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Zurückstellung eines Kindes in einer Vorklasse seitens Schulleitung

| 5. Mai 2021 18:44 |
Preis: ***,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von


20:16

Zusammenfassung:

Schulpflichtige Kinder, die noch nicht den für den Schulbesuch erforderlichen körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklungsstand haben, können für ein Jahr von der Teilnahme am Unterricht der Grundschule oder der Förderschule zurückgestellt werden (§ 58 HSchG).

Sehr geehrte Damen/Herren,

die Schulleitung der Schule, wo mein Sohn (in Juli 7) eingeschult werden soll, drängt uns zum Besuch einer Vorklasse. Die Entscheidung basiert auf einen 1-Stundigen Kennenlernen- Termin. Mein Sohn hat auch die Vorschulkurse seit Monaten besucht und die Vorschullehrerin hat uns gegenüber nie ein Problem mit der Einschulung erwähnt, aber unterstutzt jetzt plötzlich das Besuch der Vorklasse. Die Pädagogen im Kindergarten denken, dass mein Sohn sicher schulreif ist. Wir haben unser Sohn auch jetzt für eine Untersuchung beim Kinderarzt vorgestellt. Auch der Kinderarzt sieht kein Grund für eine Zurückstellung. Die Schulleitung hat uns eine für uns nicht nachvollziehbare Erklärung geliefert. Weil unser Sohn etwas schüchtern mit Fremden ist, könnten die Lehrer mit einer Klasse aus 25 Kinder nicht leisten, Wochen oder Monaten zu warten, bis unser Sohn ihm/ihr vertraut und deren Einweisungen verfolgt (was auf unsere Sicht eine reine Übertreibung ist). Ferner würde sich das Personal in den Klassen häufig halbjährlich ändern, und jedes mal könnte man nicht warten, bis das Kind mit dem Lehrer "warm" geworden ist.
Es ist uns nicht bekannt, dass weder eine Schulpädagogische Beteiligung an der Entscheidung gab, noch eine Beteiligung von schulärtzlichen Dienst.
Das Schulsystem ist in einem erbärmlichen Zustand, wenn das Lehrpersonal so schnell wechselt, was unmöglich gut für die gesunde Entwicklung von Grundschulkinder ist. Aber wieso soll mein Sohn den Preis für diesen Zustand bezahlen? Können wir uns dagegen währen? Was passiert, wenn wir das Besuch einer Vorklasse verweigern? Können wir dazu gezwungen werden? Oder bleibt unser Sohn ein Jahr zuhause? Wir wohnen in Hessen.
Vielen Dank im Voraus,
Viele Grüße

5. Mai 2021 | 19:21

Antwort

von


(1283)
Bertha-von-Suttner-Straße 9
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Web: http://rkm-goettingen.de/gero-geisslreiter-verwaltungsrecht
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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Den Maßstab bildet § 58 Abs. 3 und 4 des Hessischen Schulgesetzes (HSchG):

(3) Schulpflichtige Kinder, die noch nicht den für den Schulbesuch erforderlichen körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklungsstand haben, können auf Antrag der Eltern oder nach deren Anhörung unter schulpsychologischer Beteiligung und Beteiligung des schulärztlichen Dienstes von der Schulleiterin oder dem Schulleiter für ein Jahr von der Teilnahme am Unterricht der Grundschule oder der Förderschule zurückgestellt werden. Die Zeit der Zurückstellung wird nicht auf die Dauer der Schulpflicht angerechnet. In den Jahren 2020 bis 2022 kann von einer Beteiligung des schulärztlichen Dienstes nach Satz 1 abgesehen werden, wenn infolge der Corona-Virus-Pandemie das schulärztliche Gutachten nicht oder nicht rechtzeitig erstellt werden kann.

(4) Mit Zustimmung der Eltern können diese Kinder Vorklassen (§ 18) besuchen, wenn dies zur Förderung ihrer Entwicklung angebracht und nach Lage der Verhältnisse möglich ist. Die Entscheidung trifft die Schulleiterin oder der Schulleiter.


