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Zugewinn nach zweiter Ehe

01.08.2016 14:18 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,
Meine Mutter war zum zweiten mal verheiratet dieser Mann hat Schulden mit in die Ehe gebracht Ca. 250.000 Euro (immobilie). Die Immobilie brachte in der Ehe Mieteinnahmen und wurde dann auch noch in der Ehe für 90 000 Euro veräußert. So das am Ende der Ehe keine Schulden mehr bestanden. Nun habe ich gelesen das Schulden zum Anfangsvermögen zählen. Laut Angabe meines Stiefvaters hatte er mir noch 3000 Euro auf seinem Konto bei Zustellung der Scheidung. Wie ist das vor Gericht kann dort z.b gesagt werden er habe nun 250.000 als zugewiesen gemacht es sind aber nur 3000 noch nachweisbar das Gericht aber trotzdem meiner Mutter Geld Zuspruch obwohl auf dem.deutschen Konto nur 3000 Euro sind es existieren wohl auf AuslandSkonto vorhanden und dann ggf. Ein Teil seiner deutschen.Rente pfändbar wäre

01.08.2016 | 15:03

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Der Zugewinn einer Person ist die Differenz zwischen Anfangs- und Endvermögen. Wer bei der Heirat also Schulden hatte, hat auch dann einen Zugewinn erzielt, wenn er bei Beginn des Scheidungsverfahrens "nur" seine Schulden abgezahlt, aber kein positives Vermögen hat.

Wenn der Ehemann bei der Heirat Schulden in Höhe von 250.000 € hatte und eine Immobilie besaß, deren Wert bei 90.000 € lag, dann wäre sein Anfangsvermögen (Vollständigkeit dieser Auflistung unterstellt) -160.000 €.

Wenn sein Endvermögen bei 3.000 € lag, hätte er einen Zugewinn von 163.000 € erzielt (den Inflationsausgleich habe ich hier jetzt nicht berücksichtigt).

Auch Konten im Ausland gehören allerdings zum Vermögen, so dass hier ggf. eine Auskunft angefordert werden muss.

In welcher Höhe ein Zugewinn vorliegt, kann erst nach Auswertung aller Daten festgestellt werden. Das Abzahlen der Schulden stellt aber einen Zugewinn dar.

Bei Ihrer Mutter muss dann auch das Anfangs- mit dem Endvermögen verglichen werden. Erst wenn feststeht, in welcher Höhe beide Parteien einen Zugewinn erzielt haben, kann die Ausgleichszahlung ermittelt werden.

Ihre Mutter sollte sich möglichst zeitnah an einen im Familienrecht erfahrenen Anwalt vor Ort wenden, um die Ansprüche klären und ggf. durchsetzen zu lassen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-


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