Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zugewinn und Unterhalt


04.08.2007 12:12 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich lebe über 10 Jahren Jahren von meiner Frau getrennt und versuche gerade eine Unterhaltseinigung über eine Mediation zu erreichen. Folgende Punkte würde ich gerne durch eine weitere Stellungnahme abklären wollen.
1. Zugewinn
Ehemann: Endvermögen: Bar= 140.000€. schuldenfreie Wohnung im Wert von ca. 320.000€ (bereits auf den Sohn überschrieben mit Nießbrauchrecht), z.Zt. von Ehemann bewohnt.
Ehefrau: Anfangsvermögen ca. 11.00€, Endvermögen 0 (so sagt sie, obwohl ich in den Jahren der Trennung monatl. 2.500€ an sie bezahlt habe), keine Immobilie
Im Endvermögen des Ehemannes stecken folgende Erbschaften aus der Familie des Ehemannes:
1986: 82.000€
1994: 108.000€
1999: 25.000€
Wie hoch ist der errechnete Zugewinn?

2. Unterhalt:
Ehemann: Nettorente nach Abzugvon Steuern ca. 3400€/monatl. (Realsplitting, Steuern geschätzt)
Ehefrau: Rente von ca. 200€/monatl. (Steuerfreiheit angenommen)
In welcher Höhe errechnet sich die Nettorente für die Ehefrau?

3. Wohnwert der Wohnung des Ehemannes bzw. Kapitaleinkünfte:
Durch die Erbschaften des Ehemannes ist das Endvermögen des Ehemannes höher als das der Ehefrau, das allerdings im Wesentlichen in der Wohnung steckt.
Muss nach einem Zugewinnausgleich der Wohnwert der Wohnung (oder auch etwaige Mieteinkünfte, falls die Wohnung vermietet werden sollte) bei den Unterhaltszahlungen berücksichtigt werden, d.h. kann die Ehefrau dafür einen Ausgleich verlangen, obwohl das überwiegende Geld in dieser Wohnung aus der Erbschaft des Ehemannes stammt und wenn ja in welcher Höhe? Das wäre doch unlogisch, das es ja auch von dem Zugwinn abgezogen wird. Die Ehefrau nutzt die jahrelang gemeinsam genutzte Wohnung mit einer sehr günstigen Miete und einem (fast) nicht kündbaren Mietvertrag.
Falls das so wäre, stünde dem Ehemann wesentlich weniger Geld zu Verfügung, da die Ehefrau den Zugewinn ja anlegen kann.
Die gesamten Renteneinkünfte (mit Ausnahme der 200€) wurden von dem Ehemann erwirtschaftet.
MfG

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch einen Anwalt / Anwältin ersetzen kann.

Die rechtliche Beurteilung kann unter Umständen anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen, wenn bestimmte Angaben hinzugefügt oder weggelassen werden.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben, wie folgt:

1 Zugewinn:
Bei der Beantwortung dieses Fragenteils gehe ich davon aus, dass Sie das Eigentum an dem Haus an Ihren Sohn übertragen haben und dieser Ihnen im Gegenzug ein Nießbrauchsrecht hieran eingeräumt hat.
In diesem Fall geht nicht der Wert des Hauses in die Vermögensbewertung ein, sondern nur der des Nießbrauchs. Für die Bewertung des Niesbrauchs ist der Schätzwert am Bewertungsstichtag maßgebend. Der Nettowert der jährlich erzielbaren Nutzungen ist zu kapitalisieren durch Multiplikation mit der statistischen Lebenserwartung des Berechtigten nach der letzten Sterbestatistik. Leider liegt mir hier weder der Nutzwert des Hauses noch Ihr Lebensalter vor, sodass eine Berechnung nicht durchgeführt werden kann. Der ermittelte Wert wird grundsätzlich im Endvermögen berücksichtigt. Somit ergibt sich für Sie ein Endvermögen von 140.000 € plus Wert des Nießbrauchs. Hiervon ist das Anfangsvermögen in Abzug zu bringen. Hierzu zählen auch die drei Erbschaften, diese wären jedoch noch durch Indexierung an den allgemeinen Kaufkraftschwund anzupassen. Somit ergibt sich hier ein Anfangsvermögen in Höhe von mindestens 215.000 €. Sollte das Anfangsvermögen das Endvermögen übersteigen, liegt auf Ihrer Seite kein Zugewinn vor, sodass Sie auch keinen Ausgleich vornehmen müssen.

2. Unterhalt
Da sowohl Sie als auch Ihre Ehefrau offensichtlich bereits Rente beziehen, besteht hier seitens Ihrer Ehefrau ab Zeitpunkt der Scheidung ein Unterhaltsanspruch aus § 1571 Nr. 1 BGB auf Unterhalt. Da sie bereits im Rentenalter ist, kann von Ihr nicht mehr verlangt werden, durch Berufstätigkeit ihren Unterhalt selbst leisten. Bei der Ermittlung des Bedarfs ist das Einkommen beider Ehegatten zum Zeitpunkt der Scheidung ausschlaggebend. Folglich ergibt sich hier ein Gesamteinkommen in Höhe von 3600 € (3400 € + 200 €). Hiervon ist das Einkommen Ihrer Ehefrau in Abzug zu bringen und die Differenz durch zwei z teilen. Somit liegt hier ein Bedarf Ihrer Ehefrau in Höhe von 1600 € vor. Dieser wäre durch Sie durch Unterhaltszahlungen zu decken.

3. Wohnwert der Wohnung des Ehemannes bzw. Kapitaleinkünfte:
Diese Frage ist eigentlich schon mit der Nr. 1 beantwortet. Der Wert der Wohnung wird im Rahmen des Zugewinns nicht berücksichtigt, da diese nicht in Ihrem Eigentum steht. Hier wird grundsätzlich nur der Wert des Nießbrauchs berücksichtigt. Die Erbschaften werden hier bereits im Anfangsvermögen angesetzt.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit der Antwort weiterhelfen. Sollten Sie noch weiteren Klärungsbedarf haben, nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Christopher Tuillier
Rechtsanwalt


info@rechtsanwalt-tuillier.de
www.rechtsanwalt-tuillier.de

Nachfrage vom Fragesteller 04.08.2007 | 16:35

Sehr geehrter Herr Tuillier,
danke für Ihre schneel Antwort, die im Wesentlichen meine Fragen beantwortet. Zu dem folgenden Punkt Ihrer Antwort:

Für die Bewertung des Niesbrauchs ist der Schätzwert am Bewertungsstichtag maßgebend. Der Nettowert der jährlich erzielbaren Nutzungen ist zu kapitalisieren durch Multiplikation mit der statistischen Lebenserwartung des Berechtigten nach der letzten Sterbestatistik. Leider liegt mir hier weder der Nutzwert des Hauses noch Ihr Lebensalter vor, sodass eine Berechnung nicht durchgeführt werden kann.

habe ich Fragen:
1) Wie ermittele ich den Schätzwert am Bewertungstag? Es handelt sich um eine Wohnung in München, Bauj 1968, 85 qm. derzeitiger Wert nach Renovierung ca. 280.000-300.00€.
2) Ich bin 65 Jahre. Wie hoch ist der Multiplikator für diesen Fall?
3) Wenn der Niesbrauch der Wohnung berücksichtigt ist, kann also nicht mehr ein Mietvorteil angerechnet werden-Korrekt?
MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.08.2007 | 18:14

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Der Nutzwert ist üblicherweise mit der angemessenen Miete für das Wohnobjekt angesehen. Dies bedeutet sie müssen ermitteln welcher Mietzins für das Haus jährlich zu erzielen wäre.
Ihre statistische Lebenserwartung liegt bei etwa 16,47 Jahren. Der Multiplikator für die Ermittlung des Nutzungswertes ergibt sich aus § 13 BewG. Dieser beträgt im Falle von 16 Jahren 10,75 (Anlage 9a). Somit ist die mögliche Jahresmiete mit dem Faktor 10,75 zu multiplizieren und das Ergebnis in die Vermögensberechnung einzusetzen.

Der Wohnvorteil ist eine Frage des Unterhalts. Diesen müsste sich Ihre Ehefrau anrechnen lassen, falls sie zurzeit kostenlos in der Ehewohnung wohnen würde. Dies ist hier jedoch nicht der Fall, so dass hier ein Wohnvorteil nicht angerechnet werden wird.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Christopher Tuillier
Rechtsanwalt

info@rechtsanwalt-tuillier.de
www.rechtsanwalt-tuillier.de

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60139 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Ich habe mich jetzt zum ersten Mal bei Frag-einen-Anwalt.de beraten lassen und bin damit recht zufrieden. ...
FRAGESTELLER