Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zugewinnausgleich und Unterhalt


21.12.2006 21:43 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zugewinnausgleich.
Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich und meine Frau leben seit einem Jahr getrennt. Nach Ablauf des Trennungs Jahr meiner Fraus Anwalt schickte mir einen Brief mit der mitteilung, dass meine Frau scheiden lassen moechte und mich aufgefordert einen gewissen Betrag als Scheidungs Prozesskostenvorschuss innerhalb 14 Tagen zu ueberweisen, weil mein Frau im Moment nicht arbeitet und nur von meinen Unterhalt lebt

Frage 1: Kann ich Momentan rechtlich den Prozesskostenvorschuss Zahlung verweigern, weil erstens keine 3 Jahren vergangen sind seitdem wir getrennt leben und zweitens ich vorerst keine Absicht habe die Scheidung zuzustimmen und auch Zugewinnausgleich zu leisten. Wenn Ja wie soll ich auf das schreiben meiner Fraus Anwalt verhalten ? Was spricht fuer die schnelle Scheidung , was bringst es fuer mich ?




Verheiratet im Jahr 2000 in Deutschland:
Ich habe 2002 eine Wohnung in Schweden gekauft. Wert ca. 50.000 Euro aus eigene Mittel finanziert, die ich in die Ehe eingebracht hatte.Aleine im Grundbuch eingetragen und dort vom 2002 bis 2004 gewohnt gearbeitet und zu der Zeit lebte meine Frau alleine in Deutschland auch gearbeitet, also nicht unter eheprägenden Lebensverhältnisse zusammen gelebt und kein Ehevertag vorhanden und lebten unter Güterstand der Zugewinngemeinschaft

Frage 2: Die Wohnung in Sweden momentane Wert ca. 65.000 Euro eingeschaetzt.
Muss der erwirtschaftete Zugewinn von ca. 15.000 Euro mit meine Frau jetzt Teilen ? obwohl zu der Zeit nicht unter eheprägenden Lebensverhältnisse zusammen gelebt hatten ? oder spielt es gar keine Rolle solange wir verheiratet sind.


Verheiratet im Jahr 2000 in Deutschland:

Ich besitze zwei Wohnungen in Deutschland insgesamt wert ca. 200.000 Euro davon 80.000 Euro von der Bank finanziert, 20.000 Euro von meiner Frau in die Ehe eingebracht und 100.000 Euro eingespartes Geld von mir waehrend der Ehe. Die eine Wohnung selbst mit meiner Frau und Tocher 6 Jahre alt gewohnt gehabt und eine Wohnung vermietet. Meine Frau ist aus der Wohnung mit meiner Tochter 6 Jahre alt ueber Nacht ausgezogen und lebt seit 13 Monaten wo anderes und ich zahle Unterhalt. Beide Wohnungen wahrend der Ehe erworben und nur ich im Grudbuch eingetragen. Meine Frau hatte 20.000 Euro als Anfangsvoermogen gehabt. Gibt es Vorteile, dass ich nur alleine im Grundbuch stehe? Auf die zwei Wohnungen sind Bank Kredit (Verbindlichkeit ) von 80.000 Euro vorhanden, die ich alleine vom Anfang an monatlich abbezahle oder tilge und nur ich den Kredit unterschrieben hatte. Seit 2000 ist meine Frau wegen meiner Tochter zu Hause gewesen und ich war der alleine verdiener.

Frage 3: Wie wird der Zugewinnausgleich hier aussehen? Wenn ich die Haelfte vom vorhandene Vermoegen ca. 185.000 Euro nach Abzug der Verbindlichkeit mit Ihr teile, kann ich irgendwie rechtlich auf die Dauer und Hoehe der Unterhaltszahlung etwas erreichen , weil meine Frau beruflich keine Qualifikation hat und meiner Tochter 6 Jahre alt betreut ? oder Zugewinnausgleich und Unterhalt sollen rechtlich voellig getrennt betrachtet werden ?
Welches allgemeine Vorgehen schlagen Sie vor? Ich moechte einen mittelweg finden, wo wir beide damit leben koenen und ausserdem friedlich.

Mit freundlichen Grüßen



21.12.2006 | 22:17

Antwort

von


106 Bewertungen
Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

1. Der Prozesskostenvorschuss ist Teil der gesetzlichen Unterhaltspflicht und daher zu zahlen, sofern Leistungsfähigkeit vorliegt. Es kommt also ausschließlich auf Ihre Einkommensverhältnisse an und nicht auf die Frage, wie lange Sie schon getrennt leben und ob Sie der Scheidung zustimmen. Sollten Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse die Zahlung nicht zulassen, sollten Sie dies der Gegenseite mitteilen, Ihre Frau kann dann ggf. Prozesskostenhilfe beantragen.

