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Züchterin verkauft mir wissentlich kranke Katze

08.06.2009 13:40 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Anwälte(innen)

Ich habe vor 2 Monaten ein 16 Wochen altes Kätzchen von einer Züchterin gekauft.

Laut Vertrag wurde mir eine gesunde Katze zugesichert. Vor der Abholung hatte die Katze eine Bindehautentzündung am linken Auge, sollte aber laut Aussage der Züchterin wieder kerngesund sein.
Da wir einen langen Heimweg (900 km) hatten, hielten wir uns bei der Züchterin nicht lange auf. Als die Katze zwischendurch nieste, erklärte die Züchterin, das käme vom Staub beim Spielen oder könnte ein wenig Zugluft sein. Da ich kein Experte für kranke Katzen bin, nahm ich das so hin.

Schon auf der Heimfahrt fing das Kätzchen an, unentwegt zu niesen.
Stunden später fing die Nase an zu laufen.
Am nächsten Tag habe ich die Züchterin angerufen und ihr über den Zustand der Katze berichtet. Die Züchterin sagte, dass es der Stress vom Transport sei. Ich habe das so hingenommen, aber am Tag darauf lief der Katze der Eiter aus Nase und Augen und sie nieste Blut.
Ich habe nach Absprache mit der Züchterin gleich einen Tierarzttermin vereinbart und die Katze ein Woche lang mit
Antibiotika behandeln müssen. Die triefende Nase und Auge bekam aber auch die Tierärztin nicht in den Griff und diagnostizierte chronischen Katzenschnupfen.

In der 3.Woche konsultierte ich daraufhin unfreiwillig einen anderen Tierarzt, weil die Katze plötzlich an Atemnot litt und dicke Eiterklumpen und Blut ausnieste.
Auch dieser diagnostizierte chronischen Katzenschnupfen. Aufgrund des schlechten Zustands der Schleimhäute sagte er mir, dass die Krankheit schon lange bestehen musste.
Er machte mich ausserdem darauf aufmerksam, dass das Tier unterentwickelt ist und zu spät geimpft worden sei, was wahrscheinlich der Grund der Ansteckung war.

Da wir uns an das Tier gewöhnt haben und mein Sohn sehr an dem Tier hängt, beschlossen wir, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, das Tier zu behandeln. Der Tierarzt wollte aufgrunddessen einen Behandlungsplan festlegen und deshalb waren auch die Behandlung und Medikamente des Tierarztes der Züchterin erforderlich.

Erstaunlicherweise erfuhren wir, dass die Katze schon bei diesem Tierarzt wegen Katzenschnupfen in Behandlung war. Das hatte die Züchterin mit keinem Wort erwähnt.
Als ich die Züchterin darauf ansprach, verstrickte sie sich in Lügengeschichten und wiess jede Absicht und Kenntnis der Krankheit von sich.

Sie bot mir auch eine andere Katze an, weil sie wusste, dass ich den langen Weg nicht noch einmal auf mich nehme. Als ich aber Ihren Vorschlag annahm, machte Sie sofort einen Rückzieher.

Obwohl ich mit Ihr jeden Behandlungsschritt der Katze abgesprochen habe (was sie eigentlich nicht sehr interessiert hat, weil sie mich jedesmal abgewürgt hat), weigert sie sich, einen Teil der Arztkosten zu übernehmen.

Als ich sie daraufhin ansprach, dass ich ein Recht auf Nachbesserung und Erstattung der Tierarztrechnung habe, schaltete sie sogar selbst einen Anwalt ein, der nun versucht, mir die ganze Sache in die Schuhe zu schieben, obwohl ich sämtliche Labor- und Arztbefunde eingereicht habe, die die Krankheit des Tieres belegen.

