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Zugewinngemeinschaft bei nur 1 Immobilien-Eigentümer im Grundbuch


07.03.2005 10:39 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Meine Frau und ich planen, uns scheiden zu lassen. Es liegt Zugewinngemeinschaft vor, keiner hat nennenswerte Vermögenswerte in dieEhe eingebracht.

Wir haben uns weitgehend über die Aufteilung der finanziellen Mittel geeinigt (bis jetzt nur mündlich!).

Wir möchten eine Wohnung kaufen, in der meine Frau mit unseren Kindern leben wird. Diese soll ihr vollständig gehören, die Abbezahlung des Kredits und der Zinsen erfolgt aus meinen monatlichen Zahlungen (entspricht mehr oder weniger dem Ehegatten-und Kindesunterhalt) an sie. Ich hafte mit (sonst würden die Bank vermutlich auch keine Finanzierung eingehen).

Nun zur Frage:

Wenn wir die Wohnung kaufen und nur sie im Grundbuch nur auf meine Frau eingetragen ist UND
es vor der Scheidung doch zum Streit (z.B. gerichtliche Auseinandersetzung) kommen würde:

Würde dann die Wohnung genauso wie die anderen Güter als Zugewinn betrachtet, d.h. Eigentum je hälftig trotz des einseitigen Grundbucheintrags und somit Ausgleich (sie zahlt mich für die Wohnung quasi aus), ODER

würde die Wohnung nur ihr zugerechnet ohne daß ein Ausgleich von ihr an mich zu leisten wäre?


Vielen Dank für Ihre Hilfe.

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Sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Online-Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen wie folgt beantworten:

Auch in dem von ihnen geschilderten Fall gelten die folgenden Regelungen zum Zugewinnausgleich und zu seiner Berechnung:

Zur Ermittlung wird einmal bei der Ehefrau und einmal bei dem Ehemann das Vermögen am Tag der Hochzeit ermittelt (Anfangsvermögen) und das Vermögen an dem Tag, an dem der Scheidungsantrag zugestellt wird (Endvermögen). Es wird dann errechnet, wie viel jeder Ehegatte während der Ehe erwirt-schaftet hat. Man errechnet also:

Zugewinn = Endvermögen (bei Scheidung) ./. Anfangsvermögen (b. Eheschließung)

Derjenige, der weniger erwirtschaftet hat, hat dann gegen den anderen Ehegatten einen Anspruch auf Auszahlung der Hälfte der Differenz.

Das Gesetz vermutet mangels anderweitigen Beweises das Anfangsvermögen beider Eheleute bei Eheschließung mit Null (§ 1374 BGB)

Nach § 1375 BGB ist Endvermögen das Vermögen, welches einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten bei Beendigung des Güterstandes (Tag der Zustellung des Scheidungsantrages) gehört. Wiederum sind auch hier die bestehenden Schulden abzuziehen. Schenkungen und Erbschaften gehören, wie an anderer Stelle ausgeführt, nicht dazu. Alles übrige wird aber auf jeden Fall dazugezählt.

Daher müsste sich Ihre Frau die Immobilie, bzw. deren Wert, als Endvermögen zuschlagen lassen. Im Gegenzug können jedoch die Schulden abgezogen werden. Daher kommt – so die Kredite ausschließlich auf Ihre Frau laufen - wahrscheinlich gar nicht viel heraus.

Geschuldet wird der Zugewinnausgleich in bar (§ 1378 BGB). Daher bleibt die Wohnung an sich auf jeden Fall im Eigentum Ihrer Frau.

Nachdem Scheidungsfolgen eine sehr umfangreiche Materie sind kann diese Antwort in diesem Forum nur als Orientierung dienen. Genaue Berechnungen etc. sollten Sie von einem Kollegen vor Ort vornehmen lassen, der Sie dann sinnvoller weise auch im Hinblick auf Ehegatten- und Kindesunterhalt sowie sonst. Scheidungsfolgen und Sorgerecht berät.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

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