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Zugewinnausgleich, Wertsteigerung ererbter Immobilie

02.03.2017 11:29 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Daniela Désirée Fritsch


Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Scheidungsantrag wurde im Oktober 2016 eingereicht.
Mein Mann und ich bewohnten seit 2006 das Haus meiner Mutter
(Alleineigentümerin des Hauses, geschäftsunfähig seit 2006 aufgrund Erkrankung). In dieses Haus meiner Mutter haben wir viele gemeinsame Investitionen getätigt mittels Aufnahme gemeinschaftlicher Darlehen. Mein Mann hat dazu eine Summe von etwa 8000€ beigesteuert.

04/2016 verstarb meine Mutter als Hauseigentümerin.

Eigentümer wurden nun ihre Erben, meine Schwester und ich zu gleichen Teilen. Zum Zeitpunkt der Einreichung des Scheidungsantrages war ich also hälftige Eigentümerin, mein Mann nicht.
Seit Januar 2017 bin ich Alleineigentümerin nach Auszahlung von 85000 € an meine Schwester.
Für das Haus lies ich 2 Wertgutachten erstellen. 2006 vor der Sanierung wurde der Wert mit 120000€ beziffert. 2015 mit 240000€ (falls relevant).

Seit Auszug meines Mannes zum 01.09.16 leiste ich allein alle Zahlungen der gemeinschaftlich aufgenommenen Darlehen für die Immobilie.
Mein Mann fordert nun sowohl von mir als auch meiner Schwester jeweils eine größere, nicht näher bezifferte Geldsumme.
Meine Frage ist, ob er einen Anspruch darauf hat, schlußendlich auch in einem möglichen Zugewinnausgleich?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

Sehr geehrte Mandantin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Gerne möchte ich Ihnen hierzu die folgenden Informationen zukommen lassen:

1.
Exakte Zahlen kann ich Ihnen leider nicht benennen, da hierzu sämtliche Ihnen vorliegenden Unterlagen zu den Gutachten, Rechnungen und Zahlungsbelege zur Renovierung und Darlehenspapiere geprüft werden müssen.

2.
Richtig ist jedoch, dass Ihr Mann einen gewissen Ausgleich verlangen kann. Denn durch seine Beiträge zu den Investitionskosten hat er ja nun im Ergebnis Ihr Vermögen vermehrt, was die von Ihnen genannten 8.000 € betreffen dürfte.

3.
Über diese Kostenbeteiligungen hinaus wird er jedoch keine "astronomisch hohen Summen" verlangen können.
Dies liegt daran, dass ererbtes Vermögen, also auch die Immobilie bei der Scheidung nicht in den Zugewinnausgleich fällt. Es wird also so getan, als wenn Sie bereits zum Zeitpunkt der Eheschließung Eigentümerin des Hauses (zu dem Wert, das es bei Anfall der Erbschaft hatte) gewesen wären. Das Haus wird also zu Ihrem Anfangsvermögen hinzu gerechnet und in den Zugewinnausgleich fällt nur eine Wertsteigerung zwischen dem Tod Ihrer Mutter und dem Ende der Ehezeit (Endvermögen), § 1374 Abs. 2 BGB.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 02.03.2017 | 16:21

Hallo und vielen Dank für Ihre Antwort.
Ihren Ausführen entnehme ich, dass also danach die sogenannten Schwiegerelternklausel keine Anwendung finden kann, weil eben das Haus zu meinem Anfangsvermögen gerechnet wird?

Besten Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.03.2017 | 16:46

Sehr geehrte Mandantin,

in der Tat: So ist es. Ich gehe aber davon aus, dass der Zugewinn für das Haus sehr gering sein dürfte, weil Ihre Mutter ja sehr knapp vor Ihrer Trennung verstorben ist.

Die "Schwiegereltern Klausel", die Sie ansprechen, regelt etwas anderes. Hiermit soll ein Ausgleich für die Schwiegereltern geschaffen werden, die dem Schwiegerkind im Glauben an den Bestand der Ehe etwas haben zukommen lassen, so dass Ihr Fall hiervon nicht betroffen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

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