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Zu geringer Wasserdruck in Miethaus

| 03.03.2017 12:55 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Pieperjohanns


Zusammenfassung: Der zu geringe Wasserdruck in einer Mietwohnung kann einen Mangel darstellen. Dieser ist vom Vermieter zu beheben. Gleichzeitig kann er den Mieter zur Mietminderung berechtigen.

In einer vermieteten Doppelhaushälfte liegt der Wasserdruck bei ca. 1,5 bar. Mehr Druck wird vom örtlichen Wasserversorger, der Gemeinde, nicht zur Verfügung gestellt und für ausreichend gehalten. Die Gemeinde unternimmt also nichts zur Erhöhung. Der geringe Druck hat zur Folge, dass im zweiten Stock, wo sich das Bad befindet, das Wasser nur recht langsam fliesst.
Ist in diesem Fall der Eigentümer (=Vermieter), obwohl er nicht für den geringen Druck verantwortlich ist, verpflichtet, mittels technischer Massnahmen (wie z. B. einer internen Druckerhöhungsanlage) für ausreichenden Wasserdruck zu sorgen? Die Leitungen im Haus sind in Ordnung, Ursache ist allein der zu geringe Druck am Übergabepunkt.
Das Haus befindet sich in Baden-Württemberg. Die Kosten für eine Druckerhöhungsanlage belaufen sich auf ca. das Doppelte einer Monatskaltmiete.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Als Mieter haben Sie gegen Ihren Vermieter grundsätzlich einen Anspruch auf Mängelbeseitigung. Dies ergibt sich aus § 535 Absatz 1 BGB. Darüber hinaus können Sie bei einem beachtlichen Mangel die Miete mindern (§ 536 Absatz 1 BGB). Ein beachtlicher Mangel ist danach die nicht nur unwesentliche Herabsetzung der Gebrauchsfähigkeit der Mietsache (Ihrer Wohnung).

Der geringe Wasserdruck im Bad Ihrer Wohnung kann eine wesentliche Herabsetzung der Gebrauchsfähigkeit und damit ein Mangel sein. Die Frage ist, was langsam fließendes Wasser für Auswirkungen auf Ihre Wohnungsnutzung hat. Die Bandbreite ist groß

Im Jahr 2005 hat zum Beispiel das Landgericht Berlin eine Füllung der Badewanne in 45 Minuten und eine regelmäßige Nachspülung der Toilette mit Eimern als hinreichend für eine Minderung der Miete um 20 % angesehen (LG Berlin, Urteil vom 26.08.2005 – AZ 63 S 98/05). In anderen Fällen wurde eine Minderung von 3 % angenommen. Die Spannbreite liegt im Ermessen des zuständigen Amtsrichters, je nachdem, was er für wesentlich hält und was nicht.

Setzen wir voraus, dass der geringe Druck ein Mangel ist, dann hat Ihr Vermieter den Mangel zu beseitigen, nicht die Wasserwerke. Der anspruch ist auch unabhängig von den Kosten der Maßnahme zur Beseitigung des geringen Drucks. Solche Dinge sind eben das "Berufsrisiko" des Vermieters. Er muss Sanierungsaufwand und Unvorhergesehenes in seine Mietforderung mit einpreisen und dann ggf. liefern.

Ich rate Ihnen, den Mangel dem Vermieter schriftlich anzuzeigen und ihn zur Beseitigung aufzufordern. Wenn er das nicht tut, können Sie die Miete mindern, um den wirtschaftlichen Druck zu verstärken. Je nach Schwere des Problems sind wie gesagt bis zu 20 % angemessen. ABER ACHTUNG: Falsch einbehaltene Minderung ist nachzuzahlen und kann den Vermieter zur fristlosen Kündigung berechtigen, gehen Sie also eher vorsichtig an die Sache heran.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 04.03.2017 | 09:40

Vielen Dank!
Eine Frage habe ich noch: Gibt es einen Mindestwasserdruck, der zur Verfügung gestellt werden muss?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.03.2017 | 13:42

Sehr geehrter Fragesteller,

leider nein. Der typische Druck auf einer Wasserleitung ist 2 bis 5 bar. Der Mangel Ihrer Wohnung ist jedoch nicht der Druck an sich, sondern die Einschränkungen, die Sie dadurch haben. Also ist für den Vermieter und Sie jeder Druck, der die Einschränkungen auf ein unwesentliches Maß behebt in Ordnung.

Ich würde sagen, dass eine gewisse Verringerung des Druck im OG durchaus in Ordnung geht, aber eben nicht soweit, dass Sie nachhelfen müssen oder länger auf Ihre Badewanne warten müssen.

Ein schwieriges zu objekltivierendes Thema, dass sehr vom Einzelfall abhängt.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt

Pieperjohanns

PS: Würden Sie mir bitte eine Bewertung schreiben? Danke.

Bewertung des Fragestellers 06.03.2017 | 13:14

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