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Zustimmung in die Adoption des biologischen, nicht rechtlichen Vaters

| 23.11.2020 12:49 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Hallo,

Ich benötige eine Einschätzung, wie sich § 1747 Abs. 1 auf meine Situation anwenden lässt:
„Zur Annahme eines Kindes ist die Einwilligung der Eltern erforderlich. Sofern kein anderer Mann nach § 1592 als Vater anzusehen ist, gilt im Sinne des Satzes 1 und des § 1748 Abs. 4 als Vater, wer die Voraussetzung des § 1600d Abs. 2 Satz 1 glaubhaft macht."

Ich möchte das Kind meiner Lebensgefährtin adoptieren. Wir erfüllen für die Adoption alle Voraussetzungen und das Kind möchte auch gerne von mir adoptiert werden.

Der biologische Vater hat die Vaterschaft nie anerkannt, das Kind hat demnach keinen rechtlichen Vater. Er hatte allerdings bis zum 6. Lebensjahr mit dem Kind Kontakt und die beiden hatten auch eine gute Beziehung zueinander. Dann hat er allerdings über einen Anwalt mitteilen lassen, dass er keinen Kontakt mehr möchte. Der Kontaktabbruch ging von ihm aus, da das Kind zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in seine Lebensplanung passte. Der Kontaktabbruch ist fast 4 Jahre her und seither hat meine Partnerin nichts mehr von ihm gehört. Unterhalt hat der biologische Vater nie gezahlt.

Da wir mit dem Jugendamt in Kontakt stehen und dort die Vorgeschichte bereits bekannt ist, werden wir den biologischen Vater im Adoptionsverfahren nicht verschweigen können. Auch das Kind erinnert sich (leider) intensiv an die Zeit mit ihm, es wird ja auch im Rahmen des Verfahrens vom Gericht und vom Jugendamt angehört werden.

Meine Lebensgefährtin und auch das Kind möchten aber am liebsten keinerlei Kontakt mit dem biologischen Vater aufnehmen, um die Einwilligung zu erhalten oder um ihn über das Adoptionsverfahren informieren. Das Kind war damals durch den Kontaktabbruch sehr traumatisiert, war lange in psychologischer Behandlung und meine Lebensgefährtin befürchtet, dass durch einen Kontakt alte Wunden wieder aufgerissen werden. Außerdem habe gerade ich große Angst, dass der biologische Vater angesichts der anstehenden Adoption durch mich nun doch die Vaterschaft haben möchte.

Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass im Rahmen des Adoptionsverfahrens auf die Einwilligung des biologischen, aber nicht-rechtlichen Vaters verzichtet werden kann?

Was können wir gegebenenfalls tun, dass das Gericht auf die Einwilligung verzichtet und dass der biologische Vater von dem Adoptionsverfahren nichts mitbekommt? Sollen wir in den Antrag schreiben, dass wir aufgrund der Situation nicht wollen, dass der biologische Vater informiert wird?

23.11.2020 | 14:31

Antwort

von


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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

Sie verweisen schon zutreffend auf die Vorschrift § 1747 BGB .

Ein gesetzlicher Vater ist nicht vorhanden. Aber der biologische Vater hat die Möglichkeit glaubhaft zu machen, dass er der Mutter während der Empfängniszeit beigewohnt hat. Dann bedarf seiner Einwilligung.

Die Einwilligung ist dann erforderlich, wenn der Vater dem Verfahren überhaupt beitritt.

Wenn er nicht beitritt, ist auch die Einwilligung nicht erforderlich.

Aber nach der Rechtsprechung, insbesondere OLG Bamberg, Beschluss vom 26.04.2017, Az.: 2 UF 70/17 , muss der biologische Vater Kenntnis vom Verfahren haben. Ihm muss die Möglichkeit gegeben werden, an dem Verfahren teilnehmen zu können und aus diesem Grund muss erv om Familiengericht benachrichtigt werden, soweit grundsätzlich.

Aber nach der oben zitierten Entscheidung kann von einer Beachrichtigung auch abgesehen werden, wenn unzweifelhaft feststeht, dass der Vater auf seine Stellung als Vater verzichtet hat.

Es wird demnach darauf ankommen, was der Vater zum Kontaktabbruch über seinen Anwalt mitgeteilt hat. Wenn darin ein Verzicht zu sehen ist, kann nach meinem Dafürhalten von einer Benachrichtigung abgesehen werden und dann bedarf es auch keiner Zustimmung.

Sie sollten im Antrag nicht formulieren, dass Sie nicht wollen, dass der Vater benachrichtigt wird.

Sie sollten es so formulieren, dass er mit dem Abbruch, der das Kind sehr traumatisiert hat, so dass dieses lange in psychologischer Behandlung war, den Verzicht auf seine Vaterstellung erklärt hat. Aus diesem Grund kann dann von einer Benachrichtigung abgesehen werden.

Führen Sie die Beeinträchtigungen des Kindes auf.

Sofern das Schreiben des Anwaltes als Verzicht aufgefasst werden kann, ist auch dieses vorzulegen.


Es wird dann die Entscheidung des Gerichtes sein, wie dieses vorgeht.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle




Bewertung des Fragestellers 23.11.2020 | 14:35

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