Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
510.930
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zugewinn bei Studium des Ehepartners

| 30.10.2012 20:58 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notar und Rechtsanwalt Oliver Wöhler


Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind seit 3 Monaten getrennt und möchten ausrechnen, welchen rechtlichen Zugewinnanspruch ich und welchen meine Frau hat.
Wir haben 2001 geheiratet. Ein Jahr zuvor hatte ich ein Haus gebaut, das mir gehört.
Wir haben drei Kinder (2000/2001/2008 geboren). Meine Frau hat sich primär um die Kinder gekümmert und hatte 400.-€ Jobs, während ich meistens Vollzeit gearbeitet habe.
Seit 2006 hat meine Frau ein Studium gemacht, dass sie dieses Jahr abgeschlossen hat.
Anfangsvermögen Ehefrau: 17.000.-€
Anfangsvermögen ich: 0.-€
Kosten des Studiums: 30.000.-€
Hypothek auf dem Haus (2001): 80.000.-€
Hypothek auf dem Haus (2012): 0.-€
Schenkungen meiner Eltern an mich: 28.000.-€
Schenkungen von uns an die Eltern meiner Frau: 20.000.-€
Endvermögen Ehefrau: 0.-€
Endvermögen Ich: 0.-€ (bzw. das Haus)


Wie ist der Zugewinn der einzelnen?
Werden die Ausbildungskosten als persönlicher Zugewinn für meine Frau gewertet und demzufolge von ihrem Zugewinn abgezogen?

Mit freundlichen Grüßen






Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:


Anhand Ihrer Angaben ist leider eine vollständige Einschätzung, insbesondere eine Berechnung des Zugewinns nicht möglich.

Die Schenkungen an die Eltern Ihrer Frau spielen beim Zugewinn keine Rolle. Hier wäre allenfalls nach den normalen zivilrechtlichen Regeln der §§ 516 ff. BGB zu prüfen, inwieweit ein Widerruf und eine Rückforderung in Betracht kommt. Bei der Immobilie kommt es auf den Verkehrswert zum Stichtag an, weil die Immobilie mit dem Verkehrswert ins Endvermögen einzustellen ist.

Die Kosten des Studiums sind keine Position für den Zugewinn. Hier herrscht ein strenges Stichtagsprinzip. Die Kosten des Studiums sind letztlich Ausgaben während der Ehe die beim Zugewinn keine Rolle spielen. Anders wäre es nur, wenn ein Darlehen aufgenommen worden wäre oder wenn eine BAFÖG-Rückzahlungsverpflichtung bestünde. Dann wären im Endvermögen Ihrer Frau diese entsprechende Verbindlichkeit einzustellen.

Die Schenkungen Ihrer Eltern werden gemäß § 1374 II BGB Ihrem Anfangsvermögen zugerechnet.


Nach den bisherigen Zahlen wäre der Zugewinn Ihrer Frau 0 €.

Bei Ihnen würde sich folgendes errechnen, wenn man den Wert des Hauses mit 80.000 € ansetzt:

Anfangsvermögen:28.000 € Das Haus wäre 0 € im Anfangsvermögen weil dem Wert die Verbindlichkeiten in gleicher Höhe gegenüberstanden.

Endvermögen:80.000 €.

Differenz: 52000 €, also Zugewinn 52.000 €.

Anspruch Ihrer Frau 1/2=26.000 €.

Wie gesagt, ist dies sehr grob und müsste genau überprüft werden. Vom Grundsatz her muss aber so gerechnet werden.

Auch wenn Sie Ihrer Frau das Studium "finanziert" haben, führt dies nicht zu einem Ausgleichsanspruch, weil die Ehe eine Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft ist und nicht alle Vermögensverschiebungen bei Scheidung ausgeglichen werden. Hier zählt nur, was in den Zugewinn fällt.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 06.11.2012 | 21:00

Erst einmal vielen Dank für die schnelle Antwort. Der Verkehrswert der Immobilie beträgt aktuell 300.000.-€.
Wie würde der Zugewinn meiner Frau jetzt ausfallen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.11.2012 | 21:18

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne komme ich auf die Nachfrage zurück.

Man muss natürlich auch wissen, welchen Wert das Haus im Anfangsvermögen hat. Bei meiner Antwort war ich von voller Belastung ausgegangen, weil Sie selbst das Anfangsvermögen mit 0 € angegeben haben. Wenn das Haus nicht voll belastet war, muss man den Verkehrswert abzüglich der 80.000 € natürlich ins Anfangsvermögen einstellen.
Man kann daher Ihre Frage nicht beantworten ohne den Wert 2001 bei Heirat zu kennen.

Ich rechne Ihnen ein Beispiel vor, um die Berechnung zu zeigen.

Ihr Anfangsvermögen:28.000 € + Haus Beispielswert 250.000 € - 80.000 € Verbindlichkeiten=198.000 €.

Endvermögen:300.000 €

Differenz:102.000 € also Zugewinn 102.000 €. Zugewinn Frau= 0 €.

Anspruch der Ehefrau: 51.000 €.

Die Höhe des Zugewinns hängt also am Wert des Hauses bei Heirat und jetzt.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familien- und Arbeitsrecht

Bewertung des Fragestellers 06.11.2012 | 21:01

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 06.11.2012 4,8/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 66931 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr deutliche und verständliche Antworte. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Sie haben mir sehr geholfen. ...
FRAGESTELLER
3,8/5,0
Auf meine wenig dedaillierten Fragen konnte ich keine genaueren Antworten erwarten. Ich hielt meine Zeilen für eine erste Kontaktaufnahme, der nun genauere Antworten folgen sollten. ...
FRAGESTELLER