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Zu zahlender Kindesunterhalt und Bedarfskontrollbetrag


07.09.2007 12:27 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Hallo,

ich bin unterhaltspflichtig für 2 nichteheliche Kinder (12 und 14 Jahre). Weiterhin bin ich verheiratet und habe mit meiner Ehefrau 2 weitere Kinder(2 und 6 Jahre). Mein bereinigtes Nettoeinkommen beläuft sich auf 3.080 EUR und meine Frau hat einen 400-Euro Job.
OLG ist Schleswig.
Vielleicht noch erwähnenswert: Ich habe seit 9 Jahren regelmäßig eine extreme Strecke zu fahren, um das Umgangsrecht warzunehmen, da mein Wohnort 750 Km von den Kindern entfernt ist.

Meine Fragen:
1. Nach welcher Stufe der Düsseldorfer Tabelle müsste ich korrekt eingestuft werden und wie sieht eine korrekte Bedarfskontrollrechnung mit Berücksichtigung meiner Ehefrau aus?

2. Für meine Altersvorsorge zahlt meine Firma 210 Euro von meinem Bruttogehalt in eine Pensionskasse, darf dieses zum Abzug gebracht werden?- Bei den 3.080 EUR so geschehen!

Bislang zahle ich nach mündlicher Vereinbarung mit der Kindesmutter nach Stufe 6 der D´dorfer Tabelle, jetzt möchte die KM mehr Geld.

Für eine detailierte Beantwortung im Voraus viel Dank und
viele Grüße

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Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zu Ihren Fragen, wobei ich davon ausgehe, daß Sie bei Ihrem Gehalt (3080 EUR)schon etwaige berufsbedingte Aufwendungen berücksichtigt haben. Die Beiträge für die Pensionskasse können berücksichtigt werden. Ich unterstelle, daß Sie diesen Abzug bei dem Einkommen schon vorgenommen haben.

Die Kosten des Umgangsrecht sind grundsätzlich nicht anzurechnen. Nur bei sog. Mangelfällen, könnte eine Berücksichtigung vorgenommen werden.

Da Ihr Gehalt 3080 EUR ist, werden Sie grundsätzlich in die 9. Einkommensgruppe (2800 - 3200 EUR) eingestuft. Da Sie aber für mehr als 3 Personen unterhaltspflichtig sind, ist eine Herabstufung in die 8. Einkommensgruppe (2500 - 2800) möglich.

Die nichteheliche Kindesmutter hat keinen Unterhalt zu zahlen, da Sie diesen durch die Betreuung erfüllt.

Bei der Bedarfsberechnung spielt Ihre Frau zunächst keine Rolle. Da Sie ein Einkommen von 400 EUR hat, würde man - da Sie Ihre Frau ja mitversorgen müsssen - Ihnen u.U. noch einen Abzug von ca. 150 EUR zusätzlich gewähren. Trotz allem wären Sie dann bei der Unterhaltsberechnung der Kinder in der Einkommensgruppe.

Daher haben Sie folgende Unterhaltspflichten gegenüber den nichtehelichen Kindern, wobei der Kindergeldabzug schon berücksichtigt wurde.

Mandant zahlt an kind 14 J. nach Verrechnung 432-77: 355,00 EUR
Mandant zahlt an Kind 12 J. nach Verrechnung 432-77: 355,00 EUR


Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt


Hinweis
Die vorstehende Beantwortung ist beschränkt durch die von Ihnen gegebenen Informationen. Die von mir gegebene Antwort ist eine überblicksartige Beantwortung. Außerdem ist die Beantwortung der Antwort auch abhängig von der Höhe des gebotenen Honorars und kann - insbesondere in den Fällen, in denen die notwendigen Unterlagen (z.B. Verträge, Versicherungsbedingungen, Gerichtsurteile, Schreiben von Dritten) nicht vorlagen - eine Beratung durch einen Rechtsanwalt nicht ersetzen.

Nachfrage vom Fragesteller 07.09.2007 | 14:04

Danke für die umfassende Antwort - ist klar nachvollziehbar.
Eine klitzekleine Nachfrage noch:
Wäre zusätzlich zu den 210 Euro Pensionkasse (abgezogen vom Bruttogehalt) noch eine Riesteraltersvorsorge, zu der der Gesetzgeber ja rät, abzugsfähig vom Nettoeinkommen?

Danke nochmals.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.09.2007 | 14:49

Sehr geehrte Damen und Herren,
eine Berücksichtigung der Rieserrente kommt hier in Betracht; nur wenn Sie "überversorgt" wären, d.h. wenn Sie neben der gesetzlchen Rente, der betrieblichen Altersvorsorge auch noch eine Eigentumswohnung und Lebensversicherungen hätten, kommt eine Berücksichtigung nicht in Betracht.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille

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