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Zwangsversteigerung ohne Sicherheitsleistung

29.09.2018 10:58 |
Preis: 40,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Lembcke


Wir wollten ein Haus in einer Zwangsversteigerung kaufen. Auf der Website des Amtsgerichtes hieß es, eine Sicherheitsleirtung werde verlangt. Die haben wir rechtzeitig und korrekt erbracht. Im Termin wurde bei unserem Gebot Sicherheitsleistung verlangt, die wir auch erfolgreich nachweisen konnten.

Aber: anschließend gab es einen anderen Bietinteressenten, der das Objekt erst am Vortag gesehen hatte, und der daher nicht geschafft hatte, eine Bietsicherheit zu besorgen. Auf Anfrage des Amtsgerichts, ob eine Bietsicherheit verlangt werde, verneinte die Gläubigerin (Bank). Daraufhin bot dieser Bietinteressent mit und ersteigerte das Objekt.

Zwangsversteigerungsgesetz § 67 (1) klingt für mich als Laien so, als könnte die Gläubigerin auf Sicherheitsleistung verzichten. Es klingt also so, als ob es (leider) rechtens wäre - auch wenn es auf uns seltsam wirkt, dass ausgerechnet bei diesem Interessenten keine Sicherheit verlangt wurde.

Frage: Gibt es irgendetwas, was wir tun können?

Einsatz editiert am 29.09.2018 17:36:14

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Ihre Vermutung liegt leider richtig.

Als Bieter muss man in der Regel damit rechnen, dass ein Verfahrensbeteiligter (z.B. die Bank) bei Abgabe eines Gebotes Sicherheitsleistung verlangt, die dann sofort erbracht werden muss. Der Nachweis über die Sicherheit ist daher zum spätestens Termin mitzubringen.

Ist Sicherheit beantragt, so kann ein Gebot nur bei Leistung der Sicherheit berücksichtigt werden, anderenfalls ist es zurückzuweisen.

Der Verfahrensbeteiligte (hier der Gläubiger), ikann jedoch auch ausnahmsweise auf die Erbringung einer Sicherheitsleistung verzichten. Dies kommt zwar in der Regel sehr selten vor, wäre aber in dem Fall denkbar, wenn der Gläubiger den Bieter bereits vorher kennt und die Finanzierung des Objektes als gesichert ansehen kann. Dies wäre z.B. dann der Fall [mutmaßlich] wenn der Bieter in Ihrem Fall, sofern der Gläubiger eine Bank ist, bei der Bank als Haus- und Geschäftskunde bekannt ist.

Dieses Verhalten ist zwar unschön, aber leider von Gesetzeswegen nicht zu beanstanden, auch wenn es sich für Sie dann äußerst misslich bzw. diskriminierend auswirkt. Jedoch ist im Rahmen der Zwangsversteigerung sinnbildlich der Gläubiger als Antragssteller m.E. Herr des Verfahrens.

Rechtliche Möglichkeiten gegen das Gläubigerverhalten sind hier nicht gegeben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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