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Zusammenveranlagung

24.01.2005 12:42 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Hallo
ich war seit dem Jahre 1993 getrenntlebend. Die Steuer wurde aber bis zum Jahr der Scheidung im Jahre 1999 in Zusammenveranlagung gemacht.
Die letzte Zusammenveranlagung habe ich bei meinem (unserem Steuerberater) wegen einem 2 jährigen Auslandsaufenthalt
blanco unterschrieben.
Im Jahre 2000 ergab sich aus dieser Zusammenveranlagung eine Auszahlung in Höhe von 19.200 DM
Ich habe in dieser Steuererklärung Versicherungen auszahlen lassen wegen Rückkauf in Höhe von ca. 40 000 DM
Ebenfalls bin ich behindert, was mit Sicherheit eine rel. grosse
Steuerermäßigung mit sich bringt.
Erst jetzt habe ich auf Drängen über das Finanzamt eine Kopie erhalten.
Daraus war ersichtlich, dass meine Adresse falsch angegeben wurde, und zwar die Adresse -wo mein Mann wohnte nach seinem Auszug. Die Kontonummer wurde handschriftlich abgeändert. Die Auszahlung erfolgte auf dieses mir unbekannte Konto.
Frage1 Habe ich Anspruch auf die Hälfte, oder einen Teil dieser Auszahlung?
In dieser Steuererklärung ist ersichtlich, dass über 100 000 DM
Privatausgaben angegeben wurden, angeblich hat mein Mann Unterhaltszahlungen angegeben, die er nie machte.
Weiterhin wurden Mietkosten angegeben für einen Raum, welcher er schon jahrelang nicht mehr bewohnte. (geschäftlich)
Ich habe meinem Mann in den Jahren des Getrenntlebens ca. 100 000 DM von meinem Privatkonto auf sein Geschäftskonto gebucht, aber Steuerberater kann sich an nichts mehr erinnern. (Kontoauszüge vorhanden)
Frage 2. Ist der Steuerberater nicht verpflichtet, mir Auskunft zu geben, was von meinem Konto auf das Geschäftskonto verbucht wurde?
Ich habe mir durch Falschauskunft meines Mannes bei Gericht meinen not. Unterhalt in Höhe von DM 3000 verwirkt, da mein Mann behauptete sich an seinen Konten bedient zu haben.
Ich hatte Zugang zu diesem Konto.
Da ich mit ca. 100 000 in Vorlage trat, habe ich mir 17 000
auf mein Privatkonto buchen lassen, (Auszahlung einer Versicherung). Das Gericht sah dies als geschäftsschädigend an, weil mein Mann behauptete, davon nichts gewusst zu haben.
Der Steuerberater erklärte, sobald die Auszahlung der Steuererklärung erfolgt, wäre das dann wieder ausgeglichen.
Frage 3: Wie komme ich an meine Unterlagen ran, um zu beweisen, dass Zahlungen von meinem Privatkonto auf das Geschäftskonto erfolgten.
Ich muss ja dem Gericht die Beweislast bringen, was ich aber nicht kann ohne Unterlagen.
Ich möchte nicht verurteilt werden, für etwas, was ich nicht getan habe.
Ich war eine wohlhabende Ehefrau und bin jetzt ein Sozialfall.
Ich habe innerhalb von 2 Jahren 2 Häuser verloren (Zwangsversteigert) Wie beweise ich dem Gericht meine Unschuld
Frage 4: Kann ich den Steuerberater haftbar machen?

Im vorab herzlichen Dank für eine Beantwortung

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre doch recht komplexe Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

1.)
Sicherlich haben Sie einen Anspruch auf Beteiligung an den Rückzahlungen; allerdings werden Sie die von Ihnen gemachten Angaben auch nachweisen müssen.

2.)
Der Steuerberater ist Ihnen nur zur Auskunft verpflichtet, wenn SIE Auftraggeberin waren; ansonsten wird er sich sicherlich auf seine Pflicht zur Verschwiegenheit berufen.

3.)
Sofern es IHRE Unterlagen waren, haben Sie einen Anspruch auf Herausgabe vom jeweiligen Besitzer.

Gegenüber dem Gericht sollten Sie deutlich machen, dass nicht Sie, sondern allein die Gegenseite im Besitz der Unterlagen ist und beantragen, der Gegenseite seitens des Gerichtes aufzuerlegen, die Unterlagen vorzulegen. Es kann dann eine Beweislastumkehr eintreten.

4.)
SEINEN Steuerberater kann man grundsätzlich in die Haftung nehmen, sofern ihm eine Pflichtverletzung nachgewiesen kann; allerdings müssen SIE den Nachweis komplett führen.


Ich rate Ihnen, sich zunächst einmal mit dem Finanzbeamten in Verbindung zu setzen; schildern Sie dort den Fall und vereinbaren Sie einen termin, um Einsicht in die Unterlagen zu erhalten. Diese können dann auch gegen Kostenbeteiligung beim FA kopiert werden, so dass die ev. dann in den Besitz aussagekräftiger Unterlagen kommen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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