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Zusammenarbeit einer Escortagentur mit einer 20 jährigen Frau

13. Januar 2014 22:53 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


12:44

Zusammenfassung:

Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung gem. § 232 StGB.

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frage betrifft die Zusammenarbeit einer Escortagentur mit einer 20 jährigen Frau.

§ 232 Strafgesetzbuch legt fest: […] Ebenso wird bestraft, wer eine Person unter einundzwanzig Jahren zur Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution oder zu den sonst in Satz 1 bezeichneten sexuellen Handlungen bringt.

Als Leitsatz ist festgelegt:

„Das Tatbestandsmerkmal „Dazu-Bringen" i.S. des § 232 StGB  setzt voraus, dass der Erfolg der Aufnahme oder Fortsetzung der Prostitution auf die Einflussnahme des Täters zurückzuführen ist, er also den bislang nicht vorhandenen Entschluss der Frauen, der Prostitution nachzugehen, erst hervorruft, oder die Geschädigten von dem von ihnen gefassten Entschluss, die Prostitution aufzugeben oder in geringerem Maße auszuüben, abbringt."

http://www.burhoff.de/insert/?/asp_beschluesse/beschluesseinhalte/1150.htm

Folgender Fall:

Eine Escortagentur sucht auf einer online Stellenbörse mögliche Damen für eine Kooperation. Eine 20 Jahre alte Frau tritt auf Grundlage dieser Ausschreibung aus eigenem Antrieb an die Agentur heran und möchte mit dieser auf selbständiger Basis kooperieren, um sich Dates vermitteln zu lassen. Die Dates beinhalten i.d.R. sexuelle Dienstleistungen. Die Dame hatte zuvor noch nie sexuelle Dienstleistungen angeboten. Es handelt sich in ihrem Fall also offenbar um eine „Aufnahme der Prostitution".

Die Dame erklärt schriftlich, dass es ihr eigener Wille und Entschluss ist, als Escortdame zu arbeiten. Die Agentur ist ihr gegenüber nicht weisungsbefugt. Die Agentur vermittelt ihr Datevorschläge. Ob die Dame diese Dates wahrnimmt oder nicht, kann sie selbst entscheiden. Weiterhin kann sie die Kooperation jederzeit beenden.

Die Dame arbeitet also selbständig als Escortdame und die Agentur unterstützt sie dabei, indem sie der Dame das anfängliche Photoshooting finanziert, der Dame erste Ratschläge für ihre Tätigkeit als Escortdame gibt, die Dame auf ihrer Internetseite vermarktet und Dates vermittelt. Bei erfolgreicher Vermittlung empfängt die Agentur eine marktübliche Vermittlungsprovision.

Liegt hier ein „Dazu Bringen" im Sinne des § 232 StGB seitens der Escortagentur vor? Falls dies bejaht werden kann: Gibt es eine Möglichkeit, beispielsweise an Hand eines Schriftstücks ein „Dazu Bringen" im Sinne des § 232 StGB vorzubeugen. Falls dies bejaht werden kann, welche Angaben muss ein solches Schriftstück beinhalten?

13. Januar 2014 | 23:47

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:




Frage 1:
"Liegt hier ein „Dazu Bringen" im Sinne des § 232 StGB seitens der Escortagentur vor?"


Nach Ihrer Schilderung grundsätzlich nicht.


Das Tatbestandsmerkmal des „Dazu-Bringens" im Sinne von § 232 I 1 Alt. 2 StGB erfasst jedes für den Erfolg ursächliche Täterverhalten, das auf das tatsächliche Herbeiführen der im ersten Absatz des § 232 StGB beschriebenen Handlungsweisen gerichtet ist.

Der Täter muss also entweder das Opfer selbst zu dem fraglichen Handeln veranlassen oder aber den Tatbestandserfolg auf irgendeine andere Weise zu verursachen suchen.

Dieses Bewirken muss dabei keine bestimmte Form haben. Ein bloßes Veranlassen des Opfers zu den tatbestandsmäßigen Verhaltensweisen reicht aus. Unerheblich ist dabei, auf welche Weise dies dem Täter gelingt. Ein besonderes Einwirken, das eine intensive Einflussnahme oder gewisse Hartnäckigkeit des Täters voraussetzen würde, ist gerade nicht notwendig. Daher bedarf es nicht der unmittelbaren Einwirkung auf den Willen des Opfers. Es ist vielmehr nicht einmal überhaupt irgendeine kommunikative Beziehung erforderlich.


Ähnlich wie bei der Anstiftung gem. § 26 StGB scheidet ein „Dazu-Bringen" bei Personen aus, die bereits von sich aus zu den genannten Verhaltensweisen entschlossen sind, sog. "omnimodo facturus".

Letzteres ist nach Ihrer Schilderung anzunehmen.

Solange die Person also weiß, was konkret von ihr erwartet wird und Sie sich jederzeit ohne Nachteile aus dem Vertragsverhältnis lösen kann, besteht keine Strafbarkeit, weshalb sich die Beantwortung der übrigen Fragen nach Ihrer Maßgabe erübrigt.







Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Raphael Fork, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Raphael Fork

Rückfrage vom Fragesteller 14. Januar 2014 | 12:09

Sehr geehrter Herr Fork,

ich möchte bei Ihrer Antwort noch einmal nachhaken. Nach Ihrer Einschätzung ist ein „Dazu-Bringen" im geschilderten Fall „grundsätzlich" nicht gegeben, weil die Person zu den genannten Verhaltensweisen bereits entschlossen ist.

Dieses „bereits entschlossen" ist offenbar der Knackpunkt. Genügt als plausibler Beleg des „bereits entschlossen" die Tatsache aus, dass die Dame sich selbst an die Agentur gewendet hat, um eine Kooperation einzuleiten? Man könnte auch argumentieren, dass die Dame sich zunächst als Reaktion auf die Stellenausschreibung aus reiner Neugierde an die Agentur gewendet hat, der Entschluss also noch nicht feststand und sie im Anschluss von der Agentur im Zuge des Kooperationsgespräches „dazu gebracht" wurde. Ist ein Schriftstück der Dame ausreichend und rechtlich relevant, in dem sie erklärt, dass ihr Entschluss schon vor dem ersten Gespräch stand, um diese Argumentation zu entkräften?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14. Januar 2014 | 12:44

Nachfrage 1:
"die Tatsache aus, dass die Dame sich selbst an die Agentur gewendet hat, um eine Kooperation einzuleiten?"


Das reicht grundsätzlich nur dann aus, wenn sie sich vorher über die Einzelheiten des Geschäftsmodells im klaren war und insbesondere "i.d.R. sexuelle Dienstleistungen" enthalten.




Nachfrage 2:
"Ist ein Schriftstück der Dame ausreichend und rechtlich relevant, in dem sie erklärt, dass ihr Entschluss schon vor dem ersten Gespräch stand, um diese Argumentation zu entkräften?"


Grundsätzlich ja, denn dadurch würde sie ja bestätigen, dass ihr die Modalitäten ihrer Tätigkeit vorher bekannt waren.

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