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Zwangsvollstreckung nach über 10 Jahren - für nicht gemachte Schulden

12.10.2011 00:01 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Hallo liebe Helfer!

Ich hoffe, jemand kann mir weiterhelfen, der Sachverhalt ist etwas kompliziert klingt unglaubwürdig, ist aber leider wahr.

Als ich 17 war, hat meine Oma mir einen PC von der Firma Quelle geschenkt,diesen auch bezahlt.
Eig. sollte der PC als Lieferadresse zu mir kommen, sie hat aber wohl ein Verkaufskonto auf meinen Namen eingerichtet und darüber noch teure Geräte wie E-Herd, Kühlschrank, Waschmaschine etc bestellt. Da meine Oma in der Nähe wohnte,später zu uns zog, war sie jeden Tag im Haus. Da ich in der Schule war und meine Mum arbeiten (Dad hab ich nicht), hat von uns leider keiner etwas davon mitbekommen.
Sie hat dann wohl irgendwann für 11.000DM Schulden gemacht und nicht mehr bezahlt. Daten vom 30.11.1999.

Am 12.11.2011 ( zu diesem Zeitpunkt war ich 18) kam wohl die Gerichtsvollzieherin , sie traf meine Mutter an , diese erklärte ihr , dass es nicht sein kann, ich wäre 17 gewesen und außer nen PC - der bezahlt ist - hätte ich nichts bekommen. Um mir damals keine Angst zu machen ,hat sie mir davon leider erst vor wenigen Tagen erzählt.

Laut meiner Mutter hat die Gerichtsvollzieherin ihr versprochen ,sich darum zu kümmern , sie würde die Daten weitergeben damit die schnellstmöglich überprüfen können, was da los sei.

Das Problem dabei ist jetzt aber, ich hätte angeblich am 05.04.2001 einen Vollstreckungsbescheid bekommen, den habe ich nie erhalten , ich weiß nicht , ob meine mittlerweile vestorbene Oma ihn erhalten hat oder ob er beim Nachbarn gelandet ist ( ein Briefkasten für 4 Nachbarn ).

Erfahren habe ich von diesem Fall im August 2009, ich wollte einen Handyvertrag haben,
dieser wurde wegen Infoscoreeintrag nicht gewährt. Habe darauf hin diese Firma angeschrieben, da kam dann ein Brief von einer Rechtsanwältin , diese behauptete, ich habe Schulden von über 10.000 € .
Habe zurückgeschrieben, kann nicht sein etc.
Sie verwechselt mich , ich war da nicht mal 18 und das einzige was ich jemals von Quelle erhalten habe, war ein PC.

Die hat sich daraufhin nicht mehr gemeldet.

Nun vor 2 Wochen habe ich einen Androhung einer Zwangsvollstreckung von 333,10€ erhalten, diese soll nächste Woche Dienstag durchgeführt werden,
bin natürlich direkt zum Anwalt, doch die 60 Euro hätte ich mir sparen können, sie meinte zu mir, da kann man gar nichts machen, ich müsste die Gesamtforderung von mittlerweile 11700,94 Euro zahlen, egal ob ich sie zu verschulden habe oder nicht.

Über google habe ich nach dem Gespräch z.B. zumindest die Möglichkeit der Einrede der Verjähruung der Zinsen gefunden, wenn ich schon schuldlos zahlen muss, dann auch so wenig wie möglich.

Über google reden viele von der Einrede der Verwirkung, doch ist diese in dem Fall möglich ?

Zusammenfassung:

Laut Stempel von der schlecht lesbaren Kopie vom Vollstreckungsbescheid :

Vollstreckungsantrag vom 27.03.2001
Zugestellt am 05.04.2001
Gerichtsvollzier Stempel
07.09.2001
12.11.2001

dann wieder am
28.09.2011

Kosten :
Konto 30.11.1999 11.015,12 DM
+ Kosten 1170DM
+Bankrücklastschrift 12,50€
+Inkassokosten 705€
+Zinsen vom 01.01.2000 - 17.09.2000 649,36€

ergibt 13.551,98 DM

Zinsen ab 18.09.2000 dann 5%
Kosten ab 27.03.2001 des Verfahrens 4% Zinsen

aktuelle Forderung : 11700,94 € nicht DM !

Hatte in den letzten Jahren einen gut bezahlten Job für meine Verhältnisse 1500 € netto,

derzeit verdiene ich weniger als Hartz 4 , nicht mal 700€ netto.
Bin nicht verheiratet oder so, gucke wie ichs durchs Leben komme bis ich wieder einen besseren Job bekomme.
Ich will keine Hilfe vom Staat und habe bisher alle Artikel auf Rechnung bezahlt nicht mal einen negativen Schufa Eintrag.

Was kann ich machen ?
Bitte nur Antworten wenn mir geholfen werden kann, habe schon viel Geld für eine 20 Min. Anwältin bezahlt, die meinte ich müsse alles so hinnehmen wie es ist.

Falls jemand meint, er könnte mir dabei helfen wäre ich auch bereit beim Staat Hilfe für die Anwaltskosten zu beantragen - soweit
Aussicht auf Erfolg besteht. Denn auch 20Euro sind derzeit leider viel Geld für mich.

