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Zwangsversteigerung: Bank verweigert Zuschlag obwohl Wertgrenzen weggefallen sind

12.01.2010 16:50 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Wir haben bei einem ehemaligen Geschäftspartner in seinem Grundbuch eine Grunschuld i.H. von EUR 35.000 eingetragen und zwar an rangerster Stelle. Nun betreibt die Hausbank die Zwangsversteigerung. Der Verkehrswert beträgt EUR 212.000.
Die Forderung der Bank beläuft sich auf ca. EUR 140.000.
Im ersten Termin wurden EUR 90.000 geboten, die Bank hat aber den Zuschlag verweigert. Im zweiten Termin waren die Wertgrenzen weggefallen, es war aber kein Bieter anwesend. Jetzt im dritten Termin wurden EUR 30.000 geboten, was die Bank aber wieder nicht akzeptiert hat, sie besteht darauf, voll befriedigt zu werden.
Meine Frage:
Kann die Bank den Zuschlag verweigern obwohl die Wertgrenzen weggefallen sind?
Wieviele Termine werden angesetzt bevot das Amtsgericht die Versteigerung ablehnt?
Was können wir im nächsten Termin tun um an unser Geld zu kommen?

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes sowie Ihrer Sachverhaltsschilderung zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:

Zu 1.)Kann die Bank den Zuschlag verweigern obwohl die Wertgrenzen weggefallen sind?


Das Zwangsversteigerungsgesetz (ZVG) kennt die sog. 5/10 und die 7/10 Wertgrenze sofern diese Grenze unterschritten ist, hat der Gläubiger ein Recht, Widerspruch gegen den Zuschlag einzulegen. Dieses Recht räumt das ZVG dem Gläubiger ein, damit dessen Befriedigung in einem gewissen Rahmen gesichert bleiben kann.

Insofern diese Wertgrenzen weggefallen sind, sieht das ZVG grundsätzlich kein Recht mehr vor, den Zuschlag zu verweigern. In der Praxis läuft es nämlich oft so ab, dass zunächst mindestens 70 Prozent des Verkehrswertes geboten werden müssen (7/10 – Grenze) und wenn dieses Gebot nicht erreicht wurde in einem weiteren Versteigerungstermin die 5/10 Wertgrenze.

Sofern auch diese Grenze nicht erreicht worden ist, weil sich kein Bieter gefunden hat, fällt die Wertgrenze weg, sodass beispielsweise auch ein Zuschlag bei 40 oder 35 Prozent des betreffenden Verkehrswertes möglich ist.


Zu 2.)Wieviele Termine werden angesetzt bevor das Amtsgericht die Versteigerung ablehnt?


Dies hängt ganz vom Einzelfall aber. Nach der BGH-Rechtsprechung darf zum Schutz des Schuldners die Immobilie nicht verschleudert werden. Daher sind in der Praxis grundsätzlich mindestens drei Termine erforderlich, bevor die Versteigerung abgelehnt werden kann.

In den ersten Termin kann dann die 7/10 Grenze fallen, in dem zweiten Termin die 5/10- Grenze und in dem dritten Termin könnte dann die Zwangsversteigerung frühestens abgelehnt werden, falls das kein angemessenes Gebot vorliegt.


Zu 3.)Was können wir im nächsten Termin tun um an unser Geld zu kommen?


Gem. § 27 ZVG haben Sie als Gläubiger desselben Schuldners grundsätzlich die möglich, der Zwangsversteigerung beizutreten.

Sie sollten in diesem Falle also schnellstmöglich mit dem zuständigen Vollstreckungsgericht in Kontakt treten und dort erklären, dass Sie der Zwangsversteigerung beitreten möchten. Hier wird man Ihnen auch hinsichtlich der konkreten Vorgehensweise weiterhelfen können.

Gegebenenfalls könnte auch hilfreich sein, einen Rechtsanwalt vor Ort mit der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen zu beauftragen, da Sie ja nicht alleine die Zwangsversteigerung betreiben möchten, sondern ein anderer Gläubiger auch noch mit „im Boot“ sitzt.

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Dienstagabend!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/3088316


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