Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zugewinn und Teilung einer Eigentumswohnung


28.02.2006 12:29 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Während unserer Ehe haben wir das Haus der Schwiegereltern zu zwei Eigentumswohnungen umgebaut. Eine dieser Wohnung gehörte uns jeweils zur Hälfte.Eine Teilungserklärung wurde abgegeben. Ich war einverstanden im Trennungsfall die Wohung an sie zurückzugeben, da ich nicht allein bei den Schwiegereltern wohnen wollte. Offenbar liegt hier der fatale Fehler, denn in der Erklärung steht: Bei Trennung oder Scheidung ist den ihm übertragenen Miteigentumsanteil von 1/2 an die Ehefrau zurückzuübertragen und rückaufzulassen wenn diese ihn von den Forderungen der Grundpfandgläubiger freistellt.
Nun möchte sie die restlichen 30.000 EUR an die Bank zahlen und ist der Meinung das ihr damit die gesamte Eigentumswohnung gehört.
Ist das Richtig?
Wenn der Zugewinn null ist, wird das Vermögen (Eigentumswohnung) doch trotzdem hälftig geteilt?
Angeblich gibt es kein Zugewinn. Ich bin aber der Meinung das wir gemeinsam den Wert der Immobilie gesteigert haben und mir die Hälfte zusteht, auch wenn der Zugewinn gleich null ist. Andererseits sehe ich einen gemeisamen Zugewinn in Form der Wertsteigerung. Sprich ich habe Belege von 200.000 EUR sodass ich doch einen Anspruch auf 100.000 EUR habe. Wenn ich auch alles bezahlt habe.

Kompliziert, trotzdem hoffe ich auf eine aussagekräftige und verständliche Antwort.

Danke

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Online-Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen wie folgt beantworten:

Im Hinblick auf die Teilungserklärung und die dort enthaltenen Erklärungen zur Rückübertragung wird es zum einen auf den genauen Kontext, zum anderen auf die Begleitumstände ankommen. Diese Erklärung ist gegebenenfalls entsprechend auszulegen. Dies ist leider etwas, was im Rahmen dieses Forums nicht abschließend möglich ist. Ich gehe jedoch vorliegend davon davon aus, es nicht gemeint sein kann, dass sie die Anteile kostenfrei übertragen.

Selbst wenn dem aber so wäre, so wäre die Wohnung auf jeden Fall im Zugewinn zu berücksichtigen. Die Erklärungen zum Zugewinn selbst sind wir nicht ganz verständlich, daher zum Zugewinnausgleich:

Zu ermitteln ist das jeweilige Anfangs- und Endvermögen der Ehegatten. Hieraus wird jeweils die Differenz gebildet, aus den Summen ergibt sich dann der Zugewinnausgleich.

Beispiel:

Mann: Anfang 50.000 Euro; Ende: 150.000 Euro = Zugewinn 100.000 Euro
Frau : Anfang 20.000 Euro; Ende 70.000 Euro = Zugewinn 50.000 Euro

Zugewinnausgleich = (100.000 – 50.000) / 2 = 25.000 Euro.

Hier werden also vom Mann 25.000 € an die Frau an Zugewinnausgleich zu zahlen.

Abwandlung:

Mann: Anfang 50.000 Euro; Ende: 150.000 Euro = Zugewinn 100.000 Euro
Frau : Anfang 20.000 Euro; Ende 120.000 Euro = Zugewinn 100.000 Euro

Zugewinnausgleich = (100.000 – 100.000) / 2 = 0 Euro.

In diesem Fall wäre der Zugewinn bei beiden Ehegatten gleich, so dass es keinen Zugewinnausgleich gibt.

Vermögen selbst muss nicht geteilt werden, da im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft jeder Ehegatte sein eigenes Vermögen behält. Der Ausgleich wird nur nach den jeweiligen Wertsummen, wie oben beschrieben, im Falle der Scheidung vorgenommen.

Wenn es also bei ihnen tatsächlich so ist, dass außer der Wohnung kein Zugewinn zu verzeichnen ist, so wäre der Wert der Wohnung, wenn Sie Ihre Frau komplett erhält, auf deren Seite als Haben zu berücksichtigen, so dass Sie einen entsprechenden Ausgleichsanspruch in Höhe des Wertes der Wohnung abzüglich der Belastungen haben.

Im Hinblick auf die Bedeutung der Angelegenheit und das offenbar anstehende Scheidungsverfahren kann ich Ihnen nur dringend raten, einen Kollegen vor Ort mit der weiteren Prüfung und Interessenwahrnehmung zu beauftragen.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Für evtl. Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER