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Zwangsversteigerung, Ist Ablehnung möglich?


27.06.2006 16:45 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stephan Bartels



Mein Exmann hat eine Gewerbliche Immobilie, die sich derzeit in Zwangsverwaltung befindet und demnächst versteigert werden soll.
Dies ergab sich, da er lange Zeit in den USA krank war.
Das Schätzgutachten dieser Bank ist allerdings innerhalb von 2 Jahren unter 70% des Wertes des Gutachtens vor 3 Jahren gerutscht. Das haben wir vor 2 Wochen erfahren, somit deckt ein Angebot in der Zwangsversteigerung nicht die derzeitig aufgelaufenen Kosten. Beim Zwangsverwalter liegt ein Angebot vor, das deutlich geringer ist, als das, was aus Privatverkauf möglich wäre.
Der Versteigerungstermin liegt jedoch 3 Wochen vor dem möglichen Verkauf an Privat, der leider auf Grund eines Auslandsaufenthaltes des Käufers nicht früher erfolgen kann.
Er könnte aber eine direkte Absichtserklärung und eine Bankbürgschaft vorlegen. Dies hätte weiterhin den Vorteil. da er dann 55 wird, daß sich die steuerliche Situation um 150.000 € besser wäre, da der Verkauf nur mit einem 1/4 des Steuersatzes ins Gewicht fiele.
Wie ist die Rechtssituation?. Kann mein Exmann einen Verkauf zu diesem niedrigen Preis aus der Zwangsversteigerung ablehnen?
DIe Bank lehnte nach Telefonischer Rücksprache diese Möglichkeit ab und will die Zwangsversteigerung durchziehen, obwohl sie dann weniger bekommt.
Wie ist die Rechtssituation und die Möglichkeit zum handeln?

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes und aufgrund der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworte:

Aufgrund Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass die Zwangsversteigerung (ZV) der Immobilie bereits vom zuständigen Vollstreckungsgericht angeordnet worden ist. Damit ist das ZV-Verfahren mit all seinen Formalitäten in Gang gesetzt.

Eine Aufhebung bzw. einstweilige Einstellung des Verfahrens wäre jetzt nur noch möglich, wenn

ein grundbuchrechtliches Hindernis besteht
odder
der betreibende Gläubiger seinen Antrag zurücknimmt
oder
der betreibende Gläubiger die einstweilige Einstellung bewilligt
oder
wenn Ihr Mann einen entsprechenden Antrag bei Gericht stellt und danach für das Gericht die Aussicht besteht, dass die ZV vermieden werden kann und wenn die Einstellung nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen Ihres Mannes so wie nach der Art der Schuld der Billigkeit entspricht, vgl. § 30a Abs. I Zwangsversteigerungsgesetz (ZVG)

Der danach erforderliche Antrag ist binnen einer Frist von zwei Wochen nach Zugang des Zwangsversteigerungsbeschlusses zu stellen, in dem auf diese Frist und die Möglichkeit zur Antragstellung hingewiesen worden ist, § 30b Abs. 1 ZVG. Ihr Mann sollte in dem Antrag auf alle relevanten Umstände hinweisen und wenn möglich die erwähnte Absichtserklärung des Kaufinteressenten samt der entsprechenden Bankbürgschaft (in Kopie) beifügen. Es bleibt dann abzuwarten, wie das Gericht entscheidet.

Ich hoffe die Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Stephan Bartels
Rechtsanwalt, Hamburg

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