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Zugewinn + Trennungsunterhalt


03.12.2007 14:32 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Zugewinngemeinschaft, weil Ehevertrag nicht vor dem Notar geschlossen wurde. Nur privatrechtliche Vereinbarung

Legende:
Anfangsvermögen vor Eheschließung Ehemann: 4 Häuser + Kapital + Lebensversicherungen.

Anfangsvermögen " " Ehefrau: Aktien, Lebensvers.

1. Während der Ehe Neukauf eines Hauses, + Verkauf eines Hauses aus Anfangsvermögen + Finanzierung.

Fällt 1 Neukauf unter Zugewinn abzüglich Zins/Tilgung?
Verkauf und Anfangspreis sind fast gleich.

Was ist wenn Immobilien stark fallen und der Einstiegspreis wird nicht mehr errreicht?
Auch andere Objekte haben keine Wertsteigerung mehr, sondern es muß mit Verlust verkauft werden. Was geschieht mit dem Verlust?

2. Ehemann kauft weitere 2 Objekte während der Trennung.
Bringt seine Lebensversicherung aus Anfangsvermögen ein, und verkauft ein Objekt aus Anfangsvermögen zur weiteren Finanzierung. Wie wird das gewertet?
3. Restrate will er aus Anfangskapitalvermögen Mann decken
( Wertpapierverkauf ) wie wird das bei Trennung gewertet?

TRENNUNGUNTERHALT:

Obiger Mann bewirkt Einkünfte aus V&V und Kapitalerträge.

Einkommensteuerbescheid vorhanden mit Afa, Zins, Werbungskosten.
Diese sind offenbar nicht vollständig für die Ermittlung des relevanten Nettoeinkommens für den Trennungsunterhalt.

Gibt es ein Raster für V&V oder eine Liste, anhand die Istkosten von den Bruttoeinkünften abgezogen werden. Die steuerlich geltend gemachten Kosten entsprechen durch die vom Finanzamt vorgenommene Progressionen ja nicht dem tatsächlichen Aufwand.

Wie wird hier verfahren. Wie ist es mit den Tilgungen?








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Sehr geehrter Ratsuchender,

der Zugewinn ermittelt sich in der Theorie relativ einfach, wenn auch ggf. praktische Probleme beim Grundeigentum aufkommen.

Das Anfangsvermögen ist das Vermögen zum Zeitpunkt der Eheschließung.

Das Anfangsvermögen wird zunächst für jeden Ehegatten ermittelt. Dazu zählen sämtliche Vermögenswerte, die ein Ehegatte jeweils besitzt.

Bei Sparguthaben ist dies entsprechend einfach anhand der alten Belege nachzuweisen, ebenso bei Aktienguthaben gibt es regelmäßige Depotauszüge. Problematisch ist aber regelmäßig der Grundbesitz. Dieser muss zum Zeitpunkt der Eheschließung mit dem Verkehrwert bewertet werden. Wenn kein Verkehrwertgutachten vorliegt, was regelmäßig der Fall ist, stellt sich die Frage, ob die Eheleute sich im Scheidungsfall auf einen bestimmten zu grundeliegenden Wert einigen können. Falls nicht muss im Zugewinnausgleichsverfahren ggf. nachträglich ein Verkehrswertgutachten durch das Gericht in Auftrag gegeben werden, was jedoch mit erheblichen Kosten verbunden ist.

Ist das Anfangsvermögen wie beschrieben ermittelt, wird auf die gleiche Weise das Endvermögen ermittelt, also der Vermögensstand jedes Ehegatten zum Scheidungszeitpunkt.

Ist das Endvermögen höher als das Anfangsvermögen stellt dies den Zugewinn eines Ehegatten dar.

Es wird also nicht jedes einzelne Geschäft während der Ehezeit berücksichtigt, sondern es wird lediglich das Anfangs- und Endvermögen gegenübergestellt (Insbesondere bei Grundeigentum kann es sein, dass dieses im laufe der Zeit an Substanzwert verliert, was so berücksichtigt wird).

Hat ein Ehegatte wiederum einen höheren Zugewinn während der Ehezeit erzielt, so ist die Differenz zwischen dem höheren und dem niedrigeren Zugewinn hälftig zwischen den Eheleuten auszugleichen.

Zu berücksichtigen ist jedoch noch, dass Erbschaften und Schenkungen von Todes wegen während der Ehezeit zum Anfangsvermögen zählen und keinen Zugewinn darstellen.

Den Trennungsunterhalt kann man nicht pauschal berechnen und auch keine Kosten iregendwie pauschal abziehen.

Der Unterhalt bestimmt sich immer individuell und wird individuell errechnet.

