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Zugewinnausgleich Schulden

03.11.2014 17:05 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung: Vermögensverschwendung und Zugewinn

Mein Noch-Mann (wir leben getrennt, er ist 2010 ausgezogen, sind aber nicht offiziell
getrennt lebend gemeldet!) hat seit unserer Trennung 200.000 Euro Schulden aufgenommen.
Teilweise für ein Haus, teilweise aber auch für Luxus Güter (Mercedes Carbrio, usw.)
Nun wollen wir beide einen Zugewinn Ausgleich zur Klärung der Finanzen.
Er setzt auf seiner Seite natürlich die ganzen Schulden an, was meinen Zugewinn
schmälert.
Werden wirklich alle Kreditverbindlichkeiten bei der Zugewinnberechnung berücksichtigt?
Auch wenn er diese Kredite allein unterschrieben hat, ohne meine Zustimmung, bzw. auch
wenn es sich zum Teil um "Konsumkredite" handelt?

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:

1. Soweit mit dem aufgenommenen Darlehen Sachwerte (Haus, PKW) erworben wurden, sind diese Sachwerte bei der Ermittlung des Endvermögens ebenfalls einzustellen.

Soweit die Sachwerte zu reellen, nicht überzogenen Preisen erworben wurden, würde ihr Wert die Kreditverbindlichkeiten aufwiegen, so dass diese Vorgänge weitgehend neutral auf den Zugewinnausgleichanspruch wirken.

2. Soweit das Darlehen für Luxusausgaben ohne bleibenden Gegenwert „verschleudert" wurden, sieht das Gesetz in § 1375 Abs. 2 BGB vor, dass derartige Ausgaben dem Endvermögen dennoch hinzugerechnet werden, damit der ausgleichsberechtigte Ehegatte keine Nachteile erleidet.

Dies gilt nach dem Gesetz für Vermögensverschwendungen, also Ausgaben die in keiner Relation zum vorhandenen Vermögen stehen und für solche Ausgaben, die mit Benachteiligungsabsicht vorgenommen werden.




Ich hoffe, Ihnen eine rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!


Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

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