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Zustand Linoleum bei Auszug nach 30 Jahren

29.06.2009 16:25 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen uind Herren,
ich ziehen derzeit nach 30-jähriger Mietdauer aus. In den Kinderzimmern der Wohnung habe ich vor rd. 20 Jahren einen am Rand geklebten Teppichboden verlegt, der sich nun nicht mehr sauber entfernen lässt, auch unter Zuhilfenahme von Experten nicht, so dass neue Böden notwendig werden. Die seitherigen Linoleumböden sind vor 39 Jahren eingebaut worden. Der Vermieter verlangt nun, dass ich mich zur Hälfte am Einbau neuer Böden beteilige. Der Mietvertrag ist ein Formularvertrag und wurde 1978 geschlossen. Der Mietvertrag sieht vor, dass bei Beendigung des Mietverhältnisses alle Schönheitsreparaturen von einem Fachgeschäft durchzuführen sind und bei übermässiger Abnützung Ersatz in Geld geleistet werden muss, "dasselbe gilt bei schuldhafter Beschädigung des Bodenbelages durch den Mieter".
Frage: Ist eine Kostenbeteiligung an den neuen Bodenbelägen berechtigt und welcher Teil ist bei so alten Bodenbelägen in etwa angemessen?
29.06.2009 | 17:08

Antwort

von


(115)
Am Kabutzenhof 22
18057 Rostock
Tel: 0381-25296960
Web: http://www.mv-recht.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:

Zunächst ist es so, dass der Mieter verpflichtet ist, die Wohnung zurückzugeben, § 546 BGB . Er hat aber Veränderungen und Verschlechterungen der Mietsache, die durch vertragsgemäßen Gebrauch entstanden sind, nicht zu vertreten, § 538 BGB .

In Ihrem Fall könnte zunächst argumentiert werden, dass bereits bei Einzug der Linoleum-Boden 9 Jahre alt war und daher eine vertragsgemäße Nutzung der Mietsache überhaupt nur durch die Verlegung eines Teppichbodens in Frage kam.
So soll ein PVC-Boden eine durchschnittliche Lebensdauer von neun bis 10 Jahren haben ( Landgericht Wiesbaden <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20S%20395/90" target="_blank" class="djo_link" title="LG Wiesbaden, 25.02.1991 - 1 S 395/90">1 S 395/90</a> ).

Demnach stellt das Auslegen des Teppichbodens sich als vertragsgemäße Nutzung dar, deren Folgen nicht von Ihnen zu beseitigen sind.

Andererseits könnte durch den Vermieter argumentiert werden, allein die Verwendung des Teppichklebers habe zu den gegenständlichen Schäden geführt und nunmehr die Neuverlegung erfordert. Die Verklebung am Rande könnte als nicht notwendig dargestellt werden.
Ob dieses Argument durchgreift, kann ich von hier aus nicht beurteilen aber selbst wenn:

Angenommen Sie stünden in der Pflicht, weil Ihnen die Schadensverursachung zuzurechnen ist, so hätte der Vermieter sich einen sogenannten Abzug Neu- für - Alt anrechnen zu lassen.

Hierbei wird berücksichtigt, dass der Eigentümer durch eine Wiederherstellung Neuteile (einen neuen Bodenbelag) erhält statt der im Schadensereignis vorhandenen gebrauchten Teile und dadurch der Wert der beschädigten Sache gesteigert wird.

Dem Ausgleich dieser Wertsteigerung dienen die Abzüge Neu für Alt, die dem Schädiger zugute kommen.

Vorliegend wäre also von dem Wert des neuverlegten Bodenbelages der Restwert des alten Belages abzuziehen. Jene Differenz käme Ihnen zugute.

Bezogen auf das obige Urteil, welches von einer durchschnittlichen Haltbarkeit von 9-10 Jahren ausging, verbleibt nach einem Abzug Neu-für-Alt aller Wahrscheinlichkeit nach keinerlei Schadensersatzanspruch, da ein 39 Jahre alter Linoleum-Belag keinerlei Wert mehr hat. Dies dürfte allenfalls mit leichten Abschlägen auch dann anzunehmen sein, wenn der Bodenbelag ansonsten pfleglich behandelt wurde und ohne die „Verklebeschäden“ keine größeren Beschädigungen aufweisen würde.

Es ist daher nach erster Einschätzung sehr stark davon auszugehen, dass die Forderungen Ihres Vermieters weit übertrieben sind. Ich rate Ihnen die Forderung nach einer Beteiligung in Höhe von 50 %, mit Hinweis auf die Ausführungen zu Alt-für-Neu, abzulehnen. Welcher Betrag ggfs. noch angemessen wäre, lässt sich von hieraus schwer sagen. Hierzu müssten Sie den
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An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen. Die hier gegebene Antwort basiert vollständig auf Ihren eigenen Angaben.



Rechtsanwalt Mirko Ziegler

Ergänzung vom Anwalt 30.06.2009 | 09:41

Sehr geehrter Fragesteller,

bezüglich des drittletzten Absatzes möchte ich zum Verständnis ergänzen:

Wenn der neue Belag 1000 Euro kosten würde, der alte Belag aber nur noch einen Restwert von 100 EUR hat, so kommt Ihnen die Diffetrenz von 900 Euro zugute. Lediglich 100 EUR wären dann von Ihnen als Schadensersatz zu leisten.


Sollten meine Ausführungen nicht Ihr Verständnisproblem geklärt haben, nutzen Sie bitte gern die kostenlose Nachfragefunktion.


Mit freundlichen Grüßen

Ziegler
-Rechtsanwalt-

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