Zum Inhalt der Vorklasse sagt § 18 Abs. 1 und 2 HSchG:

(1) In Vorklassen und Eingangsstufen wird in besonderem Maße dem unterschiedlichen körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklungsstand der Kinder Rechnung getragen. Durch die Verbindung von sozialpädagogischen und unterrichtlichen Lern- und Arbeitsformen wird der Übergang in die Grundschule erleichtert.

(2) In Vorklassen können Kinder aufgenommen werden, die bei Beginn der Schulpflicht körperlich, geistig oder seelisch noch nicht so weit entwickelt sind, um am Unterricht mit Erfolg teilnehmen zu können, und deshalb nach § 58 Abs. 3 zurückgestellt worden sind. Vorklassen sind Bestandteil der Grundschulen oder der Förderschulen. Der Schulträger entscheidet im Schulentwicklungsplan (§ 145) dem voraussichtlichen öffentlichen Bedürfnis entsprechend, in welcher Zahl Vorklassen eingerichtet und unterhalten werden. Die Schulaufsichtsbehörde entscheidet jährlich im Benehmen mit dem Schulträger nach der Zahl und den regionalen Schwerpunkten der Rückstellungen sowie nach den personellen Möglichkeiten, an welcher Grundschule oder Förderschule der Unterricht der Vorklasse angeboten wird. Der Unterricht darf nur aufgenommen werden, wenn die Zahl der Schülerinnen und Schüler den für die Bildung einer Klasse festgelegten Mindestwert (§ 144a Abs. 4) erreicht.


Die Zurückstellung kann also gegen den Willen der Eltern vom Schulleiter verfügt werden. Der Besuch einer Vorklasse während der Zurückstellung ist dagegen nur mit Zustimmung der Eltern möglich. Zurückstellung und Besuch einer Vorklasse sind rechtlich zweierlei.

Länger als 1 Jahr kann eine Zurückstellung nicht erfolgen; Ihr siebenjähriger Sohn muss daher spätestens zum Schuljahr 2022/2023 regulär eingeschult werden (vgl. § 58 Abs. 1 Satz 1 HSchG).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben, und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Gero Geißlreiter
Fachanwalt für Verwaltungsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 5. Mai 2021 | 19:47

Vielen Dank für Ihr zügiges Antwort. Sie haben mir sehr klar erklärt, dass Zurückstellung und Besuch einer Vorklasse zwei getrennten Angelegenheiten sind. Eine Frage von mir blieb jedoch unbeantwortet: falls die Schule auf der Zurückstellung besteht und wir Eltern nicht dem Besuch einer Vorklasse zustimmen, was passiert mit meinem Sohn? Wird er ein Jahr länger in der KiTa bleiben oder ein Jahr zuhause? Oder sonst was?
Vielen Dank im Voraus für die Ergänzung Ihrer Antwort.
Mit freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 5. Mai 2021 | 20:16

Sehr geehrte Fragestellerin,

ein Kind, das das dritte Lebensjahr vollendet hat, hat bis zum Schuleintritt Anspruch auf Förderung in einer Tageseinrichtung (§ 24 Abs. 3 Satz 1 des Sozialgesetzbuches VIII - SGB VIII). Für Kinder im schulpflichtigen Alter ist ein bedarfsgerechtes Angebot in Tageseinrichtungen vorzuhalten, wobei das Kind bei besonderem Bedarf oder ergänzend auch in Kindertagespflege gefördert werden kann (§ 24 Abs. 4 SGB VIII).

Ihr Sohn bleibt daher, wenn Sie das wollen, ein weiteres Jahr im Kindergarten. Eine Alternative wäre die Tagespflege ("Tagesmutter").

Beste Grüße von Gero Geißlreiter, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 9. Mai 2021 | 14:10

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 9. Mai 2021
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