entfernte ich dann nach einer ziemlichen Prozedur die Sicherung und nahm auch das mit. Den Rest brachte ich zurück. Dann verließ ich panisch den Laden.
Ich ging weiter die Geschäftsstraße hoch und besorgte, wie versprochen, einen großen Karton für die Nachbarskinder in einem Schuhgeschäft, wohl für die Schule. Danach ging ich in den nächsten Laden, aber ohne den Vorsatz etwas zu entwenden.
In der Kleiderabteilung allerdings, packte ich erneut einen Mantel in den Karton und ein weiteres T-Shirt - es hatte ja vorher so gut geklappt- dachte ich. Hierbei bin ich irgendwie aufgefallen, denn als ich den Laden verlassen wollte, hielt mich das Wachpersonal fest.
Ich wurde mitgenommen und man entdeckte das komplette Diebesgut.
Der Detektiv aus dem anderen Laden wurde dazu gerufen und man nahm eine Anzeige auf. Ich bekam 1 Jahr Hausverbot und musste 50 Euro bezahlen, was ich noch am gleichen Tag tat.
Außerdem habe ich inzwischen ein Entschuldigungsschreiben an den Vorstand der Kaufhauskette geschickt -vertraulich-.
Das mit der Zange und dem Karton hört sich ziemlich unglaubwürdig an, ist aber wirklich so. Das Wachpersonal hat mich deswegen allerdings als notorischen Dieb bezeichnet, was ich ihnen nicht einmal verdenken kann.
Frage:
Was habe ich jetzt zu erwarten und kann ich in zwei Wochen in den Urlaub fliegen, denn ich habe mit Freunden eine Reise gebucht.
Mit freundlichen Grüßen
jemand der ganz dringend Ihre Hilfebenötigt

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:


Ich verstehe, dass Sie besorgt sind. Meine Ausführungen werden Sie hoffentlich etwas beruhigen.

Eine Verhaftung müssen Sie jedenfalls nicht befürchten, so dass Sie den geplanten Urlaub machen können.

Tatsache ist, dass Sie sich wegen tatmehrheitlichem Diebstahl strafbar gemacht haben.

Der Strafrahmen des Diebstahls geht von Geldstrafe bis Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.

Da Sie Ersttäterin sind und auch noch keine Vorstrafen haben, wovon ich ausgehe, kommt in Ihrem Fall Geldstrafe in Betracht.

Bei der Strafzumessung hat sich die Kammer von folgenden Überlegungen leiten lassen:

Strafmildernd wirkt sich ein von Reue getragenes Geständnis aus.
Die von Ihnen gestohlenen Gegenstände sind an das geschädigte Unternehmen zurückgegangen, so dass vor diesem Hintergrund kein bleibender Schaden eingetreten ist. Auch dies wirkt sich strafmildernd aus. Gleiches gilt für Ihr Entschuldigungsschreiben.

Insgesamt wäre die Verhängung einer Geldstrafe als tat- und schuldangemessen einzustufen.

Wie hoch die Geldstrafe ausfallen, kann ich seriöserweise von hier aus nicht abschließend beurteilen.

Die Geldstrafe wird in Tagessätzen verhängt. Sie beträgt mindestens fünf und, wenn das Gesetz nichts anderes bestimmt, höchstens dreihundertsechzig volle Tagessätze.
Die Höhe eines Tagessatzes bestimmt das Gericht unter Berücksichtigung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters. Dabei geht es in der Regel von dem Nettoeinkommen aus, das der Täter durchschnittlich an einem Tag hat oder haben könnte. Ein Tagessatz wird auf mindestens einen und höchstens dreißigtausend Euro festgesetzt.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Rechtsanwaltskanzlei K. Roth
info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de
http://www.kanzlei-roth.de/kontakt.php
Tel. 040/317 97 380
Fax: 040/31 27 84
Johannisbollwerk 20
20459 Hamburg

Bewertung des Fragestellers 08.03.2014 | 23:12

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