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Zusammenveranlagung nach Hochzeit im Ausland

| 05.11.2019 18:20 |
Preis: 48,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


09:48
Hallo,

ich bin deutscher Staatsbürger und habe im November 2018 im Ausland meine venezolanische Frau geheiratet. Meine Frau war bis einschließlich September 2018 in Deutschland gemeldet (Au-Pair-Visum, keine Einkünfte) und musste aufgrund des auslaufenden Visums zurück nach Venezuela. Sie ist erst im April 2019 zurück nach Deutschland gezogen, da die Beantragung des Visums lange gedauert hat. Aus diesem Grund konnten wir die Ehe erst mit ihrer Anmeldung in Deutschland im März 2019 eintragen lassen.

Meine Frage:
Kann ich rückwirkend für das Jahr 2018 eine Zusammenveranlagung beantragen oder sind wir steuerlich nach deutschem Recht erst seit März 2019 verheiratet?

Vielen Dank!
05.11.2019 | 19:48

Antwort

von


(30)
Frankenstraße 10
56626 Andernach
Tel: 01747154264
Web: http://www.evdorrien.com
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie können die Zusammenveranlagung für 2018 auf jeden Fall beantragen, dabei sollte aber folgendes beachtet werden:

Gemäß § 26 Abs. 1 EStG können Ehegatten nur dann zwischen Einzelveranlagung und Zusammenveranlagung wählen, wenn beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben.

Das Merkmal des dauernden Getrenntlebens bezieht sich eigentlich (rechtlich) auf einen die Scheidung vorbereitenden Zustand ("Trennung von Tisch und Bett" ) und liegt bei einer soeben erst geschlossenen Ehe anscheinend nicht vor.

Dennoch muss dazu, dass Sie aufgrund der Umstände (Dauer des Visumsverfahrens) rein tatsächlich eben doch getrennt gelebt haben, ein Satz gesagt werden, denn das FA kennt die besonderen Umstände ja nicht.

Der Splittingtarif soll nur denjenigen Ehepaaren zugute kommen, die eben auch ökonomisch zusammenleben. Dies nur zur Erläuterung dafür, dass das FA prüft, ob die Voraussetzungen der gemeinsamen Veranlagung vorliegen - jedenfalls dann, wenn es nicht von vornherein klar ist wie bei einer gemeinsamen Wohnanschrift etc. Die aber hatten Sie im vergangenen Jahr eben nicht, Ihre Frau lebte ja in Venezuela.

Zwar wird auf dem ESt-Formular nur nach dem Datum der Eheschließung gefragt, und das liegt bei Ihnen ja im Jahre 2018. Wegen der Tatsache, dass die im Ausland geschlossene Ehe erst im März 2019 in das Eheregister eingetragen bzw. beim Standesamt gemeldet wurde, sollte die Angabe auch in der Steuererklärung korrekt sein.

Grundsätzlich gilt die im Ausland rechtsgültig geschlossene Ehe ab dem Zeitpunkt der Eheschließung. Für die steuerliche Anerkennung verlangt § 26 EStG aber, dass beide
Ehepartner ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

Sie müssen also beide mehr als die Hälfte des Jahres hier wohnen, um unbeschränkt steuerpflichtig zu sein. Weil Ihre Frau aber 2018 im Ausland gelebt hat, ist sie nur beschränkt steuerpflichtig. Sie kann dann nur beim FA beantragen, dass sie als fiktiv unbeschränkt steuerpflichtig behandelt wird. Dann wäre auch in diesem Fall eine Zusammenveranlagung möglich.

Das bedeutet, dass Sie dem Finanzamt tatsächlich darlegen sollten, dass und warum Ihre Frau zunächst nicht mit Ihnen in Deutschland zusammengelebt hat, damit Sie dennoch die Vorteile der Zusammenveranlagung nutzen können. Denn für die Geltendmachung steuerlicher Vorteile ist derjenige nachweispflichtig, der die Vorteile in Anspruch nehmen will.

Insofern kann es nicht schaden, den konkreten Sachverhalt ausführlich und konkret darzulegen. Sie waren im Jahre 2018 nun einmal bereits verheiratet, und die Dauer des Visumsverfahrens haben Sie nicht zu vertreten.

Aber die unbeschränkte Steuerpflicht gem. § 26 EStG lag für Ihre Frau im Jahre 2018 eben nicht vor, und über diese Schwelle müssen Sie herüberkommen.

Wenn noch etwas unklar geblieben ist, fragen Sie gerne nach.

Mit freundlichem Gruß!


Rechtsanwältin Elisabeth v. Dorrien

Nachfrage vom Fragesteller 06.11.2019 | 08:47

Sehr geehrte Frau Dorrien,

vielen Dank für die ausführliche und schnelle Antwort. Jedoch kann ich nicht nachvollziehen, warum Sie ein Problem darin sehen, dass meine Frau als unbeschränkt steuerpflichtig eingestuft wird.

Sie hatte, wie geschrieben, 2018 bis Ende September, also insgesamt 9 Monate ihren Wohnsitz in Deutschland und war hier gemeldet. Sie hatte bis zum Ende des Jahres keine Einkünfte im Ausland. Laut §1 Abs 1 Estg (https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__1.html) dürfte diese Tatsache laut meiner Auffassung ausreichen, damit sie für 2018 in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig war. Oder habe ich etwas außer Acht gelassen?

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.11.2019 | 09:48

Für die Zusammenveranlagung ist ja (nur) die Zeit nach der Eheschließung entscheidend, und nach der Verheiratung mit Ihnen war Ihre Frau mangels Wohnsitzes in Deutschland eben nicht unbeschränkt steuerpflichtig im Sinne des § 26 EStG .

Bewertung des Fragestellers 07.11.2019 | 13:09

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"Mein Anliegen wurde von Fr. Dorrien sehr schnell und ausführlich beantwortet, ich würde sie jederzeit wiederempfehlen. "
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 07.11.2019
4,8/5,0

Mein Anliegen wurde von Fr. Dorrien sehr schnell und ausführlich beantwortet, ich würde sie jederzeit wiederempfehlen.


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