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Zugewinn-Berechnung bei komplexer Vermögensverteilung

23.02.2011 19:59 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Ich bin seit über 30 Jahren verheiratet. Mein Mann ist Unternehmer und im Laufe der Ehe haben sich beachtliche Vermögenswerte angehäuft. Als sein Vater starb, erbte er ein großes Aktiendepot, das er unverzüglich mit unserem gemeinsamen Depot zusammenführte. Gemeinsam mit seinen Geschwistern erbte mein Mann ein großes Immobilienvermögen.
Frage: Wie kann ich in dieser Situation meinen Zugewinn erkennen, denn es gibt Mieteinnahmen und hohe Zinserträge? Habe ich Recht auf Bilanzeinsichten? Gehören die Mieteinnahmen aus dieser Immobilie zum Zugewinn?
Ich habe wegen der Kinder sehr lange pausiert und viele Jahre Teilzeit gearbeitet.

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Beim Zugewinnausgleich sind für jeden Ehegatten dessen Anfangs- und dessen Endvermögen zu ermitteln.

Stichtag für das Anfangsvermögen ist der Tag der Eheschließung. Stichtag zur Ermittlung des Endvermögens ist der Tag, an dem der Scheidungsantrag dem anderen Ehegatten zugestellt worden ist.

Zugewinn ist die Differenz zwischen End- und Anfangsvermögen. Derjenige Ehegatte, der den höheren Zugewinn während der Ehezeit erwirtschaftet hat, hat dem anderen die Hälfte auszuzahlen.


2.

Der erste Schritt bei der Durchführung des Zugewinnausgleichs besteht darin, aufzulisten, welche Vermögenswerte jeder Ehegatte zum Zeitpunkt der Eheschließung (Anfangsvermögen) und zum Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrags (Endvermögen) hatte.

Gemäß § 1379 BGB sind beide Ehegatten einander verpflichtet, Auskunft über den Bestand ihres Vermögens zu erteilen. Auskunft über den Bestand des Vermögens Ihres Ehemannes können Sie bereits zum Zeitpunkt der Trennung verlangen. Die Auskunft muß sämtliche Vermögenswerte Ihres Ehemannes umfassen.

D. h. der Ehemann muß die Guthaben auf seinen Konten, die Werte evt. Aktiendepots usw. offenlegen und auch nachweisen.

Auch der Wert des Unternehmens gehört in den Zugewinnausgleich. Wenn man sich über den Wert eines Unternehmens nicht einigen kann, bleibt kein anderer Weg, als diesbezüglich ein Sachverständigengutachten einzuholen.

Die Mieteinnahmen sind per se nicht Zugewinn, sondern können Zugewinn werden, sofern sie noch vorhanden sind. D. h., das, was Sie ausgegeben haben, unterliegt nicht mehr dem Zugewinnausgleich.


3.

Eine Besonderheit besteht bei einer Erbschaft. Hier spricht man vom sog. privilegierten Vermögen. Das privilegierte Vermögen wird vom Endvermögen, wie auch das Anfangsvermögen, abgezogen.

Dabei gilt es wiederum zu beachten, daß das privilegierte Vermögen nur mit dem Wert in Abzug gebracht wird, den es bei Eintritt des Erbfalles hatte.


4.

Sie sehen daraus, daß die Berechnung des Zugewinns und damit des Zugewinnausgleichs gerade bei erheblichem Vermögen keineswegs einfach ist.

Kommt eine einvernehmliche Regelung nicht zustande, haben Sie die Möglichkeit, im Wege der Stufenklage Anfangs- und Endvermögen Ihres Ehemannes in Erfahrung zu bringen.

Wegen der sehr komplexen Einzelfragen und vor dem Hintergrund, daß es um beträchtliches Vermögen geht, empfehle ich dringend, vor Ort einen Rechtsanwalt aufzusuchen, um die Problematik des Zugewinnausgleichs zu erörtern.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.02.2011 | 21:14

Vielen Dank für Ihre Ausführungen.
Sie schreiben:
"Die Mieteinnahmen sind per se nicht Zugewinn, sondern können Zugewinn werden, sofern sie noch vorhanden sind."
Ich meine damit die Mieteinnahmen, die mein Mann anteilig mit seinen Geschwistern aus den ererbten Immobilien hat.
Ich sehr diese Summe in unserer gemeinsamen Steuererklärung.
Frage: Was meinen Sie mit "kann Zugewinn werden"?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.02.2011 | 21:50

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


Wenn die Mieteinnahmen faktisch vorhanden sind, z. B. auf einem Sparkonto, gehören Sie zum Zugewinn.

Mit dem Hinweis, die Mieteinnahmen könnten Zugewinn werden, wollte ich Folgendes klarstellen: Nicht zum Zugewinn zählen Einnahmen, die nicht mehr vorhanden sind, z. B. weil sie für die Lebenshaltung (Urlaub) ausgegeben wurden. Sind die Einnahmen dagegen noch vorhanden, fließen sie in die Berechnung ein.

Diese Anmerkung erschien mir wichtig, weil ich aus meiner Praxis weiß, daß Mandanten auch nicht mehr vorhandene Einnahmen noch als beim Zugewinn zu berücksichtigend sehen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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