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Zwangsvollstreckung ohne Titel einer verjährten Forderung

16.11.2017 11:59 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


2010 oder 2011 war ich bei einem Verkaufsportal (Yatego) angemeldet um Waren die ich über Amazon/Ebay verkaufte anzubieten. Es wurden absolut nichts verkauft also habe ich vor Beendigung der Probezeit eine Kündigung geschickt, leider ohne Einschreiben. Danach war paar Jahre Ruhe bis Ende 2013 denn da bekam ich das die erste Forderung von deren Anwälten (Rainer Haas & Kollegen) auf die ich nicht geantwortet habe. Seit dem bekam weiterhin ich alle 2 Monate Briefe von denen mit Ratenzahlungsvorschlägen. Heute (16.11.2017) kam der Brief mit der Drohung einer Zwangsvollstreckung wenn ich denen kein Angebot zur Ratenzahlung unterbreite und das obwohl kein Titel vorliegt, ich habe jedenfalls nie irgendwas vom Amtsgericht erhalten wegen dieser Sache.

Es ist offensichtlich ein Einschüchterungsversuch damit ich schonmal ein Teil bezahle von dieser unberechtigten und auch noch verjährten Forderung also wollte ich wissen ob ich nun irgendwas tun soll. Ein Fax dass die mich in Ruhe lassen sollen oder ist es gut einfach weiterhin nicht zu reagieren? Ich mach mir schon etwas Sorgen dass es schlechter wäre nicht zu reagieren als denen irgendwie mitzuteilen dass die das zu unterlassen haben.

Danke im Voraus

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Ohne einen Vollstreckungstitel kann auch das Inkassounternehmen die Zwangsvollstreckung nicht betreiben. Solange Sie also keine Post vom Gericht erhalten, kann Ihnen nicht viel passieren.

Allerdings müssten Sie in einem Prozess beweisen, dass Ihre Kündigung angekommen ist. Können Sie das nicht, darf das Gericht davon ausgehen, dass der Vertrag noch immer läuft.

Ggf. kann es sinnvoll sein, das Inkassounternehmen darauf hinzuweisen, dass Sie gekündigt haben. Möglicherweise verhindert dies, dass eine gerichtliche Geltendmachung erfolgt.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-

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