Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zuchthündin, Erbkrankheit, Rücktritt, Schadenersatz


21.02.2005 17:50 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Guten Tag,

Ich bin gemeinsam mit einem Freund Eigentümer einer Hündin (Australian Shepherd). Wir haben die Hündin (geb. 15.06.2003) Ende August 2003 zum Preis von 750 € ohne schriftlichen Vertrag gekauft. Der Züchterin war bekannt, daß die Hündin für Ausstellungen und zur Zucht eingesetzt werden soll. Sie versicherte uns mündlich, daß sowohl bei den Elterntieren wie beim Welpen alle relevanten Untersuchungen (z.B. Augen) durchgeführt wurden und keine Gesundheitsschäden vorhanden sind.

Am 28.12.2004 haben wir die Augen der Hündin bei einem vom Zuchtverband anerkannten Facharzt für Augenheilkunde untersuchen lassen. Diagnose: Auf beiden Augen liegt ein erblich bedingter Katarakt vor. Die Hündin ist damit zuchtuntauglich. Nach Ausage des Tierarztes wäre der Mangel bei fachmännischer Untersuchung
des Welpen im Alter von ca. 7 Wochen bereits erkennbar gewesen.

Wir haben umgehend die Züchterin informiert und uns zunächst auf eine zweite Untersuchung durch einen anderen Tierarzt geeinigt, die in Kürze erfolgt.

Sollte sich das Ergebnis bestätigen, wollen wir vom Kaufvertrag zurücktreten und die Erstattung des Kaufpreises fordern. Außerdem beabsichtigen wir, Schadenersatz zu fordern.

Unsere Fragen:
Welcher Schadenersatz ist angemessen? Tierarzt, Kosten für Teilnahme an Ausstellungen, Futter, Versicherung, Aufwendungen für Anschaffung einer neuen Zuchthündin etc.?

Wir würden die Hündin prinzipiell auch gern behalten. Können wir der Züchterin anbieten, als Gegenleistung für das Überlassen der Hündin auf Schadenersatz zu verzichten? Oder müssen wir, um die Hündin behalten zu können, anstelle des Rücktritts die Minderung des Kaufpreises fordern? Was wäre eine angemessene Preisminderung?

Sollten wir die Hündin behalten, würden wir sie sterilisieren lassen. Konnen wir von der Züchterin die Übernahme der Kosten fordern?

Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen!

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Ratsuchende,

zwar handelt es sich bei einem Hund nicht um eine Sache, es sind aber dennoch die Vorschriften über die Sachmängelgewährleistung anwendbar.

Dabei stellt die fehlende Zuchteignung einer zu Zuchtzwecken verkauften Hündin einen Sachmangel dar. Danach können Sie nach Ihrer Wahl entweder die Nacherfüllung (Lieferung einer gesunden Hündin), Wandlung (Rückabwicklung des Kaufvertrages) oder Minderung verlangen. Zusätzlich können Sie in allen Fällen Schadensersatz geltend machen.

Bei der Wandlung müssen Sie das Tier zurückgeben Zug um Zug gegen Erstattung des Kaufpreises. Als Schadensersatz können Sie dann im Prinzip nur die Preisdifferenz geltend machen, wenn Sie anderweitig teurer einen vergleichbaren Hund erwerben. Alternativ können Sie statt des Schadensersatzes den Ersatz vergeblicher Aufwendungen geltend machen, also die Kosten, die ohne den Kauf nicht entstanden wären, wie Futter, Versicherung, Tierarzt.

Bei der Minderung kommt es zu einer Reduzierung des Kaufpreises. Die Höhe einer angemessenen Minderung vermag ich nicht zu beurteilen und darf Sie zu dieser Frage an einen Sachverständigen oder Zuchtverband verweisen. Sie werden als Züchter wahrscheinlich auch selber die Preisdifferenz zwischen einem zuchtgeeigneten und einem ungeeigneten Tier kennen; damit hätten Sie den Minderungsbetrag.

Der Weg, eine Rückzahlung des Kaufpreises bei Behalten des Tieres unter Verzicht auf weitergehende Ansprüche zu erreichen ist gangbar. Allerdings haben Sie hierauf keinen gesetzlichen Anspruch, sondern können das im Wege der Vertragsfreihit nur im gegenseitigen Einvernehmen vereinbaren. Hüten Sie sich hierbei aber vor Druck auf die Verkäuferin, um einen solchen Deal durchzusetzen.

Eine Sterilisation ist eine eigene Entscheidung von Ihnen, die unter das uneingeschränkte Bestimmungsrecht des Eigentümers fällt, wie er mit seinem Eigentum verfährt. Mit dem eigentlichen Kauf hat das nichts zu tun. Es handelt sich sozusagen um Ihr "Privatvergnügen", dessen Kosten Sie keinesfalls von der Verkäuferin verlangen können.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER