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Zugewinausgleich


17.08.2007 16:15 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag,

folgender Sachverhalt liegt vor.

Grundstück und Rohbau waren vor der Ehe vorhanden ca. 130.000euro Wert.
Derzeitiger Verkehrswert liegt bei ca 380.000 Euro
Im Grundbuch ist nur Mann eingetragen.

Restschulden ca. 120.000 Euro.

Finanzierung des Hauses erfolgte nur über Mann bzw. dessen Eltern haben für Kredit mitunterschrieben. (Sicherheit ist das Finanzierte Haus selbst)

Abzahlung des Kredites, Nebenkosten (Strom, Wasser lauf. Kosten) wurden ebenfalls alleine von Mann bezahlt.

Besteht trotzdem Ausgleich des Zugewinns von 50% für das Haus?

Besteht die Möglichkeit eines Mietausgleiches bzw. Nutzungsausgleiches für den Mann, da Frau keine Kosten bzw. Risiken und DL Rückzahlungen übernommen hat.

Der komplette Hausrat wurde von Frau ohne vorherige Zustimmung aus dem Haus entfernt. Rechnungen liefen auf den Namen der Eltern. Fällt der komplette Hausrat bei Scheidung an die Frau zurück ohne Zugewinnausgleich für den Mann wg. der Rechnungstellung auf die Eltern? Eine Vereinbarung über die Alleinige Schenkung an die Frau wurde nicht getroffen.


Danke für Ihre Antwort.

Neumann

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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Der Hausrat hat zunächst nichts mit dem Zugewinn zu tun. Der Hausrat sollte vernünftigerweise zwischen den Eheleuten gerecht aufgeteilt werden. Geschieht dies nicht, kann man diesbezüglich eine gerichtliche Regelung herbeiführen. Dann entscheidet der Richter nach der Hausratsverordnung und letztendlich nach dem was er für zweckentsprechend hält, wer was bekommt.

Der Hausrat selber kann aber nur dann etwas mit dem Zugewinn zu tun haben, wenn ein Ehegatte als Alleineigentum besonders wertvolle Luxusgestände als Hausrat besitz. Anderenfalls sind Hausrat und evtl. Zugewinn getrennt voneinander zu sehen.

Ob und wer bei Ihnen einen Zugewinnausgleich zu zahlen hat, kann man pauschal nicht sagen. Dazu müßte insgesamt die Vermögenssituation geprüft und zum Eheschließungstermin, sowie zum Scheidungszeitpunkt ermittelt werden. Gerade bei Grundbesitz ist dies schwierig und geschieht in der Regel durch ein Verkehrswertgutachten, sofern bei den Eheleuten über den Wert keine Einigkeit herrscht.

Die Berechnung des Zugewinns erfolgt zunächst so, dass für jeden Ehegatten das Anfangsvermögen zum Eheschließungstermin errechnet wird. Das Anfangsvermögen kann allerdings nicht negativ sein sondern beträgt selbst wenn Schulden bestehen allenfall 0,- €.

Dann wird für jeden Ehegatten das Endvermögen errechnet zum Scheidungszeitpunkt (Rechtskraft des Scheidungsurteils).

Die Differenz zwischen Anfangsvermögen und Endvermögen ist der Zugewinn.

Hatte ein Ehegatte also z.B. ein Anfangsvermögen von 130.000,00 € und ein Endvermögen von 260.000,00 €, so stellt die Differenz von 130.000,00 € den Zugewinn dar. Dabei zählt natürlich Grundbesitz wie in Ihrem Fall ganz normal als Vermögen.

Sollte die Ehefrau nun z.B. einen Zugewinn in Höhe von 100.000,00 € haben, so betrüge die Differenz zum Ehemann 30.000,00 €, welche dieser während der Ehe mehr an Zugewinn erwirtschaftet hat. Von diesen 30.000,00 € müssten dann 50% also 15.000,00 € an die Ehefrau als Zugewinnausgleich gezahlt werden.

Hätte die Ehefrau z.B. selber gar keinen Zugewinn während der Ehe erwirtschaftet, so betrüge die Differenz 130.000,00 € und es wären im Wege des Zugewinnausgleiches 65.000,00 € an die Ehefrau auszugleichen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.08.2007 | 17:41

Danke für Ihre Antwort.

Ist das Endvermögen nicht das Vermögen das bis zur Zustellung des Scheidungsantrages anfällt?

Wie sieht es mit neuen Hausratanschaffungen aus, die ja notwendig werden, wenn Frau alle Gegenstände aus dem Haus entfernt hat. Zählen diese dann auch wieder zum Zugewinn?

Gibt es irgentwelchen Ausgleich für denn Ehemann für alleinige Tragung der Kosten Kredit, Risiko? Strom Wasser.

Frau hatte nur geringfügiges Einkommen und kein Vermögen.

Danke für Ihre Rückantwort im Voraus.

Neumann

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.08.2007 | 20:30

Das Endvermögen ist das Vermögen, welches ein Ehegatte exakt am Tage der Zustellung des Scheidungsurteils besitzt.

Wenn die Frau Hausratsgegenstände vereinnahmt welche ihr nicht zustehen, so können Sie dagegen vorgehen, allerdings nicht im Wege des Zugewinnausgleichs. Dies kann auch nicht irgendwie verrechnet werden, da der Zugewinnausgleich nichts mit dem Hausrat unmitelbar zu tun hat.

Ein Ausgleich für Kreditkosten, etc. kann es ggf. geben. Dies erfordert allerdings eine individuelle Prüfung der vorliegenden Situation.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller

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