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Zusammenlegung von zwei Wohnungen mittels Entfernung tragender Wand

18.11.2016 14:58 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch


Guten Tag,

ich besitze zwei isolierte Eigentumswohnungen in einem Wohnhaus mit ingesamt 5 Parteien. Mir gehören 3 Eigentumsanteile. Ich möchte nun zwei Wohnungen zu einer zusammenlegen um diese gesamt zu bewohnen. Hierzu ist ein Durchbruch einer tragenden Wand notwendig um die beiden Wohneinheiten miteinander zu verbinden. Die Statik wurde von einem Statiker offiziell berechnet und kann über den Einzug eines Stahlträger sichergestellt werden. Der Umbau erfolgt über einen Spezialisten und zertifiziertes Bauunternehmen. Die Bauantrag wurde beim Bauamt gestellt und erteilt.
Laut Verwalter benötige ich zusätzlich die Einwilligung aller verbleibenden Eigentümer. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Eigentümer unter dem Vorwand möglicher Risiken die Einwilligung nicht erteilen (tatsächlich wollen sie den Baulärm vermeiden).
Wenn ich den Umbau nun ohne Einwilligung durchführen lasse, wie wahrscheinlich ist es, ein Baustopp bewirkt werden kann, oder nach erfolgten Einbau des Trägers (4 Meter lang und 1,5 Tonnen schwer) dieser wieder ausgebaut werden muss. Ich habe gelesen, dass es diesbezüglich Urteile gab, die meine Position stützen. Sollte ich besser auf das Einholen einer Einwilligung verzichten und den Durchbruch durchführen oder ist es sinnvoller die Einwilligung zu erfragen auf die Gefahr hin, dass diese abgewiesen wird.

Danke für ein Feedback

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Seit dem Jahr 2010 ist die Zusammenlegung von Wohnungen deutlich einfache geworden und es besteht kein Anlass zur Sorge, dass die übrigen Eigentümer verhindern können, dass Sie die Wohnungen zusammenlegen - WENN Sie den ordnungsgemäßen Weg einhalten, einen Beschluss herbeiführen (oder bei Verweigerung auf Zustimmung klagen) und auch die Fragen der Abrechnung entsprechend neu geregelt werden.

Nicht zu empfehlen ist dagegen tatsächlich ein eigenmächtiges Handeln, damit öffnen Sie die Büchse der Pandora - vom Baustopp per Verfügung (geht sehr schnell) bis hin zu Schadenersatzsansprüchen, weil irgendwer durch irgendwas beeinträchtigt wird.

Die damit vorprogrammierten Rechtsstreitigkeiten und Störungen des Hausfriedens wiegen nicht weniger als die alternativen abervermeidbaren Streitigkeiten auf Zustimmung.

Wenn durch die Baumaßnahme nur Sondereigentum betroffen ist und eine Beeinträchtigung des Gemeinschaftseigentums ausgeschlossen ist, dann droht Ihnen zwar keine Verpflichtung zum Rückbau (Bsp: AG Hamburg-Blankenese, Beschluss vom 05.12.2007 - 506 BFH Aktenzeichen II 60/06)
Ärger und Rechtsstreitigkeiten haben Sie dann aber trotzdem. Ich halte dies nicht für einen vorzugswürdigen Weg sondern würde Ihnen im Interesse des Erhalts des Hausfriedens das "normale" und rechtlich richtige Vorgehen ans Herz legen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 19.11.2016 | 15:02

Eine Rückfrage habe ich noch: Es handelt sich bei einer tragenden Wand ja eben nicht um Sondereigentum, sondern um Gemeinschaftseigentum. Auf welche Rechtsprechungen bzw. Gesetzesgrundlage kann ich mich im Streitfall (bei Verweigerung der Zustimmung durch die übrigen Eigentümer) berufen?

Danke und beste Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.11.2016 | 15:31

Für diesen Fall gilt gleichwohl die Rechtsprechungslinie ab 2010, allerdings ist in diesem Fall keinesfalls zu einem eigenmächtigen Verhalten zu raten. Urteile in Ihrem Sinne bei einem eigenmächtigen Handeln konnte ich nicht finden, Sie sollten daher unbedingt den Beschlussweg einhalten und müssen insofern die technische Unbedenklichkeit nachweisen.


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