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Zugewinngemeinschaft Aktien vs immobilien

| 20.02.2015 18:21 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


"Vermögen in Aktien vor der Heirat wird bei Zugewinngemeinschaft miteingerechnet und Vermögenszuwachs in Form von höherem Börsenkurs bei Scheidung komplett geteilt. Wenn man hingegen das gleiche Kapital nimmt und ein Haus damit teilweise finanziert sowie über Jahre hinweg den Rest per Hypothek abzahlt, so wird bei Trennung das eingesetzte Kapital mit 4%pro Jahr seit Immobilienerwerb verzinst und vom Gesamtwert des Hauses zum Zeitpunkt der Scheidung abgezogen. der Rest wird als Zugewinn (als gemeinsam abgezahlte Hypothek) geteilt. Aktien und Immobilienbesitz werden deswegen ungleich behandelt. "

Stimmt das? Bitte ausreichend ausführlich und begründet beantworten und Tip geben, in welcher Vermögensform Kapital vor Heirat, vor einer möglichen Scheidung am Besten abgesichert ist.


Vielen Dank für Ihre Auskunft
Blume

Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Ich halte die Aussage so nicht für richtig. Insbesondere den Teil mit der Verzinsung des Kapitals kann ich nicht nachvollziehen.

Im Einzelnen zum Zugewinnausgleich: Der Zugewinn ist stets die Differenz von Anfangs- und Endvermögen. Wer also am Ende der Ehe 100.000 € hat und ohne Anfangsvermögen geheiratet hat, hat auch einen Zugewinn von 100.000 €. Wer hingegen ein Anfangsvermögen von 50.000 € (bei gleichem Endvermögen) hatte, hat nur einen Zugewinn von 50.000 € erzielt.

Bei Aktien wird der Kurswert zum Anfangsstichtag ermittelt. Dieser Betrag ist (wenn kein sonstiges Vermögen existiert) dann das Anfangsvermögen.

Richtig ist, dass Kursgewinne das Vermögen (und damit ggf. auch das Endvermögen, wenn die Aktien dann noch vorhanden und entsprechend mehr wert sind) erhöhen. Wenn die Kurse fallen, gilt allerdings auch das Gegenteil.

Das Problem ist hier nicht die Anlageform, sondern der unterstellte Wertzuwachs.

Wenn bei Beginn der Ehe ein Kontoguthaben vorhanden ist, ist dieser Betrag das Anfangsvermögen.

Wenn bei Eheschließung eine teilfinanzierte Immobilie vorhanden ist, ist der Wert des Hauses abzüglich zum Stichtag vorhandener Schulden das Anfangsvermögen. Zum Endstichtag würde genauso gerechnet. Die Differenz zwischen Anfangs- und Endvermögen ist der Zugewinn.

Wenn das Haus im Wert steigt, haben Sie (ähnlich wir bei den steigenden Aktienkursen) einen entsprechenden Vermögenszuwachs, der über die Kredittilgung hinausgeht. Auch dies wäre im Zugewinnausgleich dann mit auszugleichen.

Jedes Anfangsvermögen wird indexiert, das heißt, es wird um den Kaufkraftverlust durch die Inflation bereinigt. Dieser Wert richtet sich nach der Ehezeit und der Inflation und ist von der Geldanlage unabhängig.

Aus diesem Grunde gibt es keine "empfehlenswerte" Variante, wie das Anfangsvermögen angelegt sein sollte. Ein Kriterium kann allenfalls sein, dass es stets einfacher ist, mit Guthaben oder Aktien zu rechnen, weil sich die Werte leicht ermitteln und beweisen lassen. Nach einigen Jahren Ehe nachzuweisen, welchen Wert das Haus am Anfang der Ehe hatte, ist aufwändiger (Gutachtenkosten!) und schwieriger, als einen Kontoauszug vorzulegen.

Abschließend lässt sich feststellen, dass das Anfangsvermögen stets vom Gesetz "geschützt" ist. Wichtig ist, es dann auch nachweisen zu können. In der Praxis scheitert bei längeren Ehen die Geltendmachung des Anfangsvermögens häufig daran, dass Kontoauszüge oder ähnliche Nachweise über das Anfangsvermögen nicht mehr vorhanden sind und aufgrund der begrenzten Aufbewahrungsfristen bei Banken nicht mehr beschafft werden können.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Bewertung des Fragestellers 21.02.2015 | 12:09

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