Maßgeblich für den Unterhalt, sofern eine Unterhaltspflicht besteht, sind die ehlichen Lebensverhältnisse, also sozusagen, der Lebensstandard, den beide Eheleute während der Ehe gepflegt haben.

Woraus ein Ehegatte seine Einkünfte erzielt ist zunächst einmal unerheblich, also ob aus Arbeitseinkommen oder Vermietung und Verpachtung. Natürlich werden evtl. Kosten bei Vermietung und Verpachtung (sofern angemessen) entsprechend berücksichtigt, z.B. entsprechende Schuldzinsen für eine Finanzierung, Instandhaltung, Hausunkosten.

Es gibt aber auch hier keine festen Werte die berücksichtigt werden, sondern diese müssen einzeln belegt werden.

Ich würde Ihnen raten, sich individuell den ggf. zu zahlenden Zugewinn und Trennungsunterhalt ausrechnen zu lassen und dann zu versuchen, sich mit dem Ehegatten diesbezüglich einvernehmlich zu einigen. Wenn diese Fragen gerichtlich zu klären sind, so kann dies "teuer" werden.

Ich bin gerne bereit diese Berechnung für Sie im Rahmen einer weiteren Beratung vorzunehmen. Sie können dazu über vorstehenden Kontaktdaten mit mir in Verbindung treten, sofern Sie dies wünschen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller
Rechtsanwalt



Nachfrage vom Fragesteller 03.12.2007 | 15:38

Hallo Herr Keller,

ich hatte jedoch auch direkte Fragen zu meinem Fall geschildert.
Ihre Antworten jedoch sind sehr allgemein gehalten und i.d.F. für mich nicht neu.

Meine Fragen noch einmal zum direkten Beantworten.
Fällt 1 Neukauf unter Zugewinn abzüglich Zins/Tilgung?
Verkauf und Anfangspreis sind fast gleich.

Was ist wenn Immobilien stark fallen und der Einstiegspreis wird nicht mehr errreicht? Andere haben Mehrwert.
Ist das verrechenbar? z.B. Haus A -65.000 Haus B +25.000 = 40.000 davon hälftiger Zugewinn.
Auch andere Objekte haben keine Wertsteigerung mehr, sondern es muß mit Verlust verkauft werden. Was geschieht mit dem Verlust?

2. Ehemann kauft weitere 2 Objekte während der Trennung.
Bringt seine Lebensversicherung aus Anfangsvermögen ein, und verkauft ein Objekt aus Anfangsvermögen zur weiteren Finanzierung. Wie wird das gewertet?
3. Restrate will er aus Anfangskapitalvermögen Mann decken
( Wertpapierverkauf ) wie wird das bei Trennung gewertet?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.12.2007 | 16:15

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

1. Wenn Sie ein Haus neu gekauft haben und dies ebenso viel Wert war, wie das Haus, welches schon im Anfangsvermögen enthalten war und unterstellt, dieses Haus hatte zum Verkaufszeitpunkt exakt den gleichen Wert, wie zur Eheschließung, so hat sich diesbezüglich der Wert Ihres Vermögens selbstredend nicht verändert und es kann somit nur isoliert darauf betrachtet natürlich auch kein Zugewinn vorliegen.

Ob aber bei Ihnen überhaupt ein Zugewinn vorliegt wäre zunächst einmal individuell zu ermitteln.

2. Die Frage bezüglich evtl. Verlusten beim Grundeigentum habe ich bereits beantwortet (s.o.). Es wird auch im Endvermögen der aktuelle Verkehrswert des Grundeigentums berücksichtigt. Sind die Werte entsprechend gefallen, wird das im Endvermögen entsprechend berücksichtigt und mindert einen möglichen Zugewinn.

3. Da Sie davon sprechen, dass Sie während der Trennung weitere Grundstücksverkäufe und Käufe tätigen wollen, so stellt sich die Frage, ob einer der Ehegatten schon einen Scheidungsantrag gestellt hat. Gemäß § 1384 BGB gilt für die Berechnung des Endvermögens der Zeitpunkt der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags. Wenn also bereits ein Scheidungsantrag gestellt wurde, wirken sich nachträgliche Geschäfte in keiner Weise mehr auf das Endvermögen aus.

Sollte noch kein Scheidungsantrag gestellt worden sein, gilt im übrigen ebenfalls das, was ich bereits ausgeführt habe.
Wenn trotz aller Käufe und Verkäufe das Endvermögen sich im Vergleich zum Anfangsvermögen nicht verändert hat, so liegt kein Zugewinn vor.

Auf einzelne Geschäfte kommt es dabei nicht an, sondern es wird immer das Vermögen insgesamt zum entsprechenden Stichtag betrachtet.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller

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