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Zusammenstoß mit unbeleuchtetem vorfahrtberechtigten Fahrzeug


04.03.2007 19:54 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin



Am 25.12.2006 gegen 20:00 abends, also bei völliger Dunkelheit, wollte meine Frau von einer Autobahnabfahrt auf eine Landstraße nach links einbiegen. Als von rechts kein Fahrzeug mehr kam, ließ sie noch ein von links kommendes Fahrzeug vorbei und fuhr los.
Zu ihre Überraschung kollidierte sie dabei mit einem Fahrzeug. Der Schaden entstand beim Fahrzeug meiner Frau vorne rechts, bei der Unfallgegnerin am hinteren rechten Kotflügel.
Nach einigem Zögern und nach Aufforderung durch die Fahrerin des Fahrzeugs, das mit Beleuchtung vor ihr gefahren war, gab die Unfallgegnerin zu, dass sie vergessen hatte die Beleuchtung einzuschalten. Das beleuchtete und das folgende unbeleuchtete Fahrzeug waren mit einem gemeinsamen Ziel „Kolonne“ gefahren, meine Frau hat das zweite Fahrzeug nicht wahrgenommen. (Das Fahrzeug der Unfallgegnerin ist ein älterer Kleinwagen mit verblichener roter Farbe.)
Es gibt also eine Zeugin, und die Fakten wurden dann auch nicht mehr von der Unfallgegnerin bestritten.
Im Glauben, dass damit die Schuldfrage geklärt sei, hat meine Frau den Schaden an ihrem Fahrzeug richten lassen (ca. 1.100,- Euro).
Die Versicherung des Unfallgegners sieht allerdings die Hauptschuld bei meiner Frau und nur eine Teilschuld von 25% bei der Unfallgegnerin.
Das ist sehr überraschend - wie ist die Rechtslage?

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die vom gegnerischen Haftpflichtversicherer vorgenommene Schadensverteilung halte ich für falsch.

Für die Klärung der Frage, ob jegliches Mitverschulden Ihrer Frau entfällt, müsste die polizeiliche Ermittlungsakte eingesehen werde, sofern die Polizei gerufen wurde.

Für ein überwiegendes Verschulden der Gegenseite spricht aber folgendes:

Der Verursachungsbeitrag der Unfallgenerin wiegt deshalb schwerer als 25 %, weil es sich bei dem Fahren ohne Licht um einen Verkehrsverstoß handelt, der die Gefahr eines Unfalls bei völliger Dunkelheit außerordentlich wahrscheinlich macht. Denn die Sehleistung des menschlichen Auges erreicht zur bei Dunkelheit nur rund 1/20 des am Tag vorhandenen Werts(Hartmann DAR 76, 326ff.). Von Bedeutung ist weiter, ob das von der Unfallgegnerin geführte Fahrzeug nicht von auffälliger Farbe war (vgl. Hartmann aaO S. 336) und ob die Straßenbeleuchtung an diesem Kreuzungsbereich ausreichend oder unzureichend war.

Diese Umstände ergeben sich im Regelfall aus der Ermittlungsakte bzw. eigener Recherchetätigkeit und machen den Unterscheid zwischen voller Haftung der Gegenseite und Teilhaftung Ihrer Frau aus. Aus der Ferne kann ich diese Umstände naurgemäß nicht abschließend klären.

Ein für den Unfall hauptursächlich gewordenes Verschulden Ihrer Frau erkenne ich aber auch ohne detailierte Kenntnisse nicht. Niemand braucht damit zu rechnen, daß ein anderer Verkehrsteilnehmer mit einem Pkw ohne Licht fährt (OLG Düsseldorf VRS 5, 317f.; OLG Hamm VRS 78, 303 (305); Mühlhaus DAR 69, 1 (5); Mühlhaus/Janiszewski, StVO 9. Aufl. § 17 Anm. 2 a; Sprenger aaO S. 14 zu II. 2 b nn).

Die derzeitige Haftungsverteilung sollten Sie daher nicht hinnehmen, vgl. auch Kammergericht Berlin VersR 1983, 839 (Urt. v. 13.12.1982 - 12 U 2001/82).

Ich hoffe Ihnen auf diesem Weg eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt




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