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Zusammenfassung / Nacherzählung eines Computerspiels

06.05.2015 12:45 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Guten Tag,

meine Kollegen und ich planen derzeit ein Projekt und benötigen zur Verifizierung unserer Rechtsauffassung juristische Unterstützung. Grundlage unseres Projekts Bildet Paragraph 24 Abs. 1 UrhG.

Wir haben vor, ältere Computerspiele (1990-2005), die Einzelspieler-Inhalte mit einer fortlaufenden Geschichte innerhalb der Einzelspieler-Missionen in einem Kompendium nachzuerzählen bzw. zusammenzufassen. Es handelt sich bei den Computerspielen um geschützte Werke und eingetragene Marken. Man muss sich das so vorstellen, dass wir die Handlung, die der Spieler am Computer Audio-visuell per Maus und Tastatur erlebt, in ein Buch überführen wollen. Hierbei werden wie bei Romanen üblich verschiedene Stilelemente zum Einsatz gebracht, um die teils langweiligen Elemente (Beispiel: Protagonist läuft per Mausklick einen Weg entlang) "auszuschmücken" und damit eine schöpferische Höhe aufweist? (Beispiel: Nur das Licht seiner Laterne erhellte die sonst stockfinstere Nacht, als Johann sich auf dem Weg nach Durnhall befand). Damit wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, spiele Klassiker nachzuerleben bzw. die "gute alte Zeit" bei Kennern aufleben zu lassen.

Die Fragen die sich uns jetzt stellen sind folgende:

1. Bedarf es der Zustimmung des Rechteinhabers o.g. Zusammenfassung des Spielerlebnisses bzw. der Überführung Audio-visueller Inhalte in Textform zu verwerten?

2. Bedarf es der Zustimmung des Rechteinhabers den Namen des Computerspiels aus Informationszwecken als Subtitel zu verwenden? Beispiel: Die besten Spiele aller Zeiten - Band 1: Super Mario Brothers

3. Bedarf es der Zustimmung des Rechteinhabers, wenn im Buch die Namen der Fantasiecharaktere, Ortschaften und dergleichen aus dem Originalwerk verwendet wird?

4. Bedarf es der Zustimmung des Rechteinhabers, wenn die Dialoge des Computerspiels zwischen den Charakteren als wörtliche Rede zitiert werden? Wenn nein, ist hier an jeder Stelle ein Quellenverweis notwendig oder genügt ein zentraler Vermerk auf die Quelle, also das Spiel?

5. Welche Formulierungen müssen am Anfang des Buches gewählt werden, damit wir uns rechtlich nicht angreifbar machen? genügt hier etwas wie: Alle Rechte verbleiben bei A.? Natürlich mit weiteren Hinweisen.

6. Liegen wir in der Annahme richtig, dass wir uns gegenüber den Rechteinhabern auf Paragraph 24 Abs. 1 UrhG berufen können? Ähnlich dem Präzendenzfall Perlentaucher?

Vielen Dank!

Herzliche Grüße

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Sie können sich in der Tat auf § 24 UrhG und den Präzedenzfall "Perlentaucher" berufen, allerdings steckt gerade beim Urheberrecht der Teufel im Detail.

Knackpunkt ist der Wesensgehalt Ihrer Zusammenfassung/Nacherzählung, dieser muß so stark sein, dass der Wesensgehalt des Computerspiels dahinter verblaßt und Sie ein sehr deutliches eigenes Werk schaffen. Dies klingt sehr philosophisch/abstrakt, leider läßt es sich nicht genauer präzisieren.
Um eine freie Benutzung zu machen, müßten Sie daher eine eigene erzählerische Struktur schaffen. Das ist meines Erachtens gerade bei Nacherzählungen extrem schwierig.

Die Namen des Spiele sind zumeist geschützte Marken, daher sind diese Namen alleine schon deswegen nicht zu verwenden.

Wenn es erfundene Namen, Ortschaften etc. sind, benötigen Sie zwingend die Zustimmung der Rechteinhaber.

Wenn nur die wörtliche Rede zitiert wird, benötigen Sie dafür keine Zustimmung. Jedoch muß ein Quellenverweis erfolgen. Ein globaler Quellenverweis genügt jedoch, wenn jede wörtliche Rede ein Zitat ist und nur aus einem einzigen Spiel zitiert wird.

Formulierungen am Anfang eines Buches helfen Ihnen nicht, wenn Sie dann im Buch doch fremde Urheberrechte verletzen. Einzige Ausnahme wären Quellenverweise für Zitate.

Zusammenfassend halte ich Ihr Vorhaben für interessant, aber rechtlich für sehr, sehr schwierig.

Ich empfehle, eine Mustererzählung zu schaffen und diese einem Anwalt zur vollumfänglichen Prüfung vorzulegen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

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