Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.629
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zwangsvollstreckungssache Widerspruchs


| 21.12.2015 10:19 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von

Rechtsanwältin Andrea Krüger-Fehlau



Hallo ich habe einen Brief von einen Gerichtsvollzieher erhalten.

Es geht hierbei um eine Zwangsvollstreckungssache.

Hierzu habe ich folgende Fragen.

Gibt es in diesen Fall rechtliche Mittel eines Widerspruchs ?
Wenn ja wie sind hier die Fristen ?
Falls Anspruch auf Widerspruchs existiert muss dieser im Schreiben mit Angegeben sein ?

Desweiteren steht in den Schreiben "s.a. beigefügte Forderungsaufstellung und Auftragskopie" jedoch sind diese Dokumente nicht im Schreiben dabei gewesen.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider gibt es hier nicht die Möglichkeit eines Widerspruchs.

Der Gerichtsvollzieher vollstreckt einen Vollstreckungstitel aufgrund eines vom Gläubiger gestellten Antrags. Es muss also bereits vorher ein Mahn- oder Klageverfahren vorausgegangen sein, im Zuge dessen Ihr Gläubiger gegen Sie den besagten Vollstreckungstitel erwirkt hat. Liegt dem Gerichtsvollzieher ein solcher vor, kann er erstmal davon ausgehen, dass er wirksam ist. Ein Widerspruch ist im nachhinein nicht mehr möglich, auch nicht gegen den angekündigten Termin des Gerichtsvollziehers.

Sollten Sie Einwendungen gegen die Forderung haben, können Sie diese nur im Wege der Vollstreckungsabwehrklage nach § 767 ZPO vorbringen. Zu beachten ist hier jedoch die Präklusion. Das bedeutet, es können nur solche Einwendungen vorgebracht werden, die nachträglich, nach dem Schluss der letzten mündlichen Verhandlung, entstanden sind. Ein ganz typischer Fall ist z.B., dass die Zwangsvollstreckung betrieben wird, obwohl die Forderung bereits bezahlt ist. Der Grund dafür, dass nur nachträgliche Einwendungen zugelassen werden, ist, dass Sie bereits im Mahn- oder Klageverfahren die Möglichkeit hatten, alle Einwendungen gegen die Forderung vorzubringen. Haben Sie dies nicht getan, sind sie verwirkt.

Die einzige Möglichkeit die Sie haben, ist, sich mit dem Gerichtsvollzieher in Verbindung zu setzen. Wenn Sie mit diesem eine Ratenzahlung aushandeln, wird er die Zwangsvollstreckung ruhend stellen, bis die Forderung bezahlt ist. Der Gerichtsvollzieher ist allerdings nicht dazu verpflichtet einer Ratenzahlung zuzustimmen. Dies hängt letztendlich davon ab, ob Ihr Gläubiger damit einverstanden ist oder nicht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen
A. Krüger-Fehlau
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 21.12.2015 | 11:00

Erstmal vielen lieben Dank für Ihre Ausführliche Antwort.

Wie sieht mit den fehlenden Dokumenten aus ?

"s.a. beigefügte Forderungsaufstellung und Auftragskopie" jedoch sind diese Dokumente nicht im Schreiben dabei gewesen.

Hat man keinen Anspruch auf diese ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.12.2015 | 11:08

Entschuldigen Sie, das ist mir durchgeschlüpft.

Einen Anspruch auf Vorlage der Unterlagen vom Gerichtsvollzieher gibt es nicht. Der Gläubiger ist seinerseits lediglich verpflichtet, dem Gerichtsvollzieher alle Unterlagen zu überlassen, anhand derer dieser die Forderung und die Höhe prüfen kann. Diese müssen aber nicht an den Schuldner weitergereicht werden, da er eigentlich wissen sollte worum es geht. In der Regel hat der Gerichtsvollzieher aber beim Besuch alle Unterlagen dabei, so dass diese auch mit ihm gemeinsam eingesehen werden können.


Mit freundlichem Gruß
A. Krüger-Fehlau
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 21.12.2015 | 11:39


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?