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Zuzug nach D: Besteuerung der im selben Jahr vor Zuzug erzielten Veräußerungsgewinne


| 20.12.2017 13:14 |
Preis: 40,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von



Guten Tag,

bei Zuzug nach Deutschland z.B. im Mai 2018 wären im April 2018 erzielte Wertpapier-Veräußerungsgewinne im Wohnsitzland im April 2018 (in meinem Fall Belgien) zu versteuern und nicht in Deutschland - korrekt?

Also: Aus Wohnsitz in Deutschland für mehr als 183 Tage in 2018 folgt nicht, dass für die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen ein Wohnsitz in Deutschland für das *ganze* Jahr angenommen wird - korrekt?

Falls nicht korrekt: weshalb nicht?

Die Wertpapiere wurden erworben über mehr als 10 Jahre hinweg bei Wohnsitz außerhalb Deutschlands (so dass keine "Wegzugsbesteuerung" nach §6 AStG greift).

Danke sehr!


Einsatz editiert am 21.12.2017 09:54:56
22.12.2017 | 05:21

Antwort

von


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Marburger Straße 5
10789 Berlin
Tel: 030 219 62 880
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Im Falle eines Zuzugs nach Deutschland im Mai 2018 und einem Aufenthalt in Deutschland von mehr als 183 Tagen im Jahre 2018 wären alle der Einkommensteuer unterliegenden Einnahmen (auch Veräußerungsgewinne) für das Kalenderjahr 2018 in Deutschland zu versteuern (auch die Einnahmen die im Januar - April 2018 im Ausland erzielt wurden). In § 2 Abs. 7 EStG ist festgelegt, dass es sich bei der Einkommensteuer um eine Jahressteuer handelt. Nach § 25 Abs. 1 EStG ist daher Veranlagungszeitraum das Kalenderjahr. Die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer, nämlich das zu versteuernde Einkommen, ist für ein Kalenderjahr zu ermitteln.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Nadiraschwili, LL.M. (Sydney)
Rechtsanwalt

GEISMAR Rechtsanwälte
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10789 Berlin

www.geismar-rechtsanwaelte.de

T +49 (0)30 219 628 80
F +49 (0)30 690 882 26

a.nadiraschwili@geismar-rechtsanwaelte.de


Rechtsanwalt Alexander Nadiraschwili, LL.M.
Fachanwalt für Steuerrecht

Nachfrage vom Fragesteller 22.12.2017 | 11:38

Sehr geehrter Herr Nadiraschwili,

danke für Ihre Einschätzung. Aber ist sie in jedem Fall zutreffend?

So wird ja in meinem hypothetischen Fall (Umzug von Belgien nach Deutschland im Mai 2018) Einkommen aus unselbständiger Arbeit von Januar bis April 2018 laut DE-BE-Doppelbesteuerungsabkommen Art. 15 jedenfalls in Belgien besteuert und nicht in Deutschland. Ein Beispiel also, dass § 2 Abs. 7 EStG nicht absolut gilt.

Ein weiteres Gegenargument: Veräußerungsgewinne sind als einmalige Zahlungen Abfindungen nicht unähnlich. Für vor dem Zuzug nach Deutschland, also noch im Ausland erhaltene Abfindungen aber wird hier
https://www.frag-einen-anwalt.de/Besteuerung-in-Deutschland-nach-Zuzug-aus-dem-Ausland--f196023.html
wegen des Zuflussprinzips eine Steuerpflicht in Deutschland verneint.

Danke im Voraus für Ihre Antwort.

Bewertung des Fragestellers 31.12.2017 | 12:21


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"Nach langer eigener Recherche scheint mir die gegebene Antwort unzutreffend. Zudem habe ich keine Antwort auf meine Anschlussfrage erhalten.

Fazit: nicht zufriedenstellend und keine 40 Euro wert.

Die richtige Antwort wäre wohl diese gewesen:
i) Die vor Zuzug nach Deutschland erzielten Veräußerungsgewinne werden nicht in Deutschland besteuert. Grund: Besteuerungsrecht allein beim Wohnsitzland, gemäß DBA. Die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland beginnt erst mit Wohnsitznahme. An diese Pflicht knüpft § 2 EStG Abs. 1 die Besteuerung ausländischer Einkünfte.
ii) Doch gehen jene Veräußerungsgewinne ein in die Berechnung der deutschen Steuerprogression, d.h. sie unterliegen dem "Progressionsvorbehalt" (§ 32b EStG) und erhöhen damit den Durchschnittssteuersatz, der dann angewandt wird auf das in Deutschland besteuerbare Einkommen.

Wegen i) ist die Auskunft
"Die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer (…) ist für ein Kalenderjahr zu ermitteln."
bei Zuzug im Kalenderjahr fal"
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 31.12.2017
2,6/5.0

Nach langer eigener Recherche scheint mir die gegebene Antwort unzutreffend. Zudem habe ich keine Antwort auf meine Anschlussfrage erhalten.

Fazit: nicht zufriedenstellend und keine 40 Euro wert.

Die richtige Antwort wäre wohl diese gewesen:
i) Die vor Zuzug nach Deutschland erzielten Veräußerungsgewinne werden nicht in Deutschland besteuert. Grund: Besteuerungsrecht allein beim Wohnsitzland, gemäß DBA. Die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland beginnt erst mit Wohnsitznahme. An diese Pflicht knüpft § 2 EStG Abs. 1 die Besteuerung ausländischer Einkünfte.
ii) Doch gehen jene Veräußerungsgewinne ein in die Berechnung der deutschen Steuerprogression, d.h. sie unterliegen dem "Progressionsvorbehalt" (§ 32b EStG) und erhöhen damit den Durchschnittssteuersatz, der dann angewandt wird auf das in Deutschland besteuerbare Einkommen.

Wegen i) ist die Auskunft
"Die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer (…) ist für ein Kalenderjahr zu ermitteln."
bei Zuzug im Kalenderjahr fal


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