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Zwangsversteigerung Immobilie - Kosten

| 26. November 2021 13:53 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von


Sehr geehte Damen und Herren

Ich habe einen Schuldner der mehrere Grundtücke besitzt, bzw. an allen (3) Grundstücken nur Anteile (1/4 bzw 1/5).
Hier hatte ich jeweils einen Antrag auf ZV gestellt worauf ich vom Gericht um einen Kostenvorschuss gebeten wurde.

Da die Grundstücke alle nicht sonderlich werthaltig sind überlege ich die Anträge auf ZV zurückzunehmen. Hierzu folgende Fragen:

- Wie hoch sind die Kosten falls ich die ZV zurücknehme (Grundstückswert jeweils ca. 20.000 € / Anteil jeweils ca. 5.000 € nach Bodenrichtwertkarte)?

- Wird bei einer ZV das gesamte Objekt versteigert und die Miteigentümer ausgezahlt oder wird nur der Eigentumsanteil des Schuldners versteigert?
Nach meiner Recherche handelt es sich bei den Miteigentümern um eine Rechtsgemeinschaft aus der §741 BGB bzw. § 749 BGB anwendbar sind und somit das ganze Grundstück zwangsversteigert wird und die Miteigentümer dann ihr Auseinandersetzungsguthaben erhalten. Ist dieses richtig?

- Ist eine der beiden Versteigerungsarten Standard und muss die andere Form besonders beantragt werden?

- Wenn nur der Miteigentumsanteil des Schuldners versteigert wird gehe ich davon aus, dass vom Erlös erst einmal die Kosten abgezogen werden und die möglichen Überschüsse an mich ausgekehrt. Falls aber das ganze Objekt versteigert (Teilungsversteigerung) wird und der Erlös jeweils an die Miteigentümer ausgekehrt wird, wer trägt dann die Kosten der ZV? Werden die Kosten der ZV vom Gesamterlös abgezogen und dann der Rest verteilt, oder wird erst verteilt und die Kosten dann vom Anteil des Schuldners abgezogen?

Herzlichen Dank im Voraus!

MfG

29. November 2021 | 16:10

Antwort

von


(719)
Taunustor 1
60310 Frankfurt am Main
Tel: 0351/84221127
Tel: 01631564033
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Frage 1:

Bei Beendigung des Verfahrens vor Ablauf des Tages, an dem die Verfügung mit der Bestimmung des ersten Versteigerungstermins unterschrieben ist, ermäßigt sich die allgemeine Verfahrensgebühr auf eine 0,25 Gerichtsgebühr nach dem Wert des Verfahrens. Der Gegenstandswert des Verfahrens bestimmt sich nach dem Einheitswert, falls das Gericht noch nicht einen Verkehrswert festgesetzt hat, § 54 Absatz 1 Satz 2 Gerichtskostengesetz (GKG). Bei einem Gegenstandswert von 20.000,00€ sind dies 95,50€, bei einem Gegenstandswert von 5.000,00€ sind dies 40,25€.

Da vorliegend das Gericht den Kostenvorschuss für das Wertgutachten erst angefordert hat, kommt es im Fall einer Antragsrücknahme im jetzigen Stadium nicht mehr zu einer Festsetzung des Verkehrswerts, so dass sich der Gegenstandswert nach dem Einheitswert bemisst.

Wurde vom Gericht bereits über den Antrag auf Anordnung des Versteigerungsverfahrens entschieden, fällt eine Pauschalgebühr von 100,00€ an.

Frage 2:

Ein Bruchteilseigentümer kann zwar nicht über das Grundstück im Ganzen oder in Teilen verfügen, er kann aber über seinen Miteigentumsanteil verfügen und diesen an einen Dritten übertragen und verkaufen. Deshalb ist neben der Teilungsversteigerung auch die Zwangsversteigerung nur des Miteigentumsanteils zulässig.

Frage 3:

Beide Versteigerungsarten müssen ausdrücklich beantragt werden. Ein rechtliches Standardverfahren gibt es nicht. Allerdings überwiegt in der Praxis die Teilungsversteigerung, da es sehr schwer ist, für einen Miteigentumsanteil einen Erwerber zu finden, und wenn, muss mit einer deutlichen Verringerung des Erlöses (bezogen auf die anteilige Fläche) gerechnet werden. Der Erwerber eines Bruchteilseigentums kann über das Grundstück nicht allein verfügen und muss gemeinsame Entscheidungen mit den übrigen Miteigentümern treffen, die er weder kennt, noch mit denen er gemeinsame Ziele verfolgt.

Frage 4:

Nach § 26 Abs. 1 GKG trägt die Kosten der Zwangsversteigerung und der Zwangsverwaltung der Antragsteller, wenn die Kosten nicht dem Erlös entnommen werden können. Lediglich die Kosten des Zuschlags schuldet nur der Ersteher (§ 26 Abs. 2 GKG, § 109 ZVG). Dies gilt auch bei der Teilungsversteigerung (§ 180 Abs. 1 ZVG). § 180 Abs. 1 ZVG verweist auf die Anwendbarkeit des 1. Abschnitts der ZVG, also auch der Verteilungsvorschrift des § 109 ZVG. Zuerst werden aus dem Gesamterlös die Kosten befriedigt. Der Überschuss wird auf die Rechte, die durch Zahlung zu decken sind (also des Gläubigers und der Miteigentümer), verteilt. Das Gericht anberaumt einen Verteilungstermin, in dem vom Gericht ein Verteilungsplan aufgestellt wird (§ 113 Abs. 1 ZVG).

Bei der Einzelversteigerung wird der Erlös nach Abzug der Kosten an den Gläubiger ausgekehrt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt C. Norbert Neumann

Bewertung des Fragestellers 8. Dezember 2021 | 20:00

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