Ich danke und viele Liebe Grüße



Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Frage, die ich gerne im Rahmen einer ersten Einschätzung beantworte:

Sie können beim für die Vollstreckung zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf einstweilige Einstellung der Zwangsvollstreckung stellen. Zugleich können Sie bei dem für den Titel zuständigen Gericht Einspruch gegen den Titel einlegen.

Sie können Ihren Einspruch damit begründen, dass Ihnen der Titel bzw. zuvor Klage/Mahnbescheid nie bekannt gewesen bzw. zugestellt wurden sowie, dass Sie für dass streitgegenständliche Geschäft überhaupt nicht geschäftsfähig gewesen sind.

Sie können für dieses Verfahren Prozesskostenhilfe erhalten. Zunächst sollten Sie bei Ihrem Amtsgericht Beratungshilfe beantragen und mit dem Beratungshilfeschein einen Anwalt Ihrer Wahl vor Ort oder z.B. hier aus dieser Plattform um Beratung bitten. Das kostet Sie lediglich 10 €. Ihr Anwalt kann dann Prozesskostenhilfe für Sie beantragen und die entsprechenden Anträge stellen. Ich rate Ihnen dringend davon ab, das entsprechende Verfahren selbst durchzuführen.

Ich hoffe, dass meine Auskünfte Ihnen geholfen haben und Ihnen eine erste Orientierung in der Sache ermöglichen. Bitte berücksichtigen Sie, dass dies auf der Grundlage der von Ihnen gegeben Informationen beruht. Abweichungen, die Ihnen geringfügig erscheinen mögen, können schon zu erheblich unterschiedlichen Bewertungen in der Angelegenheit führen.

Sehr gerne können Sie mich in dieser Angelegenheit auch beauftragen. Dank Email, Fax und Telefon stellt auch die Vertretung über größere Entfernung kein Problem dar.

Ich wünschen Ihnen alles Gute und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

N. Unruh
Rechtsanwältin

www.anwaltrecht.de
n.unruh@anwaltrecht.de

Hasenmark 21
13585 Berlin

T. 030-36753713
F. 030-36753721
M. 01783717285

Nachfrage vom Fragesteller 12.10.2011 | 21:11

Hallo und danke für die schnelle Antwort.

-Habe heute eine Kopie der kompletten Akte beim zuständigen Gericht angefordert.

-Die Gerichtsvollzieherin um eine Terminverschiebung gebeten da ich noch Dinge klären muss.

Ich kümmere mich morgen um diesen Berechtigungsschein.

Wie hoch sind die Chancen, dass ich aus der Sache herauskomme ? Die Anwältin vor Ort meinte:

Egal was damals war,
egal ob der Betrag stimmt,
egal ob Sie Voll oder Minderjährig waren
egal ob Sie die Sachen bestellt haben oder jemand anders auf ihren Namen,
wenn innerhalb von 2Wochen nach Mahn-Vollstreckungsbescheid kein Einspruch eingelegt worden ist - egal ob dieser nun zugestellt wurde oder auf der Post zur Abholung bereit lag und nie abgeholt worden ist ...

man kann daran nichts mehr ändern und muss
es akzeptieren.

Das Gericht prüft nie die Richtigkeit der Daten und 2 Wochen nach dieser Zustellung, ist es rechtens egal ob es eigentlich nicht rechtens gewesen wäre.

Eine Ermittlung des Schuldigen wäre sowieso nicht mehr möglich, da dieser "Betrug" nach 5 Jahren sowieso verjährt wäre.

Sie Schreiben ja dass ich Einspruch wegen Nichterhalt des Bescheides und meiner Minderjährigkeit einreichen kann.

Brauche ich denn keinen Einspruch, dass ich die Waren gar nicht erhalten habe - oder ist dies jetzt sowieso egal, weil dies alles verjährt ist?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.10.2011 | 23:10

Sehr geehrter Fragesteller,

da bin ich nun ganz anderer Ansicht als die Anwältin, bei der Sie sich haben beraten lassen.

Wenn Sie keine Kenntnis von der Angelegenheit hatten, dann haben Sie die Möglichkeit diese sogenannte Vollstreckungsabwehrklage zu machen. Dies muss innerhalb von 2 Wochen, seitdem Sie positiv Kenntnis von der Angelegenheit haben geschehen - und zwar bei dem Gericht, dass für die Vollstreckung an Ihren Wohnsitz zuständig ist.

Da der Titel anscheinend besteht, müssen Sie Einspruch einlegen. Ich halte die Aussichten für nicht schlecht, dass Sie darlegen können, dass jemand unter Ihrem Namen gehandelt hat, denn ein 17jähriger hätte vielleicht MP3-Player, Fußballtrikots, Handys geordert - aber nicht Herd oder Waschmaschine.

Also beeilen Sie sich - legen Sie Einspruch ein - notfalls per Fax. Und suchen Sie sich einen Anwalt, bei dem Sie sich gut aufgehoben fühlen. Lesen Sie doch auf dieser Plattform die Antworten zu ähnlichen Fragestellungen von Anwälten aus Ihrer Gegend.

Alles Gute wünsche ich Ihnen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

N. Unruh

PS: Ich bin zwar in zweieinhalb Wochen zu mehreren Beratungsterminen ca. 80 km von Ihnen entfern - aber so lange darf die Angelegenheit nicht warten. Sollten Sie aber noch eine Nachfrage haben, so können Sie mir - ausnahmsweise - zusätzlich zu dieser Nachfrage noch eine Email senden.

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