2. Für eine schnelle Scheidung spricht, dass mit Zustellung des Scheidungsantages der Anspruch auf Versorgungsausgleich (= Ausgleich der Rentenanwalrtschaften) endet und ein Termin für die Berechnung des Endvermögens zum Zugewinnausgleich fixiert wird.

3. Die Wertsteigerung der Wohnung in Schweden und wohl beide Wohnungen in Deutschland (sofern sie nach der Eheschließung gekauft wurden) gehören zum Zugewinn, Schulden sind abzuziehen. Das gäbe also nach Ihren Angaben einen Zugewinn von 135.000 € (15.000 Wohnung Schweden + 200.000 € Wohnungen Deutschland - 80.000 € Schulden). Der Zugewinn Ihrer Frau wäre wohl 0, also wären 67.500 € Zugewinnausgleich zu bezahlen.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass diese Zahlen keine konkrete Berechnung darstellen (denn dazu bräuchte man in jedem Fall alle Fakten), sondern nur dazu dienen, da Berechnungssystem zu veranschaulichen.

4. Auf den Unterhaltsanspruch hat der Zugewinn keinerlei Einfluss, beides ist absolut getrennt zu betrachten. Nur dann, wenn der Zugewinn tatsächlich bezahlt würde, müsste sich Ihre Frau evtl. Zinseinkünfte aus dem Betrag unterhaltsrechtlich anrechnen lassen.

Ich schlage auf jeden Fall vor, hier anwaltiche Hilfe vor Ort in Anspruch zu nehmen, der Kollege könnte dann auch die konkreten Berechnungen durchführen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort einen ersten Überblick gegeben zu haben und wünsche schöne Feiertage.

Mit freundlichen Grüßen
RAin Gabriele Koch


Nachfrage vom Fragesteller 22.12.2006 | 12:52

vielen Dank für Ihre Antwort

Zu Frage 1 :
Weil ich mit meiner Frau nur seit einem Jahr getrennt lebe,
Kann ich die Scheidung also dadurch hinnausschieben, dass ich dem Scheidungsantrag meier Ehefrau die Zustimmung verweigere. Kann ich spaeter, wenn die Zugewinnausgleichszahlung an meiner Frau geleistet ist den Prozesskostenvorschuss Rückzahlung von meiner Frau verlangen ?
Gibt es eine Moeglichkeit den Gericht Prozess auszuweichen, wenn ich mit meiner Frau alle Fragen verbundenen mit der Scheidung moeglichst einvernehmlich regele., oder den
Gericht Prozess muss durchgefuhrt werden , um Unterhalts und die Berechnung des Endvermoegens zum Zugewinnausgleich zu fixieren

Zu Frage2:
Wenn die Berechnung des Endvermoegens zum Zugewinnausgleich fixiert wird , werde ich dann sofort aufgefordert den Zugewinn an meiner Frau zu bezahlen oder habe ich rechtlich die Moeglichkeit die Zahlung dann zu leisten erst ,wenn ich auch von meiner Immobilie trenne


Danke und wünsche schöne Feiertage.
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.12.2006 | 15:36

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie können versuchen, die Scheidung zu verzögern, indem Sie die Zustimmung verweigern und auf der 3-jährigen Trennungszeit bestehen. Die Familienrichter neigen aber immer öfter dazu, die Scheidung auch dann auszusprechen, wenn die Parteien erst ein Jahr getrennt leben und einer von beiden die Ehe unter keinen Umständen fortsetzen will. Ob Ihre Weigerung also was bringt, wird sich vermutlich erst vor Gericht zeigen.

Der Prozesskostenvorschuss ist Unterhalt und kann daher nicht zurückgefordert werden.

Eine Scheidung ist immer mit einer mündlichen Verhandlung verbunden, auch dann, wenn man sich über alles geeinigt hat. Eine Einigung ist aber trotzdem in jedem Fall die beste und kostengünstigste Variante und dabei könnten Sie z.B. bezüglich des Zugewinnausgleichs auch eine Ratenzahlung oder eine Stundung vereinbaren. Wird über den Zugewinn durch Urteil entschieden, ist dieser sofort nach Rechtskraft in voller Höhe zur Zahlung fällig.

Mit freundlichen Grüßen
RAin Gabriele Koch

ANTWORT VON

106 Bewertungen

Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Versicherungsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER