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Zwangsvollstreckungsgesetz


30.12.2005 13:27 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Was bedeutet der Hinweis in einer Ankündigung zum Termin der Zwangsversteigerung eines Hauses, das die 5/10 bzw. 7/10 Wertgrenzen in diesem Termin nicht zu beachten sind ? Wird das Haus dann an den Meistbietenden ohne Mindestbietwert verkauft?

Sehr geehrter Ratsuchender,

zu Ihrer online-Anfrage möchte ich aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt Stellung nehmen:

Ist mit der Summe aus dem Bargebot und dem Wert der bestehen bleibenden Rechte die Hälfte des Verkehrswertes, den das Gericht aufgrund des Verkehrswertgutachtens per Beschluss festgesetzt hat, nicht erreicht, dann darf das Gericht von Amts wegen den Zuschlag nicht erteilen. Neben der Beachtung dieser 5/10-Grenze kann der die Zwangsversteigerung betreibende Gläubiger einen 7/10-Antrag stellen mit der Folge, dass der Zuschlag nicht erteilt werden kann, wenn die Summe des abgegebenen Gebotes und den zu übernehmenden Rechten 70 % des Verkehrswertes nicht erreicht.

Kommt es zur Zuschlagsversagung aufgrund Nichterreichens der 5/10 oder 7/10 Grenzen, wird ein neuer Termin von Amts wegen bestimmt. In diesem Termin fallen die Wertgrenzen weg, falls im ersten Termin jemand unter 5/10 oder unter 7/10 geboten hat und daraufhin der Zuschlag versagt wurde. Aufgrund Ihrer Informationen liegt dieser Fall hier vor. In dem bevorstehenden Zwangsversteigerungstermin wird daher lediglich das geringste Gebot, das sich aus dem Wert der bestehenden Rechte, der Verfahrenskosten und den öffentlichen Grundstückslasten zusammensetzt, zu beachten sein und der Meistbietende den Zuschlag insbesondere auch dann erhalten, wenn sein Gebot unter der vorgenannten 5/10 bzw. 7/10 Grenze liegt.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jutta Petry-Berger
Rechtsanwältin


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