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Zwangsversteigerung in der Insolvenz


19.04.2007 13:18 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe soeben von einer Notarin erfahren, dass ich selbst in
der Insolvenz (GmbH und Privat ) Zwangsversteigerung beantragen
kann ist dies möglich ? Kann ich den Insolvenzverwalter
daraufhin verklagen bzw. beim Insolvenzgericht?

Ich stehe jeweils an Rang 3 im Grundbuch - verteilt auf drei Immobilien - wobei bei einer Zwangsversteigerung alle 3 Grund-
buchränge ihr Geld erhielten - auch wenn man davon ausgeht, dass
nur im schlimmsten Falle 40 % erzielt werden könnten.
Die Schulden betragen im Grundbuch ca. 1/3 des jetzigen Verkehrs-
wertes - alle anderen Schuldner sind nicht im Grundbuch eingetragen -

Da der Insoilvenzverwalter seit nunmehr 2 Jahren meinen Ex-Mann
in einer Immobilie mit ca. 180 qm wohnen läst, zuzüglich Büroräume, Werkstatt, Baumschule und so wie es den anschein hat
er eine neue Firma (Garten- und Landschaftsbau) gegründet hat
er arbeitet weiter, obwohl die alte Firma laut Amtsgericht ge-
löscht wurde, weiß ich mir keinen Rat mehr - ich habe Unterhalts-
rückstände Titel 22.000,-- € und der Vater zahlt immer noch
keinen Kinds-Unterhalt - wäre das Haus leer könnte man es besser
verkaufen oder aber vermieten, damit mehr Einkommen erzielt
wird - Der Insolvenzverwalter meint er zahle weit unter der
Pfändungsgrenze an meinen Ex - ist verständlich, da mein Ex ja für das Haus (Rate an Voba wurde eingestellt - 1. Rang )und die Nebenkosten (zahlt Firma ).

Kann ich vor das Inosolvenzgericht gehen - es kann nicht sein,
dass er keinen Kinds-Unterhalt bezahlt - wie bekomme ich
die Zwangsversteigerung durch.

Ich möchte noch darauf aufmerksam machen, dass mein Ex-Mann ein
notorischer Lügner ist und sowohl beim Amtsgericht falsche
eidesstattliche Versicherungen abgegeben hat, als auch bei der Inbsolvenzaufstellung Vermögen nicht angegeben hat, er wurde dafür zu einer Strafe verurteilt.

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Ein Beantragung einer Zwangsversteigerung/Zwangsverwaltung ist auch während des Insolvenzverfahren möglich. § 49 InsO.

Sie können bei dem zuständigen Amtsgericht die Zwangsvollstreckung und auch die Zwangsverwaltung der Immobilie aus dem Grundpfandrecht beantragen

Auch während des Zwangsversteigerungsverfahrens kann der Insolvenzverwalter die Immobilie (nur mit Zustimmung der grundpfandrechtsgläubiger) freihändig verwerten, was aus der Erfahrung meist zu einem höheren Erlös führt als bei einer Verwertung über die Zwangsversteigerung, was aber nicht zwingend ist.

Möglicherweise hat der Insolvenzverwalter die Wohnung und das Büro an Ihren Mann vermietet und vereinnahmet die Miete zur Insolvenzmasse, da bislang keine Beschlagnahme der Immobilie durch die Grundpfandrechtsgläubiger vorliegt. Danach bietet sich auch an im Wege der Kalten Zwangsverwaltung die Mieteinnahmen nach Abzug des zu verhandelnden Verwalterbeitrages an die Grundpfandrechtsgläubiger auszukehren. Hierzu ist allerdings eine Vereinbarung mit dem Insolvenzverwalter erforderlich.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und stehe Ihnen für eine weitergehende Beratung gerne zur Verfügung.

Soweit noch Punkte unklar geblieben sein sollten, nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 19.04.2007 | 15:23

Vielen Dank für Ihre schnelle und sehr gute Beantwortung

Jedoch was kann ich mit dem laufenden Unterhalt der Kinder tun ?

Nachdem ja die Bevorrechtigung im neuen Insolvenzrecht
gestrichen wurde -vielleicht könnten die Kinder die
Zwangsversteiugerung veranlassen - sind nicht im Grundbuch - :-)

Danke wie immer

Ergänzung vom Anwalt 21.04.2007 | 21:41

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Nachfrage. Leider können die Kinder nicht auf die Immobilie zugreifen. Hinsichtlich der geplanten Gesetzesänderung tritt diese zum 01.07.2007 in Kraft.

Gemäß S 40 Insolvenzordnung nehmen familienrechtliche Unterhaltsansprüche, soweit sie nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens fällig geworden sind, an dem Insolvenzverfahren nicht teil. Sie können unabhängig vom Insolvenzverfahren eingeklagt werden. Es handelt sich um eine insolvenzfreie Forderung.

Insoweit sollten Sie die aktuellen Unterhaltsforderung, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens anfallen, geltend machen. Unterhaltsforderung vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens sind zur Insolvenztabelle anzumelden.

Mit besten Grüßen

RA Schröter
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