Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zugewinnausgleich - Knoten im Kopf

| 05.09.2010 10:47 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Hallo, also folgender Sachverhalt:
Heirat im Jahre 1992 im gesetzlichen Güterstand.
Meine Frau hatte ein Sparbuch in Höhe von 25 000 Euro und bekam eine Schenkung der Eltern in Höhe von 15 000 Euro. Während der Ehe machte sie noch eine Erbschaft in Höhe von 80.000 Euro. Macht also ein Anfangsvermögen in Höhe von 120 000 Euro, oder???
Mein Anfangsvermögen belief sich auf 0 Euro.
1994 haben wir uns ein Haus gekauft. Dank der Ersparnisse meiner Frau und auch dank der Erbschaft war das Haus recht bald abbezahlt und war praktisch schuldenfrei.
2007 wollten wir uns räumlich verändern und haben ein zweites Haus für 275 000 Euro gekauft. Zur Finanzierung diese Hauses wurden zwei Kredite aufgenommen. Der erste belief sich auf 117 000 Euro und wurde über eine Grundschuld in Höhe von 93 000 Euro auf das erste Haus abgesichert. Der zweite Kredit belief sich auf 150 000 Euro und wurde über eine Grundschuld auf das neue Haus in Höhe von 174 000 Euro abgesichert. Der Plan war, das erste Haus nach Ablauf der Zinsfestschreibung zu verkaufen und den ersten Kredit zurück zu bezahlen.
Auch nach dem Umzug in das neue Haus kriselte es weiter und meine Frau zog im Oktober 2009 aus. Die Kinder betreuen wir im sog. Wechselmodell. Seit diesem Zeitpunkt habe ich alle Kreditverpflichtungen übernommen. Während der Trennungszeit haben wir nun im Juni diesen Jahres das erste Haus einvernehmlich für 150 000 Euro verkauft und den ersten Kredit (leider dann doch mit Vorfälligkeitsentschädigung) zurück bezahlt. Es verblieb lediglich ein Erlös von 30 000 Euro.
Aus dem zweiten Kreditvertrag bestehen noch Verbindlichkeiten in Höhe von ca. 140 000 Euro.
Das Trennungsjahr neigt sich dem Ende und wir suchen nach einer Lösung bei der ich meine Frau ausbezahle und dann in dem zweiten Haus wohnen bleiben kann.
Meine Frau machte nun folgende Rechnung auf:
Sie verlangt die Hälfte des Erlöses aus dem Verkauf des ersten Hauses, also 75 000 Euro. Zusätzlich fiktiv 10 000 Euro für die Zeit als sie im neuen Haus mit abbezahlt hat also 85 000 Euro. Zusätzlich verlangt sie noch die Hälfte von 85 000 Euro weil dies mein Zugewinn sei. Also noch einmal 42 500 Euro. Macht also insgesamt 127 000 Euro.
Nun meine Fragen:
Stimmt diese Rechnung?
Kann man den Erlös des Verkaufs des ersten Hauses überhaupt noch veranschlagen wenn damit der Kredit für das zweite Haus abbezahlt wurde?
Was ist mit den Noch bestehenden gemeinsamen Schulden in Höhe von 140 000 Euro?
Wie muss richtig gerechnet werden?
Bitte mit Zahlenangeben was ich zu zahlen habe. Es geht um die Größenordnungen, nicht um ganz genaue Zahlen.

Vielen Dank

Guten Tag,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Die Rechnung Ihrer Frau ist nicht richtig, weil sie dabei Folgendes übersieht:

Ihr Anteil an Haus 2 ist ja nur dewegen so groß, weil durch den Verkauf von Haus 1 eine teilweise Entschuldung stattgefunden hat.
Der Aktivwert von Haus 2 ist heute ja nur deswegen so hoch, weil die Schulden für Haus 2 mit dem Kaufpreis für Haus 1 teilweise getilt worden sind.

Nun kann sie nicht 50 % des Erlöses von Haus 1 verlangen und zusätzlich 50 % des mit dem Kauferlös aus Haus 1 entschuldeten Wertes von Haus 2.

Nach meiner überschlägigen Rechnung haben Sie beide ein Endvermögen von 82.500.- €. Dies setzt sich zusammen aus:

Wert Haus 2 = 275.000.- abzgl. Belastungen (140.000.-) macht netto 135.000.- €

Dazu kommt der Überschuss aus dem Verkauf Haus 1 mit 30.000.- €, macht also für beide Ehepartner zusammen = 165.000.- € und damit für jeden 82.500.- €

Sie haben ein Anfangsvermögen = 0 und damit auch einen positiven Zugewinn von 82.500.- €

Wenn die Werte Ihrer Frau betr. das Anfangsvermögen tatsächlich bereits in EURO umgerechnete DM-Beträge sind, beliefe sich das Anfangsvermögen Ihrer Frau auf 120.000.- €

Sie hat also keinen positiven Zugewinn erzielt.

Falls die 120.000.- aber doch noch DM-Beträge waren, hätte sie nur rd. 60.000.- € Anfangsvermögen gehabt und damit auch 25.000.- € positiven Zugewinn.

Im ersten Fall würden Sie 50 % von 82.500.- € schulden = 41.250.- €
im zweiten Fall nur 50 % von 57.500.-, also 28.750.- €


Die Forderungen Ihrer Frau sind auf keinen Fall von der Höhe her gerechtfertigt.


Mit freundlichen Grüßen





Nachfrage vom Fragesteller 05.09.2010 | 14:49

Sehr geehrter Herr Otto,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Wenn ich Sie also richtig verstehe, müsste ich "nur" 41 250 Euro an meine Frau bezahlen (Es waren nämlich schon Eurobeträge) und ich wäre aus der Sache raus?
Meine Frau hätte keine weiteren Ansprüche an das neue Haus oder bezüglich ihres eingebrachten Vermögens. Natürlich müsste ich weiterhin die Raten für den zweiten Kredit bezahlen, was mit 850 Euro ja auch kein Pappenstiel ist. Faktisch bedeutet dies also, dass das erste Haus gar keine Rolle mehr spielt und nur noch geschaut wird, was wir heute besitzen. Also das neue Haus abzüglich gemeinsamer Schulden und die 30 000 Euro Erlös aus dem Verkauf des ersten Hauses.
Was wäre in dem Fall wenn unser neues Haus gar keine 275 000 Euro wert wäre sondern nur 225 000 Euro. Wären dann nur 28 750 Euro zu bezahlen. Und wer bestimmt welcher Wert angesetzt wird ?
Vielen Dank für die Beantwortung meiner Nachfrage

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.09.2010 | 16:22

Das erste Haus ist während der Ehe angeschafft und auch wieder verkauft worden. Es hat letztlich das Vermögen nicht verändert, sondern nur inhaltlich modifiziert.

Der Wert des Hauses 2, maßgebend ist der Eingang des Scheidungsantrages bei Gericht als Stichtag, wird im Zweifl durch ein Wertgutachten ermittelt.

Sollte er deutlich unter den angesetzten 275.000 liegen, ändern sich natürlich auch die Werte der Endvermögen.


Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 11.09.2010 | 17:33

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 11.09.2010 4,6/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69659 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles super, danke! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Ich habe mich sehr gefreut so schnell eine klare Aussage zu erhalten. Diese war für das Gespräch mit dem Nachbarn hilfreich, wir könnten uns problemlos einigen. VIELEN DANK ...
FRAGESTELLER