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Zwangsversteigerung und Wohnrecht

17.09.2008 14:52 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


In einem Haus mit drei Wohnungen sind zwei Wohnungen mit Wohnrecht (Wohnungsrecht) auf Lebenszeit belegt.
Das Haus steht unter Zwangsversteigerung.


1. Stimmt es, das die Wohnrechte nur entfallen, wenn sie hinter dem Rang des Rechts des beitreibenden Gläubigers stehen?

2. Sollte doch ein Gläubiger mit einem Rang vor dem Wohnrecht stehen, und würden bei der Versteigerung 160.000 Euro gezahlt werden, die Schulden aber nur 120.000 Euro betragen, würde dann das Wohnrecht mit 40000 Euro ausgezahlt (abgegolten)?


Vielen Dank im Voraus
17.09.2008 | 17:01

Antwort

von


(523)
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60431 Frankfurt
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

1.
Sofern der Gläubiger die Zwangsversteigerung aufgrund eines Rechts betreibt, das dem Wohnrecht im Rang vorgeht, geht dieses gemäß § 91 ZVG mit der Rechtskraft des Zuschlagsbeschlusses unter (vgl. OLG Dresden ZMR 2003, S. 250 ). Ist das Wohnrecht vorrangig, bleibt es auch nach der Zwangsversteigerung bestehen ( § 52 ZVG ). Das auf dem Haus bestehende Wohnrecht wird also dann entfallen, wenn der Anspruch des Gläubigers, der die Zwangsvollstreckung betreibt im Rang vor dem Wohnrecht steht.

2
Erlischt das Wohnrecht durch Zuschlag in der Zwangsversteigerung, erhält der Wohnrechtsinhaber nur den Teil des Versteigerungserlöses, der nach Verteilung an die vorrangigen Gläubiger verbleibt. Wurde das Wohnrecht in die Forderungstabelle mit über EUR 40.000,- eingestellt, wird nach Befriedigung der vorrangigen Schulden in Ihrem Beispielsfall an den Wohnrechtsinhaber eine Auszahlung von EUR 40.000,- erfolgen können.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin


ANTWORT VON

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