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Zu Unrecht negative Bewertung erhalten


| 02.04.2006 00:36 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte,

ich habe im Januar über eBay eine Software von einem Verkäufer aus Österreich ersteigert. Der Verkäufer hat 4 Tage gebraucht, um mir die korrekten Überweisungsdaten zu nennen. Danach habe ich sofort online überwiesen. Der Verkäufer hat mir einen Tag später zugesichert, die Ware noch am selben, spätestens am nächsten Tag zu versenden. Tatsächlich hat er die Ware laut Poststempel aber erst 5 Tage später versendet. Als die Software bei mir ankam, musste ich feststellen, dass diese zwar soweit funktionierte aber zwei Angaben im Angebot nicht der Wahrheit entsprachen (angegeben war, dass es sich um keine OEM-Version handelt und die Software noch nie installiert wurde. Es handelte sich aber um eine OEM-Version und die CDs wiesen leichte Gebrauchsspuren auf). Ich hatte aber nur die Sache mit der OEM-Version bemängelt. Dementsprechend habe ich dem Verkäufer auch nur eine neutrale Bewertung ohne Kommentar gegeben. Der Verkäufer hat mir aber eine positive Bewertung zugesichert, die ich auch verdient hätte. 7 Wochen später bekam ich dann allerdings eine negative und unverschämte Bewertung („Kann nicht lesen und kaufen! Braucht Brille und Dolmetscher! Aufniewiedersehen“)

Später ist übrigens noch ans Licht gekommen, dass der Product-Key der Software auch nicht funktionierte. Ich hatte die Software nämlich zwischenzeitlich mit den richtigen Angaben weiterverkauft ohne sie allerdings vorher installiert zu haben. Somit konnte ich das mit dem Key nicht wissen. Der Käufer hatte mich darauf hingewiesen.

Ich habe sämtlichen Schriftverkehr zwischen dem Verkäufer und mir aufgehoben und in einer Word-Datei zusammengefasst. Die Software habe ich, wie gesagt, allerdings nicht mehr. Und auch den Briefumschlag mit dem Poststempel habe ich bereits vernichtet. Konnte ja niemand mit so etwas rechnen.

Ich habe bereits mit ebay Kontakt aufgenommen und denen den Schriftverkehr vorgelegt. Aber sie wollen den Kommentar weder entfernen, noch irgendwie kommentieren. Und mit dem Verkäufer verhandeln, die Bewertungen gegenseitig zurückzunehmen, möchte ich nicht. Denn er hat seine neutrale Bewertung, die ich mittlerweile entsprechend ergänzt habe, verdient („Zu voreilig bewertet. Ebayer lügt betrügt + vergibt neg. Bewertungen ohne Grund.“). Meine Frage ist nun, was ich sonst gegen diese negative Bewertung unternehmen kann. Kann ich den Verkäufer vielleicht anzeigen bzw. verklagen (möglichst kostengünstig, da ich Alg.II-Empfängerin bin)? Und wie stehen die Chancen auf Erfolg?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!

MfG, Sonste73

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

auf Grundlage Ihrer Angaben kann ich Ihnen trotz Ihres plausiblen Berichts hier leider nicht allzu viel Hoffnung machen.

1)

Denn die Frage, inwieweit abwertende Kritik im eBay-Bewertungssystem zulässig ist, ist bislang unter den Gerichten umstritten. Im Regelfall wird Kritik dann als zulässig angesehen, wenn sie im Kern noch nachprüfbare negative Tatsachen beschreibt, da sich der Vertragspartner in diesem Fall im Rahmen seiner Möglichkeit zur Gegendarstellung dagegen wehren kann. Genauso verhält es sich ja leider auch –noch- in Ihrem Fall. Zwar sind die Äußerungen wie „Brille, Dolmetscher“ schlicht neben der Sache, auf jeden Fall konnten Sie sich mit der ergänzenden Bewertung gegen die Rüpeleien wehren.

Natürlich können Sie den „Geschäftspartner“ (an dessen Wohnort, also in Österreich!) auf Beseitigung verklagen – ob hier eine Relation zwischen Aufwand und Ertrag besteht, wage ich zu bezweifeln.

2)

Ähnlich verhält es sich auch mit strafrechtlichen Schritten. Der Tatbestand der Beleidigung ist wohl nicht erfüllt, ganz evt. derjenige der üblen Nachrede (§ 186 StGB) bzw. der Verleumdung (§ 187 StGB). Hierbei handelt es sich um Straftatbestände, die zwar von Ihnen angezeigt werden können, häufig (und hier sehr wahrscheinlich) von Staatsanwaltschaft jedoch auf den Privatklageweg verwiesen werden. Hier können Sie (wirklich) ganz evt. mit eigenem Kostenrisiko eine Verurteilung erreichen. Unter dem Gesichtspunkt eines vernünftigen wirtschaftlichen Handelns kann ich hierzu nicht raten, also keine weitere Rechtsverfolgung empfehlen.


Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort trotzdem weitergeholfen zu haben. Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -


E-Mail: ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf

Nachfrage vom Fragesteller 02.04.2006 | 12:44

Sehr geehrter Herr Dr. Schimpf,
vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Frage. Das ist ja wirklich ärgerlich, daß ich gar nichts gegen die negative Bewertung unternehmen kann. Da kann also wirklich jeder jeden bei Ebay negativ bewerten, ob gerechtfertigt oder nicht und hat noch nicht mal was zu befürchten. Denn ich denke mal, daß die wenigsten vor Gericht gehen, weil sich der Aufwand einfach nicht lohnt.
Im Übrigen ging es mir gar nicht so um den Kommentar in der Bewertung (auch, wenn der reichlich unverschämt war), sondern mehr um die negative Bewertung ansich. Ich hoffe nur, daß der Gegner nicht auf die Idee kommt, MICH jetzt stattdessen zu verklagen, weil ich ihn einen Lügner und Betrüger genannt habe. Aber das entspricht ja schließlich der Wahrheit. Aber gut, in so einem Fall würde ich ja Hilfe vom Amt kriegen, um mir einen Anwalt leisten zu können. Oder sagen Sie bloß, ich hätte dann keine Chancen?!
Na wie auch immer, ich danke Ihnen auf jeden Fall für Ihre Hilfe, auch wenn sie nicht so erfolgt ist, wie ich mir das erhofft habe.
MfG, Sonste73

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.04.2006 | 13:13

Sehr geehrte Frau S.,

es scheint mir in Fällen wie dem Ihrigen in der Tat ärgerlich, so eingeschränkte Rechte zu besitzen. Andererseits ist natürlich die faktische Masse an streitigen oder tendentiell ehrabschneidenden E-Bay-Bewertungen zu sehen. Deswegen wird die eingeschränkte Überprüfung via Gericht im Ergebnis nachvollziehbar erscheinen. Dass die Gegenseite hier noch einmal die Initiative ergreift, halte ich aber für fernliegend.

Schönen Sonntag noch & freundliche Grüßen

RA Schimpf


ra.schimpf@gmx.de

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