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Zugewinnausgleich bei negativem Endvermögen?


| 03.09.2005 10:05 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Hallo,
wie wird das Endvermögen ermittelt bzw. wem werden beim Endvermögen bestimmte Konten/LV zugerechnet.
Beispiel:
Wir haben ein Haus zu je 1/2 Miteigentum, Wert ca.230.000€.
Eine Restschuld von 90.000€ ergibt 140.000€. Dies wird geteilt ergibt für jeden ein Endvermögen von 70.000€.
Da ich aber ein Anfangsvermögen von 110.000€ hatte, das ich in das Haus investierte, habe ich ja einen negativen Zugewinn in Höhe von -40.000€. D.h ich hätte einen Ausgleichsanspruch von 70.000€ / 2 = 35.000€ an meine Frau.
Nun habe ich aber bei Scheidungsantragstellung, auf meinen Namen eine Lebensversicherung mit einem Wert von 15.000€ sowie ein weiteres Bankguthaben in Höhe von 15.000€.
1. Wie sieht die prinzipielle Berechnung nun aus ?
2. Hat meine Frau nun ein Endvermögen von 85.000€ und ich eines von -25.000€ oder ist es so, dass es bei meiner Frau bei 70.000€ bleibt und mein negtives Endvermögen nur noch -10.000€ beträgt ?

Vielen Dank

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Für die Berechnung des Zugewinns gelten folgende Grundsätze:

Der Zugewinn ist gemäß § 1373 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) der Betrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen übersteigt. Dementsprechend kann der Zugewinn nie eine negative Größe sein, sondern ist mindestens mit „0“ anzusetzen.

Das Anfangsvermögen ist gemäß § 1374 Abs. 1 BGB das Vermögen, das einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten beim Eintritt des gesetzlichen Güterstandes der Zugewinngemeinschaft (so kein anderer Güterstand ehevertraglich gewählt wurde), also in der Regel zum Zeitpunkt der Eheschließung, gehört. Ein Abzug der Verbindlichkeiten erfolgt bis zur Höhe des Vermögens. Der Ansatz eines negativen Anfangsvermögens ist damit nicht möglich.

Das Endvermögen ist im Wesentlichen das Vermögen, das einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten bei der Beendigung des Güterstandes gehört (vgl. § 1375 Abs. 1 Satz 1 BGB). Für den Abzug der Verbindlichkeiten gelten dieselben Grundsätze wie beim Anfangsvermögen, da die Zugewinngemeinschaft keine Verlustgemeinschaft sein soll.

Übersteigt der Zugewinn des einen Ehegatten, den Zugewinn des anderen, so steht die Hälfte des Überschusses dem anderen Ehegatten als Ausgleichsforderung (Zugewinnausgleich) zu (§ 1378 Abs. 1 BGB).

Dementsprechend ergibt sich für Ihr Beispiel mit den darin enthaltenen Angaben, die hier nicht weiter geprüft werden, folgende Rechnung:

Anfangsvermögen des Ehemannes: 110.000 €

Endvermögen des Ehemannes:70.000 € (Haushälfte) +15.000 € (Wert der Lebensversicherung) + 15.000 € (Sparguthaben)= 100.000 €

Zugewinn des Ehemannes: 0 €

Anfangsvermögen der Ehefrau: 0 €

Endvermögen der Ehefrau: 70.000 €

Zugewinn der Ehefrau: 70.000 €

Zugewinnausgleich: 35.000 €

Eine konkrete und verbindliche Zugewinnberechnung sollten Sie durch einen Kollegen vor Ort vornehmen lassen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de
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"Sehr geehrter H.Kruppa,
vielen Dank für Ihre Antwort die mir doch so einige Zukunftssorgen nun nimmt. Ich werde ja bereits durch einen RA hier vor Ort vertreten, sind aber noch in den Anfängen des Verfahrens. Im Prinzip kam es mir dabei ja auch nur auf den Punkt an, wem was zugeordnet wird. Die Zahlen waren deshalb auch als Beispiel gedacht um klarzumachen, auf was sich meine Frage bezieht. Die Berechnung wird sicher mein RA noch zu gegebener Zeit durchführen. Ohnehin denke ich dass eine Berechnung hier auf diesen Wegen nicht möglich ist. Trotzdem nochmals Vielen Dank und einen schönen Sonntag. "
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