Meine Frage:
1.) was habe ich für Rechte bezüglich Schadensersatz von der Züchterin?
2.)Im Vertrag hat sie eine Falschaussage gemacht in dem Punkt des gesundheitlichen Zustandes. Für mich stellt sich das wie beabsichtigter Betrug dar. Kann ich sie wegen Betruges anzeigen?
3.) soll ich vom Vertrag zurücktreten wenn ich Schadensersatz fordere?
4.) kann ich die mittlerweile sehr hohen Tierarztrechnungen auf die Züchterin abwälzen?
5.) unsere andere Katze hat sich nach Aussage des Tierarztes auch mit dem Virus angesteckt. Sie ist noch nicht erkrankt, ist aber Überträger und ich soll nach Aussage des Arztes mit dieser Katze nicht mehr züchten (ich hatte die Katze teuer mit Zuchtoption gekauft).
Kann ich in diesem Fall Schadensersatz fordern?
6.)muss ich das Tier im Falle einer Rückgabe selbst nach Norddeutschland bringen, oder muss die Züchterin das Tier abholen?
7.) kann ich im Falle einer Rückgabe auch meine Abholkosten geltend machen, weil der Vertrag aufgrund der absichtlichen Verschleierung der Krankheit von Seite der Züchterin nicht eingehalten wurde?
8.) im Vertrag steht „gekauft wie gesehen“ – setzt das voraus, dass ich auch Krankheiten erkennen muss als Laie?
9.) kann ich den Tierarzt der Züchterin auf Herausgabe der Krankenakte/Behandlungsakte meiner Katze auffordern?

Danke im Voraus für Ihre Anwort. Bitte versuchen Sie, alle meine Frage-Punkte zu beantworten.

Mit freudlichen Grüssen!

08.06.2009 | 14:15

Antwort

von


(513)
Groner Landstr. 59
37081 Göttingen
Tel: 05513097470
Web: http://www.Kanzlei-Lars-Liedtke.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung/Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer anderen Beurteilung des Falles führen. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

1.) Da die Katze im Übergabezeitpunkt einen vom vertragsgemäßen Zustand negativ abweichenden Zustand aufwies, können Sie, wenn eine Nacherfüllung unmöglich ist von Seiten der Verkäuferin verweigert wurde, vom Kaufvertrag zurücktreten oder den Kaufpreis mindern und - zusätzlich zu diesen Rechten - Schadensersatz neben der Leistung (Schäden, die an anderen Rechtsgütern als der Kauf"sache" eingetreten sind) und Schadensersatz statt der Leistung (Schäden an der Kauf"sache" selbst) oder Aufwendungsersatz (freiwillige Vermögensopfer wie z.B. die Tierarztkosten) verlangen.

2.) Selbstverständlich steht es Ihnen frei, Strafantrag oder -anzeige zu stellen (Sollten Sie dies ohne Anwalt tun, entstehen Ihnen auch keine Kosten.). Ob das Verfahren zur Anklage kommt oder aber eingestellt wird, kann an dieser Stelle nicht prognostiziert werden, da dies dann im Wesentlichen von den Ergebnissen des von den Strafverfolgungsbehörden geführten Ermittlungsverfahren abhängt.

3.) Sollten Sie Schadens- und/oder Aufwendungsersatz geltend machen, können Sie zudem vom Vertrag zurücktreten, müssen dies aber nicht. Ein Rücktritt bewirkt eine Rückabwicklung von Kauf"sache" und Kaufpreis. Da Sie die Katze behalten wollen, sollten Sie nicht vom Vertrag zurücktreten.

4.) Ja, als Aufwendungsersatz.

5.) Ja, als Schadensersatz neben der Leistung. (Dies ist anders als beim Schadensersatz statt der Leistung kumulativ zum Aufwendungsersatz möglich.)

6.) Erfüllungsort der Gewährleistungsansprüche ist der Ort, an dem sich die Kauf"sache" dem Vertrage nach befindet, also i.d.R. beim Käufer. Das beduetet, dass die Verkäuferin die Katze abholen müsste.

7.) Die Kosten für die Abholung der Katze können Sie nicht geltend machen, da Ihnen diese Kosten auch dann entstanden wären, wenn die Katze einen vertragsgemäßen Zustand aufgewiesen hätte.

8.) Diese Klausel bedeutet einen Ausschluss für offenkundige, nicht aber für versteckte Mängel. Hätte die Katze z.B. einen Hüftschaden und würde hinken, hätten Sie dies erkennen müssen, nicht aber eine nicht offenkundige Virusinfektion. Hierfür waren keine Anhaltspunkte gegeben. Das einmalige Niesen hätte auch Zufall sein können.

9.) Nein, es sei denn, dass dies bei Vertragsschluss ausdrücklich vereinbart worden wäre.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben.


Rechtsanwalt Lars Liedtke

ANTWORT VON

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