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Zugewinnberechnung bei vorhandener Wohnung


05.03.2006 22:02 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Hallo,
wie würde eine Zugewinnberechnung bei Scheidung (hoffentlich nie !) aussehen bei folgender Annahme:
Ich kaufe kurz vor der Eheschließung eine Wohnung im Wert von 300T€ und bin alleine im Kaufvertag/Grundbuch eingetragen. Auch der Darlehensvertrag von 220T€ läuft allein auf mich.
Kurz nach Eheschließung (ohne Ehevertag, also Zugewinngemeinschaft)zieht meine Frau in die zuvor gekaufte Wohnung. In die Ehe bringe ich noch ein Barvermögen von 10T€, meine Frau 20T€, danach bin ich Alleinverdiener aufgrund Nachwuchs. Allerdings habe ich ja erstmal satt Schulden aufgrund des oben genannten Darlehens.

Nun der üble Fall, Scheidung nach 10 Jahren. Der Richtwert der Wohnung wird ermittelt auf sagen wir 280T€, meine Darlehensrestschuld würde noch 100T€ betragen.
Frage 1: Wie würde der Zugewinn nun hergeleitet werden, wie berechnet sich z.B. der Kaufkraftschwund ?
Frage 2: Würde meiner Frau Zugewinn zustehen obwohl ich noch gewaltige Verbindlichkeiten habe, d.h. werden Zins und Tilgungszahlungen meines Darlehens während der Ehe in den Zugewinn einberechnet ?
Frage 3: Wie sieht es eigentlich mit den vor der Ehe gezahlten Nebenkosten (Makler, GESt, Notar) für die Wohnung aus. Würden diese auch irgendwo mit in die Kalkulation (z.B. Anfangsvermögen, Wohungswert) gehen da ja mein Anfangsvermögen zu Beginn der Ehe eher niedrig war.
Frage 4: Wie sieht es mit Beiträgen zu Lebensversicherungen (meiner Frau) aus, welche nur ich in der Ehe weiter gezahlt habe ?

MFG
VC

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Sehr geehrter Herr VC,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zu Ihren Fragen:

1) a) Der Zugewinn ist die Differenz zwischen dem Endvermögen und dem Anfangsvermögen eines jeden Ehegatten am jeweiligen Stichtag.

D.h. bei jedem Ehepartner wird getrennt das Vermögen zu Beginn der Ehe (= Anfangsvermögen) und
zum Zeitpunkt der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags oder Rechtshängigkeit der Klage auf vorzeitigen Zugewinnausgleich (= Endvermögen) festgestellt.

Dann wird das Anfangs- vom Endvermögen abgezogen. Dies ist dann der Zugewinn eines (!) Ehepartners.

Derjenige der den höheren Zugewinn hatte, muß dem anderen die Hälfte der Differenz ausgleichen.

Beispiel:
Haben Sie 1000 EUR Anfangsvermögen und 2.000 EUR Endvermögen, so haben Sie einen Zugewinn von (2000 - 1000 =) 1.000 EUR.
Hat Ihre Frau ein Anfangsvermögen von 1000 EUR und ein Endvermögen von 1.200 EUR so hat Sie einen Zugewinn von 200.

Die Differenz zwischen 1000 und 200 EUR ist 800 EUR. Da Sie den höheren Zugewinn haben, müßten Sie Ihrer Frau die Hälfte der Differenz ausgleichen, .d.h. 800 : 2 = 400 EUR.

Bitte beachten Sie: dies ist nur eine Beispielsrechnung.

Das Anfangsvermögen müßte nämlich noch indexiert werden (siehe dazu 1b).

b) Der Kaufkraftschwund wird durch eine schwierige Formel errechnet:

(nominelles Anfangsvermögen) x (Index am Ehezeit-Ende) : (Index am Ehezeit-Anfang)
= durch Inflationsausgleich bereinigtes Anfangsvermögen

Den Index, d.h. den sog. allgemeinen Verbrauerpreis - Jahresindex erhalten Sie für die jeweiligen Jahre über das staatistische Bundesamt. Der Jahresindex (2000) für das Jahr 2000 lautet 100, für das Jahr 2003 = 104,5.

Frage 2)
Dies ist eine theoretische Frage:
wenn Sie einen höheren Zugewinn haben, müssen Sie Ihre auch einen Zugewinnausgleich zahlen.

Frage 3)
Nein diese Kosten werde nicht mit einbezogen.

Frage 4)
Sie erhalten die Beiträge m.E. nicht zurück.

Wenn Sie die LV Ihrer Frau weitergezahlt haben, so steigt natürlich der Wert der LV und damit auch das Endvermögen Ihrer Frau. Folglich kann sich der Zugewinn Ihrer Frau erhöhen.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 06.03.2006 | 10:50

Vielen Dank für die schnelle Antwort !Zwei Dinge sind mir aber noch völlig unklar. Gehen wir davon aus, daß das Endvermögen bei mir 10T€ und bei meiner Frau 0€ ist.

Zu Frage 2: Könne Sie mir bitte ein konkretes Berechnungsbeispiel geben. Habe ich einen Zugewinn durch die Zins/Tilgungszahlungen erzielt, welchen ich am Ende an meine Frau zurückzahlen muß ? Ist die Berechnung vielleicht so: die Wohnung wäre am Ende noch 280T€ wert, Darlehensrestschuld 100T€. Zugewinn gleich Endvermögen (280T€ - 100T€= 180T€) minus Anfangsvermögen (300T€ - 220T€ = 80T€)gleich 100T€ durch 2 ergibt 50T€ Zugewinnausgleich an die Frau. Oder werden allein die Zins/Tilgungszahlungen hergenommen ? Das Haus gehörte ja schon vor der Ehe allein mir aber am Ende habe ich immer noch erhebliche Verbindlichkeiten.

Zu Frage 3: Meine Frau bekommt das Geld von der LV ja erst wenn Sie 60 ist. D.h bei vorheriger Scheidung würde meine Frau keinen Zugewinn haben. Oder wird da der aktuelle Depotwert hergenommen ?

MFG
VC

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.03.2006 | 12:43

Zu Frage 2:
Es geht nur um das Vermögen, daß Sie zu Beginn der Ehezeit und zum Zeitpunkt des Güterstandendes hatten.

Also ist Ihre Berechnung theoretisch richtig:
ABER: das Anfangsvermögen würde noch indexiert, d.h. der Kaufkraftverlust würde herausgerechnet.

Zu Frage 3:
Es wird der aktuelle Rückkaufswert(abzgl. Stornokosten) errechnet.

Sie sollten überlegen, ob Sie nicht den Zugewinnausgleich durch eine notarielle Vereinbarung ausschließen lassen.

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